Lebensmittelpreise runter

Diese Supermarkt-Produkte sind jetzt deutlich günstiger

Veröffentlicht:

von Claudia Scheele

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Videoclip • 01:19 Min • Ab 12


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Viele Preise steigen – doch im Supermarkt gibt es auch Entlastung. Bei sieben Lebensmitteln sind die Kosten laut Statistikamt spürbar gesunken.

Das Wichtigste in Kürze

  • Laut Statistischem Bundesamt sind von Februar 2025 bis Februar 2026 vor allem Reis, Milchprodukte, Olivenöl, Kartoffeln und Butter deutlich günstiger geworden.

  • Bessere Ernten, höhere Milchproduktion und zeitweise Exportlockerungen - etwa in Indien und Südeuropa - sorgen für ein größeres Angebot und drücken die Preise.

  • Am stärksten fiel der Preis bei Butter (–33,9 Prozent) und Kartoffeln (-18,1 Prozent), Fachleute warnen jedoch vor möglichen Preisschwankungen in den kommenden Jahren.

Die militärische Eskalation im Nahen Osten treibt in Deutschland vor allem die Kraftstoffpreise in die Höhe. Autofahrende merken das täglich an der Zapfsäule. Doch während Energie teurer wird, gibt es an anderer Stelle im Haushalt spürbare Entlastung: Einige Lebensmittel sind im vergangenen Jahr deutlich günstiger geworden.

Das Statistische Bundesamt hat die Verbraucherpreise von Februar 2025 bis Februar 2026 ausgewertet. Ergebnis: Bei sieben Produkten stachen die Preisrückgänge besonders heraus – von Reis über Milchprodukte bis hin zu Kartoffeln und Butter.


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Reis profitiert von gelockerten Exporten

Beim Reis und fertigen Reisgerichten sanken die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 5,5 Prozent. Hauptgrund ist nach Angaben der Statistiker:innen die Entscheidung Indiens, seine Exportbeschränkungen zu lockern. Zuvor hatte der weltweit größte Reisexporteur seine Lieferungen stark auf den eigenen Binnenmarkt konzentriert.

Mit der Rückkehr größerer Mengen auf den Weltmarkt entspannte sich die Versorgung, der Druck auf die Preise nahm ab. Das kommt auch deutschen Haushalten zugute, in denen Reis zu den Grundzutaten gehört – etwa als Beilage oder in Fertigprodukten.

Milchprodukte: "Ein gutes Kuhjahr" drückt die Preise

Auch im Milchregal sind die Folgen der Agrarmärkte deutlich zu spüren. Käse wurde im Beobachtungszeitraum um 6 Prozent günstiger. "Das letzte Jahr war ein gutes Kuhjahr", sagt Roderik Wickert vom Milchindustrieverband (MIV). Der Sommer habe weniger extreme Hitzetage gebracht, die Kühe hätten dadurch mehr Milch gegeben.

Der Preisrückgang zieht sich durch weitere Produkte: Quark ist ebenfalls um 6 Prozent billiger, teilentrahmte Trinkmilch sogar um 6,9 Prozent. Wickert nennt als weiteren Faktor, dass in den vergangenen Jahren insgesamt deutlich mehr Milch erzeugt wurde: "Die Bauern haben versucht, noch mehr aus den Kühen herauszukitzeln." Das größere Angebot drückte die Preise. Gleichzeitig warnt der Verband, dass die Milchpreise wegen "sprunghaft gestiegener Preise für Energie" auch wieder anziehen könnten.

Olivenöl, Kartoffeln und Butter im Preisrutsch

Beim beliebten Olivenöl fiel der Preisnachlass zweistellig aus. Im Schnitt ging der Verbraucherpreis um 12,8 Prozent zurück. Allerdings waren die Preise 2024 nach schlechten Ernten in Südeuropa zunächst stark gestiegen. Händler Auleas erklärt, "ein wesentlicher Faktor für die Preissenkung ist die verbesserte Ernte in den wichtigsten Anbauregionen, darunter Spanien, Griechenland und Italien".

Besonders deutlich ist der Effekt bei Kartoffeln. "Die Bauern sind teilweise auf ihren Kartoffeln sitzengeblieben", sagt Olaf Feuerborn, Vorsitzender der Union der Deutschen Kartoffelwirtschaft (UNIKA). Die Ernte 2025 sei so reichhaltig gewesen wie seit 25 Jahren nicht mehr, der Verbraucherpreis fiel um 18,1 Prozent. "Wir hatten das ganze Jahr relativ gleichbleibendes Wetter", so Feuerborn. Zudem hätten viele Landwirt:innen nach den knappen Vorjahren die Anbauflächen erweitert – mit der Folge eines Überangebots. Für die Zukunft erwartet er ein "Preis-Jojo", wenn die Produktion wieder zurückgefahren wird.

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Butter ist Preisverlierer – aber auf hohem Niveau

Den größten Rückgang verzeichnete Butter. Hier sanken die Preise laut Statistischem Bundesamt um 33,9 Prozent. Noch im Oktober 2024 hatten Discounter-Eigenmarken mit 2,39 Euro pro 250-Gramm-Packung ein Allzeithoch erreicht. Ein Grund dafür war die Blauzungenkrankheit, die viele Kühe betroffen hatte und das Angebot verknappte.

Seitdem ist der Verbraucherpreis schrittweise zurückgegangen, im Dezember lagen einfache Marken wieder unter einem Euro pro Packung. In den vergangenen Tagen sind Butterpreise allerdings wieder leicht gestiegen. Expert:innen gehen davon aus, dass die Phase extremer Preisspitzen vorerst vorbei ist – langfristig können Wetter, Tierkrankheiten oder Energiepreise den Markt aber erneut in Bewegung bringen. Klar ist: Wer beim Einkauf genauer hinschaut, findet derzeit einige Produkte im Regal, bei denen die Inflation eine Pause eingelegt hat.


Verwendete Quellen:

RedaktionsNetzwerk Deutschland: "Diese sieben Lebensmittel sind im Supermarkt besonders billig geworden"

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