Kulturkampf an US-Hochschulen
Studienhilfe als Waffe: Trump-Minister Hegseth droht Eliteunis mit Boykott
Veröffentlicht:
von Max StrumbergerTrumps "Kriegsminister" Pete Hegseth will sämtliche Kooperationen mit ausgewählten Spitzenunis auf den Prüfstand stellen.
Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
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Pentagonchef Pete Hegseth weitet seinen Kulturkampf nun auf die Universitäten aus. Weil er Top-Unis wie Harvard für antimilitaristisch und "woke" hält, droht er damit, Soldat:innen die finanzielle Unterstützung für Studiengänge an diesen Hochschulen zu streichen.
Das Wichtigste in Kürze
Seit seinem Amtsantritt versucht Pete Hegseth, die Kultur der US-Streitkräfte grundlegend umzubauen.
Jetzt nimmt er die dafür Universitäten ins Visier.
Trumps "Kriegsminister" plant einen Stopp der Studienförderung für Militärangehörige an "woken" Eliteunis.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth weitet seinen Kulturkampf nun auf die Hochschulwelt aus – mit weitreichenden Konsequenzen für die US-Streitkräfte. Er droht damit, Soldat:innen künftig die Studienbeihilfen für Dutzende renommierter Universitäten zu streichen, die er als militärkritisch oder ideologisch einseitig einstuft. In Militär- und Hochschulkreisen schrillen die Alarmglocken: Beobachter warnen, dass Hegseths Kurs einen zentralen Rekrutierungs- und Qualifizierungsweg für den Offiziersnachwuchs gefährden könnte. Die Maßnahme treffe "das Rückgrat der intellektuellen Ausbildung der Streitkräfte", heißt es aus Pentagonkreisen.
Den Auftakt markiert ein spektakulärer Bruch mit der traditionsreichen Harvard University. In einer Videobotschaft kündigte Hegseth an, ab dem Studienjahr 2026/2027 sämtliche akademischen Kooperationen des Verteidigungsministeriums mit der Eliteuniversität zu beenden. Harvard bezeichnete er als "eines der glühenden Zentren des Amerika-Hasses". Ohne Belege warf er Teilen der Fakultät vor, das Militär zu verachten, die Streitkräfte in ein schlechtes Licht zu rücken und abweichende Meinungen zu unterdrücken. Offiziere, die nach Harvard geschickt worden seien, kehrten seiner Darstellung nach "zu sehr wie Harvard" zurück – mit "globalistischen und radikalen Ideologien", die der Kampfkraft der Truppe schadeten.
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Viele Trump-Minister kommen selbst von Eliteunis
Der Vorstoß geht jedoch weit über Harvard hinaus. Hegseth ließ in einem internen Memo, über das CNN zuerst berichtete, alle Teilstreitkräfte anweisen, ihre bestehenden Weiterbildungsprogramme für aktive Soldat:innen an Spitzenuniversitäten umfassend zu überprüfen. Betroffen sind neben anderen Ivy-League-Institutionen auch zivile Hochschulen, die laut Ministerium "kritisches Denken unterdrücken" oder "erhebliche Beteiligung von Gegnern" aufweisen sollen. Die Armee hat demnach bereits eine vorläufige Liste erstellt: 34 juristische Fakultäten gelten als "mäßig bis hoch riskant" und könnten künftig für vom Pentagon geförderte Studiengänge gesperrt werden.
Brisant ist dabei, dass zahlreiche Spitzenvertreter der Trump-Regierung selbst Abschlüsse von genau diesen Eliteschulen halten. Präsident Donald Trump verweist regelmäßig auf seinen Abschluss an der University of Pennsylvania. Vizepräsident J.D. Vance studierte Jura in Yale. Hegseth selbst besuchte Princeton und Harvard, Vize-Verteidigungsminister Steve Feinberg ist ebenfalls Princeton-Absolvent, Heeresminister Dan Driscoll schloss die Yale Law School ab, und Marineminister John Phelan erwarb seinen MBA in Harvard. Kritiker:innen sehen darin einen eklatanten Widerspruch zwischen der scharfen Rhetorik gegen die "woken" Universitäten und der eigenen Bildungsbiografie der Regierungsspitze.
Hegseth bringt US-Streitkräfte auf Trump-Kurs
Hegseths Kurs in der Bildungspolitik fügt sich ein in eine umfassendere Neuausrichtung der US-Streitkräfte unter seiner Führung und der Trump-Administration. Seit seinem Amtsantritt im Pentagon hat der frühere Fox-News-Moderator vor allem kulturpolitische Themen in den Mittelpunkt gestellt: vom Verbot für transgeschlechtliche Soldat:innen über die erneute Diskussion, ob Frauen in Kampfeinheiten dienen sollten, bis hin zur Überprüfung der Zusammenarbeit mit Scouting America, falls der Verband seine "Kernwerte" nicht anpasse.
Auch in den News:
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
The Hill: Hegseth takes military culture war to civilian universities
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