Ölsanktionen gelockert

Trumps Iran-Krieg: Ist Putin der große Gewinner?

Veröffentlicht:

von Joachim Vonderthann

:newstime

Trump hebt Sanktionen gegen russisches Öl auf

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Offiziell fordert Russland von den USA ein schnelles Ende des Iran-Kriegs. Doch Putin fängt an, wirtschaftlich von den Folgen des Waffengangs zu profitieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Putin verurteilt den Iran-Konflikt offiziell, während Russland wirtschaftliche Profite aus der Krise zieht.

  • Die Trump-Regierung hat gerade erst die Ölsanktionen gegen Moskau gelockert.

  • Ob Russland langfristig profitiert, ist aber alles andere als ausgemacht.

Die Angriffe der USA und Israels auf den Iran (hier gibt es alle Updates zum Iran-Krieg im Ticker) hat der Kreml öffentlich scharf verurteilt. Nach der Tötung des iranischen Revolutionsführers Ajatollah Ali Chamenei bekundete Russlands Machthaber Wladimir Putin sein Mitgefühl. Moskau bemühte das Völkerrecht, was angesichts des jahrelangen Krieges gegen die Ukraine mehr als zynisch klang.

Kremlsprecher Dmitri Peskow räumte in einem seiner Medienbriefings jedoch ein, dass der Kreml auch aus globalen Konflikten wirtschaftliche Vorteile ziehen will. "Wir müssen die Folgen dieser globalen Erschütterungen für unsere Wirtschaft kleinhalten. Wir müssen dort, wo es möglich ist, Profite für uns sichern, was zynisch klingen mag", sagte Peskow tagesschau.de zufolge.

Putin profitiert von gelockerten US-Ölsanktionen

Erste Profite scheint Russland bereits einzufahren: Die US-Regierung von Donals Trump hat beschlossen, Sanktionen gegen russisches Öl vorübergehend zu lockern. Für 30 Tage erlaubt Washington den Verkauf von auf See befindlichem russischem Öl. Eine Entscheidung, die bei Bundeskanzler Friedrich Merz auf scharfe Kritik stößt. "Ich will das sehr deutlich sagen, jetzt Sanktionen zu lockern, aus welchen Gründen auch immer, das halten wir für falsch", sagte Merz bei einem Besuch in Norwegen am Freitag (13. März).

Die Sanktionslockerungen dürften Russland, als einem der größten Ölproduzenten der Welt, gefallen. Seit Beginn des Iran-Kriegs sind die Ölpreise um etwa 30 Prozent gestiegen – ein Umstand, der dem Kreml wirtschaftlich zugutekommt.

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Russland inszeniert sich als verlässlicher Partner

Zu Wochenbeginn hielt Putin eine Sitzung zur Situation auf den internationalen Energiemärkten ab. Dabei präsentierte er Russland als verlässlichen Partner für Länder wie China und Indien, die trotz Sanktionen weiterhin russisches Öl und Gas kaufen. "Diese Staaten können sich auch weiterhin auf uns verlassen", betonte Putin. Gleichzeitig warb er indirekt um europäische Kooperation, stellte jedoch klar: "Wir benötigen Signale von ihnen, dass sie bereit sind, mit uns zu kooperieren."

Doch während Putin seine Energiepolitik inszeniert, leidet die russische Bevölkerung zunehmend unter den Folgen des Ukraine-Kriegs und steigenden Kosten, wie tagesschau.de weiter berichtet.

Mit dem Iran droht Moskau ein weiterer Verbündeter wegzubrechen

Der Iran-Konflikt könnte Russland aber auch strategische Vorteile verschaffen. Friedensgespräche zwischen Russland, der Ukraine und den USA sollen möglicherweise bald wieder aufgenommen werden – ein Prozess, der momentan ausgesetzt ist und Putin Spielraum verschafft. Zudem könnte die Aufmerksamkeit der USA auf den Iran-Krieg dazu führen, dass weniger Waffen an die Ukraine gehen, wie etwa "Patriot"-Flugabwehrraketen.

Andererseits könnte Putins geoplitisches Netwerk weiter geschwächt werden. Russland pflegt seit Jahren enge Beziehungen zum Iran, darunter ein im Januar 2025 geschlossenes Partnerschaftsabkommen zur wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Zusammenarbeit. Sollte das Regime in Teheran geschwächt werden oder gar fallen, würde Moskau einen weiteren wichtigen Verbündeten verlieren. Zwei andere wichtige Partnerländer, Syrien und Venezuela, sind bereits weggebrochen.

Dem Bericht zufolge bleibt die Frage momentan offen, ob für Putin die Vorteile oder die Nachteile dieses Konflikts überwiegen. Offiziell wünscht sich der Kreml-Despot ein schnelles Ende des Waffengangs. US-Präsident Trump mag Putins Zynismus aber möglicherweise durchschaut haben. Nach dem jüngsten Telefonat mit Russlands Machthaber sagte er: "Wenn du den ukrainisch-russischen Krieg beenden würdest – das wäre hilfreicher."


Verwendete Quellen:

tagesschau.de: "Profiteur Putin?"

Nachrichtenagentur Reuters

Nachrichtenagentur dpa

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