Mit Spitzenreiter AfD
Wahl-O-Mat zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist online: Welche Partei passt zu dir?
Veröffentlicht:
von Marie-Finn Bruker:newstime
Sachsen-Anhalt: CDU gegen diese Koalitionen (28. Juli)
Videoclip • 37 Sek • Ab 12
Noch unentschlossen vor der Wahl in Sachsen-Anhalt? Jetzt ist der Wahl-O-Mat an den Start gegangen und soll Orientierung zur eigenen Parteinähe geben. Auch Sozial-O-Mat und Party-Check versprechen Klarheit bei der Entscheidung.
Das Wichtigste in Kürze
Der Wahl-O-Mat der Landeszentrale und der Bundeszentrale für politische Bildung berechnet anhand von 38 Thesen die Übereinstimmung der eigenen politischen Position mit der von Parteien.
Anlass ist die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, die auch den Inhalt des Fragentools bestimmt.
Derzeit wird das Bundesland von einer Koalition aus CDU, SPD und FDP unter Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) regiert – in Umfragen führt aktuell aber mit Abstand die AfD.
Am 6. September wird in Sachsen-Anhalt gewählt. Wer weiterhin ratlos ist, an wen die eigene Stimme gehen soll, kann den Test machen: Der Wahl-O-Mat der Landeszentrale und der Bundeszentrale für politische Bildung ist jetzt online. Anhand von 38 Fragen soll er zeigen, wo sich die Parteien unterscheiden, entsprechenden Gesprächsstoff bieten und dazu anregen, sich weiter zu informieren.
Die Landeszentrale und die Bundeszentrale für politische Bildung stellten den Wal-o-Mat zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt in Magdeburg vor. Der Test ist mittlerweile das meistgenutzte Informationsangebot vor Wahlen. Anhand vorgestellter Thesen berücksichtigt er aktuelle Landespolitik und Positionen der einzelnen Parteien, die zur Landtagswahl antreten. Grob geht es dabei um Themen wie Wirtschaft, Bildung, Migration, Familie und Finanzen.
HIER geht's zum Wahl-O-Mat für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.
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So funktioniert der Wahl-O-Mat
Es gehe um einen Perspektivwechsel, so Pamela Brandt von der Bundeszentrale für politische Bildung. Die Menschen hörten nicht einfach jemandem zu, sie sollen selbst ihre Meinung angeben. Dies erfolgt mithilfe eines Frage-Antwort-Tools, welche Partei der eigenen Position am nächsten kommt. Danach wird der Grad der Übereinstimmung ermittelt und erläutert, warum eine Partei eine Position vertritt.
Auf jede der Fragen können die Nutzer:innen mit "stimme zu", "stimme nicht zu", "neutral" oder "These überspringen" antworten. Man kann auch jederzeit zurückkehren und einzelne Antworten ändern. Am Ende des Thesenbogens gibt es die Möglichkeit, Themen, die einem besonders wichtig sind, einzeln zu gewichten. Dabei würden keine Daten gespeichert, so Brandt. Erfasst werde lediglich, wie viele Menschen mitgemacht haben.
Wer bestimmt, was abgefragt wird?
Eine Redaktion mit Jugendlichen aus ganz Sachsen-Anhalt sowie Expert:innen aus Politik und Wissenschaft haben am Wahl-O-Mat mitgearbeitet, so Brandt. Über drei Tage hätten sie die Wahlprogramme der Parteien gelesen und dabei die wichtigsten Themen auf Landesebene herausgefiltert. Etwa, wie man zur Sonntagsöffnung von Geschäften steht, zur Windkraft und ob man die Ansiedlung von Rüstungsunternehmen befürwortet. Tempo 30 innerorts, ein Verbotsverfahren für extremistische Parteien und eine längere Grundschulzeit werden ebenso thematisiert.
Alternativen zum Wahl-O-Mat
Die Diakonie Mitteldeutschland bietet ein ähnliches Tool: Über den Sozial-O-Mat können Nutzer:innen die eigenen Positionen zu den wichtigsten sozialen Themen der Wahl mit den Positionen der Parteien vergleichen. Nach Angaben der Diakonie Mitteldeutschland seien dafür alle antretenden Parteien aufgefordert worden, zu 20 Thesen Stellung zu nehmen und diese zu begründen.
Ähnlich ist auch der "Party-Check" eines Forschungsteams um den Potsdamer Politikwissenschaftler Jan Philipp Thomeczek. Mit insgesamt 18 Fragen zu aktuellen politischen Themen wie Gemeinschaftsschulen, Klimaschutz, Zuwanderung und dem Umgang mit der AfD soll auch hier die Übereinstimmung von Nutzer:innen und den verschiedenen Parteien berechnet werden. Die Positionen stammen laut der Universität Potsdam aber nicht von den Parteien selbst, sondern aus dem "Länder Expert Survey". Das ist eine Befragung, an der über 50 Expert:innen der Politikwissenschaft für Sachsen-Anhalt teilgenommen haben.
Zudem sollen die User:innen nach dem Check ihre Daten vollständig löschen lassen können oder durch die Beantwortung weiterer Fragen, beispielsweise zur eigenen Wahlabsicht, die wissenschaftliche Forschung unterstützen. Den "Party-Check" gibt es außerdem auch auf Englisch.
AfD-Spitzenkandidat will "Geschichte schreiben"
Aktuell regiert Sachsen-Anhalt eine Koalition aus CDU, SPD und FDP unter Ministerpräsident Sven Schulze (CDU). Er tritt zur Wiederwahl an – laut aktuellen Umfragewerten (Stand 30. Juli) ist seine Partei abgeschlagen. Ende Juli lag die CDU nur bei 24 bis 26 Prozent. Spitzenreiter ist die AfD mit über 40 Prozent. Auch deshalb steht die diesjährige Wahl in Sachsen-Anhalt im bundesweiten Rampenlicht.
AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund strebt eine Alleinregierung an. Er hatte im Juli ein 100-Tage-Programm vorgestellt, das unter anderem mehr Abschiebehaftplätze, eine flächendeckende Arbeitspflicht für Asylbewerber und die Kündigung des Rundfunkstaatsvertrags vorsieht. Laut "Spiegel" hatte er zudem angekündigt, das Land umzukrempeln und "Geschichte zu schreiben".
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
Spiegel: "Wen Sie in Sachsen-Anhalt wählen wollen"
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