Massive Umstrukturierung
DB Cargo baut über 6.000 Arbeitsplätze in Deutschland ab
Aktualisiert:
von Christopher SchmittBernhard Osburg trat vergangenen Oktober die Nachfolge von Sigrid Nikutta als Chef der DB Cargo an.
Bild: Oliver Berg/dpa
Fast die Hälfte aller Stellen in Deutschland soll wegfallen: DB-Cargo-Chef Bernhard Osburg opfert Arbeitsplätze für die Umstrukturierung der Bahn-Güterverkehrstochter.
Das Wichtigste in Kürze
Der neue Chef der DB Cargo, Bernhard Osburg, hat angekündigt, 6.200 Stellen in Deutschland abzubauen.
Die Stellenstreichungen sind Teil einer Vier-Säulen-Strategie, die unter anderem eine europäische Ausrichtung der Bahn-Güterverkehrstochter vorsieht.
Von Seiten der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) wurde angekündigt, um jeden Arbeitsplatz kämpfen zu wollen.
Unter anderem mit einem Stellenabbau will die DB Cargo ihrer Krise beikommen. Bernhard Osburg, der neue Chef der Bahn-Güterverkehrstochter, hat den Abbau von fast der Hälfte der Arbeitsplätze in Deutschland angekündigt.
Insgesamt 6.200 der derzeit rund 14.000 Vollzeitstellen sollen hierzulande wegfallen, so Osburg gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Fast alle Bereiche seien betroffen, darunter Fahrbetrieb, Disposition, Planung, Administration sowie Vertrieb und die IT.
"Wir richten Vertrieb, Planung, Disposition und Produktion deutlich stärker europäisch aus und bauen DB Cargo zum führenden europäischen Schienenlogistiker mit klaren, grenzüberschreitenden Systemlösungen aus", sagte Osburg über seine Vision.
Die Stellenstreichungen sind Teil eines Umstrukturierungssplans, der das hochdefizitäre Unternehmen umkrempeln soll. Laut Osburg stand im vergangenen Jahr ein operatives Minus im mittleren zweistelligen Millionenbetrag.
Das ist die Vier-Säulen-Strategie
Osburgs Sanierungsplan besteht aus vier Hauptsäulen:
Europäische Ausrichtung
Einsparungen: Bis 2030 sollen rund eine Milliarde Euro eingespart werden. Dies umfasst den Wegfall von 4.000 Arbeitsplätzen, eine schlankere Verwaltung sowie Produktivitätssteigerungen im Fuhrpark.
Neuaufstellung des Einzelwagenverkehrs: Weitere 2.000 Stellen fallen im Einzelwagenverkehr weg, der grundlegend neu aufgestellt werden soll. Die Zugbildung wird künftig an vier Hauptstandorten konzentriert: Köln-Gremberg, Seelze, Mannheim und Nürnberg. Von derzeit 27 Instandhaltungswerken sollen zwölf geschlossen oder verkauft werden.
Neue Unternehmenskultur: Osburg will mehr Verantwortungsgefühl bei den Entscheider:innen in der Fläche und verbindliche Pläne zur Umsetzung des Konzepts.
Osburg bleibt nicht viel Zeit
Bis zum Sommer sollen weitere Details geklärt werden, die neue Struktur im Einzelwagenverkehr soll bis 2027 umgesetzt sein. Viel Zeit bleibt Osburg nicht: Noch in diesem Jahr muss DB Cargo infolge eines EU-Beihilfeverfahrens wieder schwarze Zahlen schreiben, sonst droht das Aus.
Osburg übernahm die Führung von DB Cargo im Oktober 2025, nachdem seine Vorgängerin Sigrid Nikutta gehen musste, weil ihr Sanierungskonzept in einem externen Gutachten durchgefallen war.
Auch in den News:
Gewerkschaft will um jeden Job kämpfen
Bei der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) wird Osburgs Ausrichtung auf den europäischen Markt positiv bewertet. EVG-Vizechefin Cosima Ingenschay teilte mit: "Wir sind uns mit Cargo-Chef Osburg einig: Cargo muss effizienter werden und Cargo kann wachsen."
Uneinig sei man sich mit dem Vorstand jedoch über den Weg dahin. "Bevor ein großer Arbeitsplatzabbau startet, erwarten wir, dass jeder Stein umgedreht und jede Maßnahme zur Steigerung der Effizienz geprüft wird", so Ingenschay. Um jeden Arbeitsplatz werde die EVG kämpfen.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen
Nachrichtenagentur dpa
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