Gedenken an den Holocaust
Yad Vashem eröffnet Außenstelle in Leipzig
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von Michael Reimers:newstime
Studie: Wissenslücken über Holocaust immer größer
Videoclip • 01:45 Min • Ab 12
Bildung gegen das Vergessen: In Leipzig entsteht ein neuer Ort, der jüdische Geschichte, Dialog und Engagement für Menschenwürde erlebbar macht. Im Landtag gab es dafür ein einstimmiges Votum.
Das Wichtigste in Kürze:
Die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem hat sich neben dem Hauptstandort München für eine Außenstelle in Leipzig entschieden.
Geplant sind interaktive Lernräume vor allem für Pädagog:innen und junge Menschen aus der Region und den Nachbarländern.
Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer sprach von einer "großen Ehre und zugleich Verpflichtung". "
Die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem ist künftig auch in Sachsen präsent. Während München Hauptstandort eines neuen Bildungszentrums von Yad Vashem wird, soll in Leipzig eine Außenstelle entstehen, teilte die Gedenkstätte mit.
Diese kleinere Einrichtung soll interaktive Lernräume etablieren und ihre Angebote vor allem an Pädagog:innen und junge Menschen in der Region und in den Nachbarländern richten. Yad Vashem hatte sich entschieden, die erste Außenstelle außerhalb Israels in Deutschland zu errichten.
Auch in den News:
Kretschmer spricht von großer Ehre und Verpflichtung
Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sprach von einer "großen Ehre und zugleich Verpflichtung". "Dass auch Leipzig künftig eine wichtige Rolle spielen wird, hat viel mit Vertrauen und den Akteuren vor Ort zu tun. So gibt es hier eine wieder stark gewachsene jüdische Gemeinde, ein lebendiges Netzwerk und renommierte Institutionen, darunter das Kultur- und Begegnungszentrum Ariowitsch-Haus." Leipzig könne zudem in puncto Bildungsarbeit eine Brücke nach Osteuropa sein - zu Polen und Tschechien.
"Tatsächlich sind Bildung und Begegnung ganz entscheidend, um das Gedenken wachzuhalten und Geschichte begreifbar zu machen. Bildung und die neuen Bildungsorte sind notwendig und wichtig, um Antisemitismus, Vorurteilen, Desinformation und jeder Form der Relativierung des Holocaust ganz entschieden und klar entgegenzutreten", betonte Kretschmer.
Stadtoberhaupt spricht von Anerkennung und Auftrag
"Die Entscheidung für das Yad Vashem Educational Center in Leipzig ist für uns gleichzeitig Anerkennung und Auftrag", betonte Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). Mit der Geschichte jüdischen Lebens in Ostdeutschland, lebendiger Erinnerungskultur und einem starken Netzwerk von Akteuren der Zivilgesellschaft habe man in der Bewerbung wichtige Akzente gesetzt.
Die Ernennung des Ariowitsch-Hauses zum Partner des geplanten Yad-Vashem-Bildungszentrums in München sei ein herausragendes Zeichen von tiefem Vertrauen, erklärte Küf Kaufmann, Direktor des Ariowitsch-Hauses: "Wir, die Israelitische Religionsgemeinde zu Leipzig, sehen darin eine Anerkennung unserer langjährigen Arbeit zur Bewahrung der Erinnerung, der historischen Verantwortung und der jüdischen Kultur. Heute ist es wichtiger denn je, die Erinnerungskultur durch Bildung, Dialog und lebendiges historisches Zeugnis zu vertiefen und zu erweitern."
Landtag votierte einstimmig für das Projekt
Sachsen erstellte unter Federführung des Kultusministeriums ein Bewerbungsdossier. Darin wurde skizziert, welchen Beitrag Yad Vashem für das Netzwerk der politisch-historischen Bildung in Sachsen darstellen kann, welches Potenzial sich aus einer Kooperation mit den Partnern in Polen und Tschechien ergeben kann und wie eine solche Einrichtung finanziell und personell auszustatten ist. Bei einer Debatte im Sächsischen Landtag sprachen sich im Februar alle Fraktionen für die Bewerbung Sachsens aus.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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