Brutale US-Migrationspolitik

Wer ist Trumps oberster Grenzschützer Greg Bovino?

Veröffentlicht:

von Joachim Vonderthann

Der oberste US-Grenzschützer Gregory Bovino ist das Gesicht von Donald Trumps rigider Migrationspolitik.

Bild: Jen Golbeck/AP/dpa


Unter Präsident Trump gehen die Behörden brutal gegen illegale Migration vor. Innerhalb weniger Tage sterben zwei US-Bürger:innen, die gegen die Abschiebungen protestierten. Wie kein Zweiter steht Trumps oberster Grenzschützer Greg Bovino für das harte Vorgehen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Gregory Bovino, Chef der U.S. Border Patrol, steht wegen martialischer ICE-Einsätze in der Kritik.

  • Der 57-jährige Enkel italienischer Einwander:innen ist das Gesicht von Trumps rigider Migrationspolitik.

  • Warum ihn Kaliforniens demokratischer Gouverneur Newsom "Gestapo Greg" nennt.

Der Name Gregory "Greg" Bovino war bis vor Kurzem kaum bekannt. Doch der 57-jährige Grenzschutzchef der USA rückte nicht zuletzt durch die umstrittenen Einsätze der Einwanderungsbehörde ICE in Minneapolis ins Rampenlicht. Bovinos martialisches Auftreten und die Härte der Operationen sorgen mittlerweile für landesweite Proteste.

Kaliforniens demokratischer Gouverneur Gavin Newsom bezeichnet ihn sogar als "Gestapo Greg". Gestapo steht für die Geheime Staatspolizei in Nazi-Deutschland. Hintergrund ist Bovinos Stil: Bei den Einsätzen begleitet er schwer bewaffnete Teams oder erscheint in einem Zweireiher-Mantel, der von Beobachter:innen mit der Ästhetik der SS zur Hitler-Zeit verglichen wird.

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"Gestapo Gerd" Bovino ist das Gesicht von Trumps rigider Abschiebepolitik

Newsom wirft ihm vor, bewusst Angst zu erzeugen und demokratische Normen zu untergraben – offenbar im Einklang mit der restriktiven Migrationspolitik von US-Präsident Donald Trump. Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt Bovino durch Videos, die seine Einheit wie Actionhelden inszenieren. Diese Clips, produziert von eigens abgestellten Beamt:innen, sollen Trumps Hang zu starken Bildern bedienen, berichtet der britische "Guardian".

Border-Patrol-Boss setzt illegal Tränengas ein

Seit Wochen geht die Einwanderungsbehörde ICE gemeinsam mit der Grenzschutzbehörde Border Patrol von Bovino verstärkt gegen Menschen ohne Aufenthaltsrecht vor – oft mit Gewalt. Dabei eskalierte die Lage insbesondere unter Bovinos Leitung, der schon in Chicago für umstrittene Methoden bekannt war, wie die "Bild" berichtet. Laut Gerichtsakten setzte er dort Tränengas gegen eine Menschenmenge ein und gab später falsche Aussagen zu den Vorfällen. Strafen für sein Verhalten blieben jedoch aus.

Tödliche Schüsse von Minneapolis: Trump kündigt Untersuchungen an

Die Ereignisse in Minneapolis könnten das jedoch möglicherweise ändern: Zwei US-Bürger:innen starben durch Schüsse von ICE-Agent:innen. Renée Good und Alex Pretti, beide 37 Jahre alt, wurden tödlich verletzt. Handyvideos lassen Zweifel an der Darstellung der Beamt:innen aufkommen, die behaupteten, aus Notwehr gehandelt zu haben. Der öffentliche Druck sowie Forderungen prominenter Demokrat:innen, darunter die Ex-Präsidenten Barack Obama und Bill Clinton, zwangen Präsident Trump, eine Untersuchung der Vorfälle anzukündigen.

Bovino gibt getötetem US-Bürger die Schuld

Greg Bovino verteidigte das Vorgehen seiner Einheiten vehement. In einem Interview mit CNN bezeichnete er die Einsätze als "richtig gute Arbeit". Auf die Frage, ob er dem jüngsten Opfer – dem erschossenen Krankenpfleger Pretti – die Schuld an dem Vorfall gebe, antwortete Bovino: "Der Verdächtige hat sich selbst in diese Situation gebracht. Die Opfer sind die Grenzschutzbeamten."

Kritiker:innen, die ICE als "Gestapo" betiteln oder das Vorgehen als "Kidnapping" bezeichnen, drohte er offen mit Konsequenzen. Bovino ist als Commander-at-Large direkt dem Heimatschutzministerium unterstellt und berichtet an Ministerin Kristi Noem.

Als Enkel italienischer Einwanderer wuchs er in North Carolina auf. Ein Film prägte dabei nach eigenen Angaben seine Kindheit, wie der Schweizer "Blick" schreibt: "The Border". Das jedoch nicht, weil der Streifen die Ungerechtigkeiten des Systems thematisierte. Sondern weil die Grenzschützer:innen die Bösen waren. Bovino habe sich daher geschworen, ein "guter" Polizist zu werden. Sein Vorhaben setzt er seit den 1990er Jahren bei der U.S. Border Patrol um.

Aktuell ist Bovino DAS Gesicht von Trumps rigider Migrationspolitik. Das könnte sich jedoch ändern, wenn seine harte Linie dem US-Präsidenten politisch zunehmend gefährlich wird.


Verwendete Quellen:

Bild: "Der Mann hinter Trumps Abschiebe-Truppe"

Spiegel: "Welche Rolle der Mann ohne Maske spielt"

Blick: "Dieser Mann hat Einwanderern den Krieg erklärt"

Nachrichtenagentur dpa

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