Regierungsbildung

Theo Müller schlägt CDU Koalition mit AfD in Baden-Württemberg vor

Veröffentlicht:

von Jana Wejkum

:newstime

Müllermilch-Milliardär schlägt CDU-Koalition mit AfD vor

Videoclip • 01:15 Min • Ab 12


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Der Molkereiunternehmer Theo Müller kann nichts Verkehrtes daran finden, die AfD in Baden-Württemberg mitregieren zu lassen. Es ist nicht das erste Mal, dass Müller derartige Äußerungen tätigt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Molkereiunternehmer Theo Müller schlägt vor, die CDU könne in Baden-Württemberg "mit der AfD regieren oder sich von ihr dulden lassen".

  • Die CDU solle seiner Meinung nach ihren eigenen Kandidaten oder ihre eigene Kandidatin für die Wahl zum Ministerpräsidenten oder zur Ministerpräsidentin aufstellen.

  • Müller hat bereits 2024 in Bezug auf die Landtagswahl in Sachsen ähnliche Vorschläge gemacht.

Molkereimilliardär Theo Müller hat Vorschläge dazu, wie nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg die Regierung gebildet werden könnte. "Die CDU muss sich nicht kleinmachen und Juniorpartner von Cem Özdemir werden", sagt der 86-Jährige der Zeitung "Welt". "Sie könnte stattdessen auch mit der AfD regieren oder sich von ihr dulden lassen."

Am AfD-Spitzenkandidaten in Baden-Württemberg, Markus Frohnmaier, fand Müller nichts auszusetzen: "Was der sagt, hat Hand und Fuß. Ich wüsste nicht, was gegen eine CDU-geführte Landesregierung spricht, die mit der AfD von Herrn Frohnmaier zusammen regiert."

Die AfD in Baden-Württemberg wird vom Verfassungsschutz als rechtsextremistischer Verdachtsfall eingestuft. Wie die "Stuttgarter Zeitung" berichtet, taucht Spitzenkandidat Frohnmaier im Gutachten des Verfassungsschutzes mehrmals mit Zitaten auf. Er soll laut der "Welt" gute Beziehungen zur AfD-Vorsitzenden Alice Weidel und zu Donald Trumps "Make America Great Again"-Bewegung pflegen.

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Müller: CDU soll "eigenen Kandidaten ins Rennen schicken"

Die Landtagswahl am 8. März in Baden-Württemberg ist denkbar knapp ausgegangen: Die Grünen gewannen mit 30,2 Prozent vor der CDU mit 29,7 Prozent – damit haben beide im Landtag gleich viele Sitze. Die AfD verdoppelte ihr Ergebnis auf 18,8 Prozent.

Der knappe Sieg und ein viel kritisiertes Video des CDU-Spitzenkandidaten Manuel Hagel, welches von einer Grünen-Politikerin gepostet wurde, sorgten nach der Wahl für Zündstoff. Die CDU warf den Grünen eine "Schmutzkampagne" vor und forderte, die Amtszeit des Ministerpräsidenten aufzuteilen. Dies lehnte Wahlgewinner und Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir ab.

Theo Müller, der selbst Mitglied der CSU ist, sieht die Wahl des Ministerpräsidenten pragmatisch. "Die Wahl ist geheim. Wer dort am Ende wen wählt, weiß niemand." Die CDU solle daher "bei der Wahl des Ministerpräsidenten im Landtag einen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken". Gewinne dieser, "könnte die CDU sagen, dass der Respekt vor dem Parlament irgendwelche Spekulationen verbietet".

Müller: Alice Weidel "ist eine Freundin"

Theo Müller führt die gleichnamige Unternehmensgruppe, zu der die Marken Müllermilch, Weihenstephan und Landliebe gehören. Es ist nicht das erste Mal, dass der Unternehmer derartige Vorschläge macht. Im Bezug auf die Landtagswahl in Sachsen sagte er 2024 der "Neuen Zürcher Zeitung" (NZZ): "Wenn die CDU dann zweitstärkste Kraft wird, könnte sie der AfD anbieten, in einer Koalition mitzuwirken – unter der Voraussetzung, dass die CDU den Ministerpräsidenten stellt."

Ein Treffen Müllers mit der AfD-Parteichefin Weidel in der französischen Urlaubsmetropole Cannes wurde 2023 durch einen Bericht der "Bild"-Zeitung bekannt. In dem Interview mit der NZZ bezeichnete er Weidel als "eine Freundin", mit der er sich gern unterhalte, aber nicht alle Vorstellungen mit ihr teile.

Im gleichen Interview betonte Müller, er sei kein AfD-Mitglied und möchte keins werden. Es gebe seiner Meinung nach "in der AfD Einzelne, die dummes Zeug reden, rechtsextremistische Parolen verbreiten". Solange sie nicht verboten sei, befinde "sie sich in einem legalen Zustand".

Auch in den News:

CDU schließt Zusammenarbeit aus

Die CDU hat deutlich gemacht, dass sie Vorschläge zur AfD-Zusammenarbeit kategorisch ausschließt. So sagte Bundeskanzler Friedrich Merz nach der Landtagswahl: "Wir werden mit dieser Partei nicht zusammenarbeiten." Hagel hat seine Meinung ebenfalls klar geäußert. "Ich schließe es aus, dass ich mit Stimmen der AfD zum Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg gewählt werde."

Nach der Wahl hatte AfD-Spitzenkandidat Frohnmaier eine Koalition mit der CDU angeboten, die abgelehnt wurde. Als einzige realistische Regierungsoption gilt derzeit die Fortführung der schwarz-grünen Koalition. Sie regiert in Baden-Württemberg bereits seit zehn Jahren.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Welt: "'CDU könnte auch mit der AfD regieren oder sich von ihr dulden lassen'"

NZZ: "Milch-Milliardär Theo Müller über Deutschland: 'Der Sozialismus und der Ökologismus haben das Land in Beschlag genommen'"

Stuttgarter Zeitung: "Gutachten des Verfassungsschutzes: 'Gesichert rechtsextrem' – Zitate von AfD-Politikern aus Baden-Württemberg"

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