US-Präsident Monroe als Vorbild
Trumps "Donroe-Doktrin": Was steckt hinter dem neuen US-Machtanspruch?
Veröffentlicht:
von Joachim Vonderthann:newstime
Trump will Militärbudget erhöhen
Videoclip • 39 Sek • Ab 12
Donald Trump hat mit der "Donroe-Doktrin" eine aggressive Interpretation der Monroe-Doktrin vorgelegt, die militärische Operationen und geopolitische Dominanz der USA in der westlichen Hemisphäre legitimiert.
Das Wichtigste in Kürze
Donald Trump führt mit der "Donroe-Doktrin" eine neue Interpretation der Monroe-Doktrin ein.
Der Angriff auf Venezuela markiert einen Wendepunkt in der US-Außenpolitik.
Expert:innen warnen vor einer gefährlichen Aufteilung der Welt in Machtbereiche zwischen den Großmächten
Die internationale Gemeinschaft blickt angespannt auf die jüngsten Entwicklungen in der US-Außenpolitik. Präsident Donald Trump hat nach einer Militäroperation in Venezuela und der Festnahme des dortigen Staatschefs Nicolás Maduro den Anspruch der USA auf die Vorherrschaft in der westlichen Hemisphäre erneut bekräftigt. Dabei berief er sich auf die historische Monroe-Doktrin, die bereits 1823 von Präsident James Monroe formuliert wurde. Die Monroe-Doktrin zielte darauf ab, jegliche europäische Einmischung oder Kolonialisierung auf dem amerikanischen Doppelkontinent zu unterbinden und die geopolitische Dominanz der USA in der Region sicherzustellen.
Trump ruft in der US-Außenpolitik die "Donroe-Doktrin" aus
Trump hat diese Prinzipien in seiner eigenen Interpretation weiterentwickelt und als "Donroe-Doktrin" bezeichnet – ein Begriff, der erstmals von der "New York Post" Anfang 2025 geprägt wurde. Die Bezeichnung setzt sich aus Trumps Vornamen "Donald" und dem ursprünglichen Namen "Monroe-Doktrin" zusammen. Zum Jahreswechsel griff die "Washington Post" diesen Begriff auf und betonte dessen historische Wurzeln, verwies aber auch auf die umstrittene Auslegung durch Trump.
Schließt auch Kampf gegen Migration und Drogen ein
Im Rahmen seiner Nationalen Sicherheitsstrategie formulierte Trump eine Variante der Monroe-Doktrin, die weit über ihre ursprüngliche Bedeutung hinausgeht. Seine "Donroe-Doktrin" rechtfertigt nicht nur militärische Interventionen vor der Haustür der USA, sondern zielt auch darauf ab, Massenmigration zu verhindern und den Kampf gegen Drogenkartelle gemeinsam mit anderen Regierungen zu forcieren. Zudem betonte Trump, dass sich die Vereinigten Staaten strategische Schlüsselstandorte sichern wollen, um ihre geopolitische Dominanz zu festigen.
Nach dem Angriff auf Venezuela sprach Trump bei einer Pressekonferenz von einer "amerikanischen Dominanz in der westlichen Hemisphäre", die "niemals wieder infrage gestellt werden wird". Er kritisierte, dass die Monroe-Doktrin in der Vergangenheit vernachlässigt worden sei, und kündigte weitere Aktionen gegen Länder wie Kuba, Kolumbien und Mexiko an. Selbst Grönland, das Teil des NATO-Mitglieds Dänemark ist, wurde von Washington erneut als potenzieller Einflussbereich ins Visier genommen.
US-Legitimation für Moskau und Peking?
Die aggressive Haltung Trumps hat weltweit Besorgnis ausgelöst. Expert:innen wie Heather Richardson vom Boston College warnen vor den langfristigen Konsequenzen der "Donroe-Doktrin". Sie sieht darin laut "Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (RND) eine gefährliche Legitimation für eine globale Aufteilung in Machtbereiche zwischen den Großmächten USA, China und Russland.
Kreml-Machthaber Wladimir Putin, der völkerrechtswidrig in die Ukraine einmarschiert ist, wolle das internationale diplomatische System schon lange "durch etwas ersetzen, das auf der Idee von Einflusssphären basiert", so die Historikerin. Trump habe Putins Idee mit seiner Venezuela-Aktion indirekt legitimiert. Und auch das demokratische Taiwan schaue besorgt nach Peking, weil es den Angriff der dortigen Hegemonialmacht China befürchtet. Richardson betonte: "Wir werfen die Regeln über Bord, die die Welt seit den 40er-Jahren vor einem weiteren Weltkrieg bewahrt haben."
USA geben Anspruch als moralische Führungsmacht ab
Auch innerhalb der Vereinten Nationen sorgte Trumps Vorgehen für Entsetzen. Ein Diplomat bezeichnete laut RND das aktuelle Verhalten der USA als "Paradigmenwechsel", der die Glaubwürdigkeit des Landes als moralische Führungsmacht infrage stelle. Statt einer globalen Ordnungsmacht reduzierten sich die Vereinigten Staaten zunehmend auf die Rolle eines regionalen Akteurs.
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Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
RND: "Weltordnung der Willkür: Das ist Trumps 'Donroe'-Doktrin"
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