Rekordzahlen in Österreich
West-Nil-Virus rückt näher: Was das für Deutschland bedeutet
Veröffentlicht:
von Benedikt RammerDas durch Mücken übertragende West-Nil-Virus breitet sich in Europa aus.
Bild: Andreas Lander/dpa-Zentralbild/dpa
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Das West-Nil-Virus, ursprünglich aus Afrika, breitet sich zunehmend in Europa aus. Eine Studie zeigt einen starken Anstieg der Fälle in Österreich, während auch Deutschland wachsamer werden muss.
Das Wichtigste in Kürze
Das West-Nil-Virus breitet sich in Österreich aus und wird dort endemisch.
Heimische Stechmücken sind Hauptüberträger des Virus, für das es keine Impfung gibt.
Auch andere europäische Länder melden Todesfälle und neue Nachweise – Deutschland könnte bald betroffen sein.
Das West-Nil-Virus, das lange als Tropenkrankheit galt, etabliert sich zunehmend in Europa. Eine aktuelle Langzeitstudie des Zentrums für Virologie der Medizinischen Universität Wien zeigt einen deutlichen Anstieg der Infektionszahlen in Österreich. Im Jahr 2024 wurden insgesamt 37 bestätigte Fälle beim Menschen registriert – ein Rekordwert seit dem ersten Nachweis des Virus im Jahr 2009. Die Wissenschaftler:innen sprechen von einer endemischen Übertragung, was bedeutet, dass das Virus dauerhaft in der Region zirkuliert. Besonders betroffen war erstmals das nördliche Burgenland, wo laut "tropeninstitut.de" 16 Fälle verzeichnet wurden. Gleichzeitig stieg dort auch die Zahl der Infektionen mit dem Usutu-Virus auf 27. Beide Erreger gehören zur Gruppe der Arboviren, die durch Mücken übertragen werden.
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Europa zunehmend betroffen
Das ursprünglich aus Afrika stammende West-Nil-Virus verbreitet sich vor allem durch Stechmücken der Gattung Culex, die auch in Mitteleuropa heimisch sind. Diese Mücken stechen bevorzugt in den Abend- und Nachtstunden und begünstigen die Ausbreitung des Virus. Ein Impfstoff oder eine spezifische Therapie existiert bisher nicht, wodurch Prävention umso wichtiger wird. Die meisten Infektionen verlaufen mild oder symptomlos – etwa 80 Prozent der Betroffenen bemerken nichts von der Erkrankung. Dennoch entwickeln rund 20 Prozent grippeähnliche Beschwerden, und bei einem Prozent der Fälle kommt es zu schweren neurologischen Komplikationen wie Hirnhautentzündungen oder Lähmungen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen über 50 Jahre sowie chronisch Kranke.
Auch andere europäische Länder melden eine Verschärfung der Situation. Italien verzeichnet bereits seit Jahren eine endemische Verbreitung des Virus und berichtete zuletzt von Todesfällen. Griechenland meldete im Jahr 2025 ebenfalls mehrere Todesfälle infolge schwerer Verläufe. Zudem taucht das Virus erstmals in neuen Regionen auf: In Belgien wurde es bei Vögeln nachgewiesen, was auf eine geografische Ausbreitung hinweist.
Deutschland steht vor neuen Herausforderungen
In Deutschland sind bislang keine Erkrankungen beim Menschen registriert worden, wie das Robert Koch-Institut (RKI) mitteilt. Doch die Entwicklung in Österreich zeigt, dass sich das Virus weiter nach Norden verschiebt. Ein warmer Sommer und eine geeignete Mückenpopulation könnten die Ausbreitung begünstigen. Fachleute raten daher zur Vorsicht und betonen die Wichtigkeit von Präventionsmaßnahmen wie langärmeliger Kleidung und Insektenschutzmitteln, besonders in den Abendstunden.
Verwendete Quellen:
RKI: "West-Nil-Fieber im Überblick"
tropeninstitut.de: "Österreich: West-Nil-Virus - Übergang von sporadischer zu endemischer Übertragung"
eurosurveillance.org: "Increased incidence of human West Nile and Usutu infections in Austria, 2024: analysis of data from 2009 to 2024"
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