Ex-SPD-Chef im TV-Talk

"Maischberger": Müntefering wünscht sich "tollen Kerl" wie Schröder als Kanzler

Veröffentlicht:

von Doris Neubauer

:newstime

SPD erlebt historisches Debakel

Videoclip • 01:49 Min • Ab 12


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Um Unterstützung statt Häme bat Ex-SPD-Chef Franz Müntefering bei "Maischberger" für Bundeskanzler Friedrich Merz - und auch der SPD-Co-Parteichef Klingbeil brauche Hilfe. Positiv kam sein ehemaliger Parteigenosse Gerhard Schröder weg.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ex-SPD-Chef Müntefering äußert sich bei "Maischberger" zum schlechten Zustand seiner Partei.

  • Er wünscht sich in der aktuellen politischen Lage einen Kanzler vom Typ Schröder.

  • Für seine Partei stellt Müntefering einen Rettungsplan in Aussicht.

Eine Wahlschlappe jagt die andere, und auch bei den Umfragen sieht es für die SPD schlecht aus. "Muss besser werden", so kurz und bündig fiel der Befund von Ex-SPD-Chef und Vizekanzler Franz Müntefering angesichts des jüngsten Wahldebakels seiner Partei in Baden-Württemberg aus. Eine starke Parteiführung müsse her, betonte er Montagabend (16. März) bei Sandra Maischberger in der gleichnamigen TV-Talkshow. Denn: "Man darf sich nicht verstecken, weil etwas schiefgelaufen ist. Ich glaube, dass wir zu defensiv sind im Augenblick." Dabei müsse man gerade jetzt für Sozialpolitik kämpfen - und "wer könnte das denn, wenn nicht die Sozis?", so Müntefering.

Ob das aber die Sozialdemokraten könnten, die aktuell an der Parteispitze der Partei stehen, ließ er offen. Ausdrücklich dankte er jedoch Co-Parteichef Lars Klingbeil dafür, dass er nach der Niederlage bei der Bundestagswahl 2025 Verantwortung übernommen habe. Deshalb helfe er dem "Jungen" auch, "so weit ich kann und so gut ich kann. Und ich bin sicher, wir können noch mehr rausholen", sagte er.

Ins Schwärmen geriet Müntefering aber erst, als ihn Moderatorin Sandra Maischberger auf seinen ehemaligen Parteigenossen Gerhard Schröder ansprach - vor dessen Verbindungen zu Putin, wohlgemerkt: "Er war schon ein toller Kerl", erinnerte sich Franz Müntefering an die gute Zusammenarbeit. "Ich würde mir wünschen, wir hätten so einen an der Spitze".

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Müntefering über Merz: "Man muss ihm helfen"

Die Führungsqualität von Amtsinhaber Friedrich Merz (CDU) wollte Müntefering hingegen nicht kommentieren. Er habe seine "Rolle recht gut angenommen", erklärte der 86-Jährige und fügte hinzu: "Man muss ihm helfen dabei." Wer genau helfen soll, wollte Sandra Maischberger wissen. Sein Appell richte sich an "die ganze Regierung, die ganzen Parteien, alle, die Demokratie wollen", antwortete Müntefering.

Dass Merz bereit sei, gute demokratische Politik zu machen, davon sei er überzeugt. "Und wir dürfen nicht alle da rumstehen und hämisch lachen und sagen: 'Ach guck mal, das kann er ja gar nicht'."

Müntefering hat Plan für seine SPD

Er selbst hatte einen Rat parat, den er dem Bundeskanzler und der aktuellen Regierung auf den Weg geben wollte: "In Zukunft sollen die Arbeitnehmer stärker als bisher mitentscheiden dürfen, wie lange sie am Arbeitsplatz bleiben können." Zwar müsse man mit dem Renteneintrittsalter eine Grenze setzen, doch sowohl Unternehmer wie Arbeitgeber bräuchten eine größere Flexibilität beim Renteneintritt. "Wenn man das noch hinkriegt, wäre das ein schöner Satz, den man machen könnte", meinte er in Richtung Bundesregierung.

Auch zur Zukunft seiner SPD gab er sich betont optimistisch. In 14 Jahren, zu seinem 100. Geburtstag, werde es die SPD noch geben - "mit besserem Hintergrund als im Augenblick", erklärte er. "Wir kommen aus der Kurve raus." Auf Maischbergers neugieriges "Wie" konterte er geschickt mit: "Wie kann ich hier nicht verraten." Doch er versicherte: "Ich habe einen Plan."

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