Wirtschaft in Bewegung
Isabel Grupp-Kofler kritisiert Abgesang auf die deutsche Wirtschaft
Veröffentlicht:
von Nadine von ParsevalIsabel Grupp-Kofler in der ARD-Talkshow 'hart aber fair' im Studio Adlershof.
Bild: picture alliance / Geisler-Fotopress
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Die Familienunternehmerin Isabel Grupp-Kofler wehrt sich gegen den weit verbreiteten Pessimismus hinsichtlich Deutschlands als Wirtschaftsstandort. Sie fordert schnellere Reformen, mehr Effizienz in der Regierung und eine objektive Debatte mit politischen Randgruppen. Trotz Kritik bleibt sie optimistisch.
Das Wichtigste in Kürze
Grupp-Kofler weist den "Abgesang" auf die deutsche Wirtschaft entschieden zurück.
Sie fordert schnellere Reformen und mehr Effizienz vom Staat.
AfD-Wirtschaftspolitik kritisiert sie – plädiert aber für Dialog.
Isabel Grupp-Kofler repräsentiert eine junge Generation politisch engagierter Familienunternehmer. Die Geschäftsführerin von Plastro Mayer hat sich im Bundestagswahlkampf für Friedrich Merz eingesetzt und erwartet nun eine rasche Umsetzung wirtschaftspolitischer Reformen. Gleichzeitig lehnt sie die Wirtschaftspolitik der AfD klar ab, plädiert aber für den Dialog. Den "Abgesang" auf die Wirtschaftskraft Deutschlands hält sie für verfehlt – vielmehr seien Mut, Motivation und bessere Rahmenbedingungen gefragt.
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Optimismus statt Untergangsstimmung
"Dieser Abgesang auf die deutsche Wirtschaft, den man gerade vielerorts hört, stört mich", sagt Grupp-Kofler. Und weiter: "Es gab schon schlimmere Zeiten. Ich bin Optimistin. Wir brauchen mehr Vorbilder, die sagen: Es sind Dinge nicht in Ordnung, die müssen wir gerade rücken." Die Unternehmerin widerspricht damit der weit verbreiteten Krisenrhetorik. Deutschland habe schon schwierigere Phasen überwunden. Entscheidend sei nun, die richtigen Weichen zu stellen.
Unternehmerisches Handeln müsse sich lohnen, und Menschen, die bereit seien, hart zu arbeiten, müssten unterstützt werden. Wer den Wohlstand erhalten wolle, dürfe Reformen nicht aufschieben. Sie beschreibt ihre eigene Aufgabe klar: Arbeitsplätze sichern und Werte schaffen. Von der Politik erwarte sie Verlässlichkeit und Schnelligkeit.
Klare Forderungen an die Regierung
Im Wahlkampf unterstützte Grupp-Kofler CDU und FDP. In einer Anzeige erklärte sie: "Ich wähle Friedrich Merz – für eine starke Wirtschaft und starke Worte." Sie betont jedoch, dass sie keiner Partei angehört. Ausschlaggebend für sie war eine wirtschaftsfreundliche Haltung. Mit der bisherigen Arbeit der Regierung ist sie nur teilweise zufrieden.
Die Baden-Württembergerin erklärt: "Wir müssten schon viel weiter sein. Die Reform der Körperschaftsteuer muss früher kommen, das Arbeitszeitgesetz muss angepasst werden. Und wir brauchen einen zügigen Abbau des viel zu großen Staatsapparates. Die Politik sollte vorleben, was sie von der Wirtschaft gleichermaßen erwartet: Effizienz, Optimierung."
Auch gegenüber der AfD vertritt sie eine differenzierte Haltung. Ihre wirtschaftspolitischen Ideen hält sie für "nicht umsetzbar", insbesondere ihre Position zur Europäischen Union, die sie für unrealistisch hält: "Das ist so nicht tragfähig. Auch beim Thema Energie sehe ich erhebliche Probleme. Es gibt in der AfD keine Persönlichkeiten, mit denen ich wirtschaftlich in Resonanz gehen könnte. Aber die AfD ist nach einigen Umfragen die stärkste Partei. Deshalb muss man hinhören." Dennoch argumentiert sie, dass der Dialog mit demokratisch gewählten Parteien nicht von vornherein abgelehnt werden sollte.
Als Unternehmerin mit türkischen Wurzeln erklärt sie die Bedeutung der qualifizierten Migration: "Es gibt gute Beispiele, dass Integration gelingen kann. Die muss man aufzeigen. Dann wirkt man Ressentiments entgegen." Integration kann gelingen – solche Beispiele müssen für die Grupp-Kofler sichtbarer werden. Polarisierung entstehe durch Distanz, sagt sie. Deshalb sei es wichtig, die gesellschaftliche Mitte zu stärken und wirtschaftliche Vernunft über ideologische Gräben zu stellen.
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Verwendete Quellen:
SPIEGEL: "Dieser Abgesang auf die deutsche Wirtschaft stört mich"
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