Frostige Stimmung
Keine "ausbaldowerte Intrige": Boris Palmer über virales Video von CDU-Kandidat Hagel
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von dpa:newstime
Grüne gewinnen Wahl in Baden-Württemberg
Videoclip • 53 Sek • Ab 12
Nach dem Video-Wirbel um Manuel Hagel wirft die CDU den Grünen weiter eine Schmutzkampagne vor. Der Ex-Grüne Boris Palmer kann die Wut nachvollziehen. Nun sei Vertrauensbildung angesagt, betont er.
Nach der Landtagswahl ist die Wut in der Südwest-CDU immer noch groß – die Christdemokraten werfen den Grünen nach der Veröffentlichung eines Videos über Spitzenkandidat Manuel Hagel eine "Schmutzkampagne" vor.
Tübingens streitbarer Oberbürgermeister Boris Palmer kann das nachvollziehen. "Ich kann mich in die Seele der CDU da gut reinversetzen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
Eine Grünen-Bundestagsabgeordnete aus Karlsruhe hatte vor knapp zwei Wochen ein altes Video aus dem Jahr 2018 gepostet, in dem der damals 29-jährige Hagel von einer Schülerin schwärmt – und von ihren "rehbraunen Augen".
Das Video ging viral, verbunden mit Sexismusvorwürfen. Bei der Landtagswahl liefern sich Grüne und CDU ein knappes Rennen um Platz eins – am Ende mit einem hauchdünnen Vorsprung für die Grünen. Spitzenkandidat Cem Özdemir könnte in die Fußstapfen von Ministerpräsident Kretschmann (Grüne) treten – dann wird er vermutlich eine Regierung mit der CDU bilden.
Palmer: Bei der CDU gibt es solche Abgeordnete nicht
Es sei schon schmerzhaft, einen so sicher geglaubten Sieg auf den letzten Metern zu verlieren, sagte Palmer zum Abschneiden der CDU am Abend. Und wenn man dann noch den Eindruck habe, dass es unfair gewesen sei, könne er verstehen, wenn man auch harte Worte benutze. CDU-Generalsekretär Tobias Vogt hatte etwa kurz vor der Wahl von einer Schmutzkampagne der Grünen gesprochen, die "Menschen vernichte".
Palmer glaubt aber nicht an eine orchestrierte Kampagne bei den Grünen. Für die Union klinge es unglaubwürdig, wenn eine Bundestagsabgeordnete sage, sie habe etwas gepostet und mit niemandem gesprochen. "Das können die sich nicht vorstellen, weil es bei denen solche Abgeordnete nicht gibt", sagte Palmer. "Bei den Grünen gibt es Abgeordnete, die das tatsächlich auf eigene Rechnung machen, auch wenn man es nicht glauben kann, und es natürlich vollkommen absurd ist." Palmer war selbst lange Mitglied der Grünen.
Grüne müssten Vertrauen bilden
Nun komme es für die Grünen darauf an, der CDU zu vermitteln, dass das keine "ausbaldowerte Intrige" gewesen sei, hinter der der grüne Spitzenkandidat Cem Özdemir stecke, sagte Palmer. "Ich hoffe jetzt nur, dass diese Wunden nicht zu tief sind. Dass die Union in den nächsten Tagen zurückfindet", sagte Palmer. Baden-Württemberg brauche eine stabile Regierung – das könnten nur die beiden Parteien machen. "Es ist Vertrauensbildung angesagt – das kann natürlich nur vom Wahlsieger kommen."
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