Vater des "Danish Dynamite"
"Hat dänischen Fußball für immer verwandelt" - Sepp Piontek tot
Veröffentlicht:
von Jana WejkumSepp Piontek erlangte als Trainer der dänischen Nationalmannschaft Kultstatus in Dänemark. (Archivbild)
Bild: picture alliance / dpa
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Der frühere Werder-Spieler wurde 85 Jahre alt. Er führte einst als Nationaltrainer die Dänen zur Meisterschaft.
Er gilt als Vater des "Danish Dynamite": Sepp Piontek. Der ehemalige deutsche Fußballspieler und Trainer der dänischen Nationalmannschaft starb nach kurzer Krankheit im Alter von 85 Jahren. Das berichtete der dänische Fernsehsender TV2 unter Berufung auf dessen Familie.
"Sepp wird für immer als einer der einflussreichsten Nationaltrainer in der Geschichte des dänischen Fußballs in Erinnerung bleiben", schrieb der dänische Fußballbund DBU am Donnerstag (19. Februar) bei Facebook.
Er sei der "Mann, der Dänemark dazu gebracht hat, im Fußball zu gewinnen", so die Nachrichtenagentur Ritzau. Im Dänischen Rundfunk attestierte man ihm, "den dänischen Fußball für immer verwandelt" zu haben.
Deutscher wurde in Dänemark zum Fußballhelden
Piontek wurde in seiner Zeit als dänischer Nationaltrainer von 1979 bis 1990 zum Helden Fußball-Dänemarks. Trotz geringer Sprachkenntnisse schaffte er es, das Team 1983 überraschend für die EM zu qualifizieren, und brachte es bis ins Halbfinale.
Mit seiner als "Danish Dynamite" getauften offensiven Spielweise nahmen die Dänen 1986 erstmals an einer Weltmeisterschaft teil. Sie kamen bis ins Achtelfinale. Bei seinem Abschied 1990 war Piontek durch seinen Charakter und den "lustigen Akzent" Kult in Dänemark.
Unter seinem Nachfolger Richard Møller-Nielsen holten die Dänen 1990 den EM-Titel. Piontek wurde Jahre später in Dänemarks "Hall of Fame" des Fußballs aufgenommen.
Møller-Nielsen zollte dem verstorbenen Piontek Respekt. "Sepp Piontek hat die Grundlage für die Kultur, Professionalität und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten geschaffen, die seitdem das Fundament der Nationalmannschaft bilden", schrieb er auf Facebook. Morten Olsen, ehemaliger Nationaltrainer der Dänen, nennt ihn einen "fantastischen Menschen, der sich um seine Spieler gekümmert hat".
Seine Beliebtheit erklärt der Fußballexperte Morten Bruun mit der außergewöhnlichen Bedeutung Pionteks für den Fußball: "Mir fällt niemand ein, der den dänischen Nationalfußball und damit die dänische Gesellschaft insgesamt stärker geprägt hat als Sepp Piontek."
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Anfänge bei Werder Bremen
Der in Breslau geborene Piontek wuchs in Ostfriesland auf. Zwischen 1960 und 1972 startete er für Werder Bremen laut "Sky Sport" in mehr als 300 Pflichtspielen. Er gewann als Abwehrspieler mit den Bremern 1961 den DFB-Pokal und 1965 die deutsche Meisterschaft. Seine Defensive ging mit dem Titel "Beton-Abwehr" in die Geschichte ein.
Wie der NDR berichtet, beendete 1970 eine schwere Knieverletzung die Sportkarriere Pionteks. Er machte daraufhin seinen Trainerschein und heuerte bei verschiedenen Mannschaften an: Er coachte erst Werder, dann Fortuna Düsseldorf, das Nationalteam Haitis und den FC St. Pauli, bevor er nach Dänemark wechselte.
Nach seiner Zeit als dänischer Coach trainierte er unter anderem die türkische Nationalelf und bis 2004 die Nationalmannschaft von Grönland. In seiner Wahlheimat Dänemark lebte er bis zum Schluss in der Nähe von Odense. Mit seiner Frau Gitte hat Piontek drei Kinder, Enkel und Urenkel.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
NDR: "Vater des 'Danish Dynamite': Werder-Legende Sepp Piontek gestorben"
Sky Sport: "Ehemaliger Bremen-Profi und Werder-Coach Sepp Piontek verstorben"
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