Straße von Hormus nicht passierbar

Ölpreis erreicht kurzzeitig 120-Dollar-Marke: Das sind die Auswirkungen

Veröffentlicht:

von Jana Wejkum

:newstime

Ölpreis schießt über 100 US-Dollar

Videoclip • 31 Sek • Ab 12


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Wegen des Iran-Kriegs steigen die Preise für Rohöl rasant. Vor allem in Asien reagieren die Börsen empfindlich. Den Ölproduzenten geht unterdessen der Lagerplatz aus.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Preise wichtiger Ölsorten haben in der Nacht zum Montag (9. März) einen Höchststand von fast 120 Dollar pro Fass erreicht.

  • Börsen in Ostasien reagierten am Morgen mit einem starken Einbruch, da befürchtet wird, dass die Lage im Nahen Osten weiter eskalieren könnte.

  • Trump gibt sich vom Ölpreis unbeeindruckt, produzierende Staaten warnen aber davor, dass die Produktion bald eingestellt werden könnte.

Aufgrund des Kriegs in Nahost steigen die Ölpreise weiter. In der Nacht auf Montag (9. März) erreichte ein Fass Rohöl der Marke Brent, die als Referenzsorte gilt, kurzzeitig einen Preis von fast 120 Dollar. Am Morgen wurde das Öl fünf Dollar günstiger. Damit ist der Preisanstieg so hoch wie zuletzt im Sommer 2022. Seit Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar ist der Ölpreis für diese Ölsorte um beinahe 60 Prozent gestiegen.

Bei der Ölsorte WTI, die in der Nacht ebenfalls die 120-Dollar-Marke geknackt hatte, ist der Anstieg seit Kriegsbeginn mit knapp 70 Prozent noch stärker.

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Sorge vor Ölkrise: Börsen in Asien verzeichnen Verluste

Von den hohen Ölpreisen sind ostasiatische Länder besonders betroffen. Sie sind stark von importiertem Öl abhängig. Dementsprechend empfindlich reagieren die dortigen Börsen. So stürzte der Nikkei-Index für 225 führende Werte am Montagmorgen (Ortszeit) zunächst um rund sieben Prozent ab. In Südkorea war die Lage ähnlich: Der KOSPI sank um rund acht Prozent.

Grund für die schlechte Stimmung an den Börsen ist die Sorge vor einer längeren Sperrung der Straße von Hormus. Diese Schifffahrtsstraße ist für die Ölhäfen Kuwaits, Katars, Bahrains, des Iraks, der Vereinigten Arabischen Emirate und Irans und größtenteils Saudi-Arabiens von großer Bedeutung. Rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels wird üblicherweise durch die Meerenge transportiert. Auch das Flüssiggas aus Katar wird dort verschifft.

Trump von Ölpreisen unbeeindruckt

US-Präsident Donald Trump könnte angesichts der steigenden Preise für Öl und Kraftstoff kalte Füße bekommen: Sie dürften seine Wählerschaft vor den wichtigen Zwischenwahlen im Herbst verärgern. Stattdessen argumentiert er aber auf seiner Plattform Truth Social mit einem vermeintlichen langfristigen Nutzen des Krieges. Die kurzzeitig erhöhten Ölpreise seien "ein sehr geringer Preis für die Sicherheit und den Frieden der USA und der Welt".

Sie würden "rapide sinken, wenn die Zerstörung der nuklearen Bedrohung durch den Iran vorbei ist". In Großbuchstaben fügte er hinzu: "NUR TROTTEL WÜRDEN DAS ANDERS SEHEN!"

Auch in den News:

Katar gehen die Lagerkapazitäten aus

In Katar ist man angesichts der Lage besorgt. Der katarische Energieminister Saad al-Kaabi hatte Ende vergangener Woche gegenüber der "Financial Times" von möglicherweise schwerwiegenden Folgen des Kriegs im Nahen Osten für Lieferungen von Energierohstoffen aus der Region gewarnt. Innerhalb weniger Wochen könnten alle Förderstaaten ihre Produktion einstellen. Der Ölpreis könnte in diesem Fall seiner Einschätzung nach auf 150 US-Dollar steigen.

Hintergrund sind die fehlenden Lagerkapazitäten in den Herstellungsländern. Da das Öl nicht exportiert werden kann, füllen sich die Speicher. Kuwait hat seine Produktion Medienberichten zufolge bereits gedrosselt.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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