Energiekrise
Spritpreis erneut gesunken: Hoffnung auf Entspannung?
Veröffentlicht:
von Jana Wejkum:newstime
Maßnahmen gegen Spritpreis-Steigerung (12. März)
Videoclip • 01:32 Min • Ab 12
Der Spritpreis lag am Mittwoch und Donnerstag etwas niedriger als an den Tagen zuvor. Könnte das eine Entspannung der Lage durch russisches Öl bedeuten?
Den zweiten Tag in Folge konnten Autofahrer:innen in Deutschland etwas günstiger tanken. Laut ADAC kostete die Benzinsorte E10 im Tagesdurchschnitt am Donnerstag (12. März) 2,006 Euro pro Liter, also 0,5 Cent weniger als am Vortag. Diesel sank um 0,4 Cent auf 2,130 Euro pro Liter.
Am Freitagmorgen (13. März) waren Diesel und Benzin aber wieder etwas teurer als noch am Donnerstag zur selben Zeit. Das liegt wahrscheinlich am Ölpreis, der im Vergleich zur Wochenmitte wieder anzog.
Die Preise sind in den vergangenen zwei Wochen aufgrund des Iran-Kriegs stark gestiegen. Am Tag vor Beginn der Angriffe (27. Februar) war E10 knapp 23 Cent billiger als am 12. März, Diesel gut 38 Cent.
Bringen die gelockerten Russland-Sanktionen Entspannung?
Die USA haben wegen des stark gestiegenen Ölpreises Lockerungen der Sanktionen gegen Russland beschlossen. Zeitweise darf russisches Öl, das sich bereits auf Schiffen befindet, gekauft werden. Moskau dürfte das sehr gelegen kommen. Der Kremlgesandte Kirill Dmitrijew schrieb bei Telegram anerkennend: "Die USA erkennen faktisch das Offensichtliche an: Ohne russisches Öl kann der globale Energiemarkt nicht stabil bleiben."
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) äußerte die Sorge, dass damit Russlands Kriegskasse weiter gefüllt werde: "Mir scheint, dass der innenpolitische Druck in den Vereinigten Staaten sehr, sehr groß ist." Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kritisierte die Lockerungen und nannte sie "falsch".
Der Ölpreis ist durch die Lockerung der Sanktionen zunächst nicht nennenswert gesunken. Auch die Freigabe von Ölreserven durch die Internationale Energieagentur (IEA) zur Wochenmitte war offenbar nicht langfristig wirksam. Am Freitagmorgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent zur Lieferung im Mai 100,43 Dollar, also drei Cent weniger als am Vortag.
Dabei könnte es weiterhin bleiben, solange der Iran die wichtige Schifffahrtsstraße von Hormus faktisch blockiert. Die USA sind nach Aussage des Energieministers Chris Wright noch nicht in der Lage, Tanker durch die Meerenge zu eskortieren.
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Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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