Zurück ins analoge Zeitalter
Mobilfunk in Moskau eingeschränkt: Run auf Pager und Walkie-Talkies
Veröffentlicht:
von Michael Reimers:newstime
Kreml nimmt Russen mobiles Internet weg
Videoclip • 01:21 Min • Ab 12
Seit einigen Tagen haben Menschen in der russischen Hautpstadt Probleme mit dem mobilen Internet. Moskauer Geschäftsleute verzeichnen seitdem eine verstärkte Nachfrage nach Pagern, Walkie-Talkies und Straßenkarten.
Das Wichtigste in Kürze
Das mobile Internet in Moskau ist seit einer Woche stark eingeschränkt.
Nach Angaben russischer Behörden geschieht das, um "die Sicherheit" der Bürger:innen zu gewährleisten.
Die Beschränkungen seien wegen der ukrainischen Angriffe nötig.
Seit einer Woche gibt es Probleme mit dem mobilen Internet in Moskau. Die Menschen in der russsichen Haupstadt reagieren auf die Einschränkungen, indem sie sich wieder verstärkt mit analogen Kommunikationsmitteln und Informationen versorgen. Wie euronews.de am Freitag (13. März) unter Berufung auf lokale Medien meldet, ist aufgrund der Internet-Probleme in Moskau der Verkauf von Straßenkarten der Stadt um 170 Prozent gestiegen.
Auf dem Markplatz von Moskau habe sich vom 6. bis 10. März der Umsatz mit Walkie-Talkies um 27 Prozent im Vergleich zum Vormonatszeitraum erhöht. Pager für die Kommunikation mit Kund:innen und Mitarbeiter:innen waren um 73 Prozent mehr gefragt als zwischen dem 6. und 10. Februar 2026, Festnetztelefone um 25 Prozent mehr.
Barzahlung in Moskau wieder nötig
Aus vielen Stadtbezirken der Moskauer Hauptstadt werden Schwierigkeiten mit dem mobilen Internet gemeldet. Zahlreiche digitale Möglichkeiten sind dadurch gestört, die zum Alltag der Moskauer:innen gehören. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) meldet, muss an vielen Kassen wieder bar bezahlt werden. Apps etwa für Fitnesszentren, Banken, Kurierdienste oder Taxis funktionieren nicht.
Messenger wie WhatsApp oder Telegram für die Kommunikation mit Freund:innen und Verwandten sind gestört. Allein die Verluste für Geschäftsleute sollen sich Schätzungen zufolge täglich auf Dutzende Millionen Euro belaufen.
Kreml führt Sicherheitsgründe an
Die russischen Behörden drosseln das mobile Internet im Land zunehmend. Das geschehe aus Sicherheitsgründen und in strenger Übereinstimmung mit dem Gesetz, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow russischen Nachrichtenagenturen zufolge. "Ich denke, die Bürger sollten hier keinen Zweifel haben, dass das Wichtigste die Gewährleistung der Sicherheit ist."
Die Abschaltung und Beschränkungen seien wegen der ukrainischen Angriffe nötig, behauptete Putins Sprecher. Zur Länge der systematischen behördlichen Einschränkungen machte er keine Angaben. Er sagte lediglich, sie würden so lange anhalten wie nötig.
Selbst VPN könnte Russland bald blockieren
Die russischen Behörden hatten den Internetzugang im Land zuletzt immer weiter eingeschränkt. YouTube-Videos sind dpa zufolge praktisch nicht mehr aufrufbar, Anrufe per WhatsApp oder Telegram inzwischen nur noch mit einem Virtual Private Network (VPN) möglich. Der Geheimdienst FSB hat das Recht erhalten, das Internet nach eigenem Gutdünken in bestimmten Regionen auch vollständig abzuschalten.
Auch die Einschränkung oder Sperrung jeglichen Internetverkehrs über VPN in Russland sei bald möglich, sagte Andrei Svintsov, stellvertretender Vorsitzender des Staatsduma-Ausschusses für Informationspolitik, russischen Medien. "Ich denke, in drei bis sechs Monaten werden unsere speziellen Dienste die Möglichkeit haben, den VPN-Verkehr einzuschränken oder zu blockieren. Jeglichen Verkehr über VPN."
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
euronews.de: "Kein Internet: Russen kaufen Straßenkarten, Walkie-Talkies und Pager"
telepolis.de: "Internetzensur in Russland: Vom offenen Netz zur digitalen Abschottung"
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