Künstliche Intelligenz
Studie: KI beeinflusst Menschen oft stärker als gedacht
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von dpa:newstime
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Wie sehr beeinflussen Chatbots unsere Entscheidungen? Eine Studie der Universität Hohenheim zeigt: Viele Laien vertrauen KI bei persönlichen Fragen zu stark, während Fachleute ihre Fähigkeiten oft unterschätzen. Forscher:innen arbeiten deshalb an Systemen, die transparenter und weniger lenkend sein sollen.
Das Wichtigste in Kürze
Laien vertrauen KI bei persönlichen Fragen oft zu stark.
Expert:innen reagieren auf KI-Empfehlungen in der Medizin häufig zu skeptisch.
Forscher:innen testen Chatbots, die mit Rückfragen statt Antworten arbeiten.
Forscher:innen der Stuttgarter Universität Hohenheim haben untersucht, wie Menschen Empfehlungen der Künstlichen Intelligenz bewerten – und sind dabei auf zwei Extreme gestoßen. Denn Menschen neigen nach Angaben des Wirtschaftsethikers Matthias Uhl dazu, KI-Systemen bei persönlichen und moralischen Fragen übermäßig zu vertrauen. Fachleute – etwa in der Medizin – seien bei KI-gestützten Empfehlungen hingegen überaus zögerlich.
Uhl zufolge ist es ein Problem, dass die KI oft unbemerkt beeinflusst: "Dabei unterschätzen sie häufig, wie stark die Antworten die eigene Meinungsbildung beeinflussen können", sagt er über Nutzer:innen, die Chatbots für Lebensfragen nutzen. Auf der anderen Seite warnt er vor übertriebener Skepsis: "Wenn es etwa darum geht, Röntgenbilder, MRTs oder andere medizinische Bilder zu beurteilen, ist die KI inzwischen meist besser als jeder Mensch."
Wissenschaftler testen Chatsbots mit Rückfragen
Als Lösung für beide Probleme setzen Uhl und sein Team auf unterschiedliche Ansätze. Im privaten Bereich erproben sie Chatbots, die nach der sogenannten sokratischen Methode Rückfragen stellen, statt direkte Antworten zu geben – mit dem Ziel, das eigene Wertesystem zu schärfen. In einem Experiment mit Anhänger:innen der US-amerikanischen Republikaner:innen und Demokrat:innen handelten Probanden nach solchen Gesprächen nachweislich fairer.
Für den Einsatz im Fachbereich arbeitet das Team im Projekt "Ethyde" mit dem Bayerischen Forschungsinstitut für Digitale Transformation daran, KI transparenter zu machen – etwa indem sie ihre Diagnosen begründet oder angibt, wie sicher sie sich ist. Bis Ende 2027 sollen erste Prototypen auf Medizinkongressen getestet werden.
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