Vize-Verteidigungsminister im Fokus

Putsch gegen Putin geplant? Festnahme gibt Rätsel auf

Veröffentlicht:

von Joachim Vonderthann

Die erneute Festnahme eines Vize-Verteidigungsministers in Russland schürt Speukulationen um einen Putschversuch gegen Machthaber Putin.

Bild: Alexander Kazakov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa


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Erneut ist ein russischer Vize-Verteidigungsminister festgenommen worden. Stecken dahinter möglicherweise Umsturzversuche gegen Moskaus Machthaber Putin?

Das Wichtigste in Kürze

  • Russland Vize-Verteidigungsminister ist wegen Korruption festgenommen worden.

  • Seine Festnahme steht im Kontext einer Säuberungswelle.

  • Insider spekulieren sogar über einen möglichen Putschversuch gegen Kremlchef Putin.

Ruslan Zalikow, bis Juni 2024 erster stellvertretender Verteidigungsminister Russlands, ist in der vergangenen Woche festgenommen worden. Laut der russischen Nachrichtenagentur Tass werfen ihm die Behörden die Gründung einer kriminellen Organisation, Veruntreuung von Haushaltsmitteln und Geldwäsche vor. Zalikow, ein langjähriger Vertrauter des ehemaligen Verteidigungsministers Sergej Schoigu, geriet bereits im April 2024 ins Visier von Ermittlungen. Seine Entlassung folgte per Dekret aus dem Kreml im Juni desselben Jahres.

Die Festnahme erfolgt laut Berichten aufgrund neuer Erkenntnisse des Innenministeriums und des russischen Geheimdienstes FSB. Zwischen 2017 und 2024 soll Zalikow seine Position missbraucht haben, um eine Organisation zu leiten, die russische Staatsgelder veruntreut hat. Der Vorwurf der Gründung einer kriminellen Vereinigung könnte ihm bis zu 20 Jahre Haft einbringen – ein Novum unter den früheren hochrangigen Beamten des Verteidigungsministeriums, wie T-Online berichtet.

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Russlands Vize-Verteidigungsminister im Zwielicht

Zalikows Festnahme wirft erneut ein Schlaglicht auf die Säuberungswelle im Verteidigungsministerium, die Kremlchef Wladimir Putin vor rund zwei Jahren angestoßen hat. Im Mai 2024 entließ Putin Verteidigungsminister Schoigu inmitten des Angriffskrieges gegn die Ukraine nach zwölf Jahren im Amt. Schoigu wurde zwar als Sekretär des Sicherheitsrates weich fallen gelassen, doch der Austausch soll auch mit seiner sinkenden Beliebtheit innerhalb der Armee zusammenhängen. Der T-Online zitiert den Osteuropa-Experten Stefan Meister: "Schoigu weiß Dinge über Putin, die nicht an die Öffentlichkeit geraten sollten."

Die Festnahme Zalikows ist nicht die erste eines hochrangigen Funktionärs aus Schoigus Umfeld. Bereits andere ehemalige Vize-Verteidigungsminister wie Timur Iwanow, Dimitri Bulgakow und Pawel Popow wurden wegen Korruption angeklagt. Zalikow ist jedoch der erste, dem keine Gefängnisstrafe droht – er wurde zunächst unter Hausarrest gestellt.

Putsch gegen Kreml-Machthaber Putin?

Durch die Säuberungswelle nehmen Spekulationen um einen möglichen Putschversuch gegen Putin Fahrt auf. Laut dem Telegramkanal "VChk-OGPU" könnte Schoigu selbst ins Visier der Behörden geraten – ein Schritt, der eine Eskalation in den Machtkreisen des Kremls bedeuten könnte.

"VChk-OGPU" und die Investigativplattform "rucriminal.info" schließen T-Online zufolge nicht aus,, dass Schoigu-Anhänger einen Umsturz gegen Putin versuchen könnten. Schoigu übe weiterhin erheblichen Einfluss aus und besitze Verbindungen sowohl zu Sicherheitsdiensten als auch zum Verteidigungsministerium.

Die jüngsten Einschränkungen von Mobilfunk-, Internet- und VPN-Diensten in Moskau sorgen für zusätzliche Gerüchte. Laut "rucriminal.info" betrafen diese Netzblockaden bedeutende Standorte wie die Präsidialverwaltung, den Sicherheitsrat und Einheiten des FSB. Diese Maßnahmen könnten auf schwerwiegende interne Spannungen hinweisen, da keine Drohnenangriffe oder externe Bedrohungen bekannt wurden.

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