Reisewarnung
Auswärtiges Amt rät von Reisen nach Kuba ab – das sind die Gründe
Veröffentlicht:
von Max Strumberger:newstime
Krise in Kuba wegen Öl-Embargo
Videoclip • 35 Sek • Ab 12
Wer eine Reise nach Kuba plant, sollte besser umdenken. Eine akute Energiekrise legt aktuell das Land weitestgehend lahm. Das Auswärtige Amt rät daher von Reisen in das Land ab.
Das Wichtigste in Kürze
Kuba erlebt derzeit eine beispiellose Krise.
Flächendeckende Stromausfälle, Treibstoffmangel, geschlossene Hotels und ein überlastetes Gesundheitssystem treffen Einheimische und Reisende gleichermaßen.
Das Auswärtige Amt rät daher dringend von Reisen auf die Insel ab.
Das Auswärtige Amt verschärft seine Reisehinweise für Kuba deutlich. "Von Reisen nach Kuba wird derzeit dringend abgeraten", heißt es in der aktuellen Warnung. Grund ist eine akute Energiekrise, die auf eine bereits marode Infrastruktur trifft. Das Ausbleiben von Öl- und Treibstofflieferungen aus dem Ausland führt zu flächendeckenden Ausfällen in der Energie- und Treibstoffversorgung – mit gravierenden Folgen für nahezu alle Lebensbereiche.
Besonders dramatisch ist die Lage im Gesundheitswesen. Die medizinische Versorgung sei "ohnehin stark eingeschränkt" und werde "durch die Energiekrise weiter erheblich beeinträchtigt". Aufgrund großer Engpässe an Medikamenten und medizinischem Material könne "nicht davon ausgegangen werden, im Notfall eine medizinische Versorgung zu erhalten". Rücktransportmöglichkeiten für Erkrankte nach Deutschland sind derzeit zudem nicht verlässlich gesichert. Reisenden mit Vorerkrankungen wird geraten, geplante Reisen "sehr kritisch zu überdenken" oder ganz darauf zu verzichten.
Flugbetrieb wegen Treibstoffmangel eingeschränkt
Auch der Reiseverkehr in und aus dem Land ist massiv gestört. Seit dem 9. Februar 2026 können Flugzeuge aus dem Ausland in Kuba nicht mehr aufgetankt werden, es kommt zu erheblichen Einschränkungen im Flugbetrieb. Viele Airlines haben Direktflüge aus Europa bis Ende Mai ausgesetzt, mehrere Hotels mussten bereits schließen. Das Auswärtige Amt rät dringend, vor Reiseantritt zu prüfen, "ob gebuchte Unterkünfte und Flüge tatsächlich zur Verfügung stehen" und welche Vorkehrungen für eine gesicherte Rückreise getroffen wurden.
Im Alltag bestimmen mehrstündige, tägliche Stromabschaltungen das Leben in Kuba. Sie wirken sich auf Wasser- und Lebensmittelversorgung, öffentlichen Nahverkehr, Straßenbeleuchtung, Ampeln, Geldautomaten sowie Kommunikations- und Sicherheitssysteme aus. In der Folge kommt es immer wieder zu Protestaktionen der Bevölkerung. Die Behörden warnen: "Lassen Sie besondere Vorsicht walten und achten Sie auf Ihre individuelle Krisenvorsorge!" Reisende sollen sich auf Knappheit von Diesel und Benzin, Wasser, Lebensmitteln und Medikamenten einstellen und Menschenansammlungen sowie Demonstrationen weiträumig meiden.
Zusätzlich verschärfen Gesundheitsrisiken und Kriminalität die Situation. Mückenübertragene Erkrankungen wie Denguefieber, Chikungunya- und Oropouche-Fieber treten weiterhin auf, vor allem in Ost- und Zentralkuba sowie in Havanna. Gleichzeitig steigt die Kriminalitätsrate, insbesondere Diebstähle und Raubüberfälle – vermehrt auch während Stromausfällen in unbeleuchteten Straßen. Das Auswärtige Amt mahnt Reisende, vorausschauend zu handeln, nachts nicht allein unterwegs zu sein, keine Wertsachen offen zu tragen und bei Überfällen "keinen Widerstand" zu leisten. Insgesamt lautet die Empfehlung klar: Von nicht notwendigen Reisen nach Kuba soll derzeit abgesehen werden.
Auch in den News:
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
Auswärtiges Amt
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