Ex-Kremlchef Dmitri Medwedew
Russlandreise von AfD-Politikern: Moskau kritisiert Unterdrückung der Opposition
Veröffentlicht:
von dpaEx-Kremlchef Dmitri Medwedew wirft der Bundesregierung die Unterdrückung der Opposition in Deutschland vor.
Bild: Ekaterina Shtukina/Pool Sputnik via AP/dpa
Ex-Kremlchef Dmitri Medwedew hat die Bundesregierung beschuldigt, die AfD "kolossalem Druck" auszusetzen. Der Opposition in Deutschland werde eine Reise nach Russland verwehrt.
Wegen des Wirbels um die geplante Reise mehrerer AfD-Politiker nach Russland hat Ex-Kremlchef Dmitri Medwedew der Bundesregierung die Unterdrückung der Opposition vorgeworfen. "Ich denke, dass die Alternative für Deutschland als politische Kraft - und übrigens sehr gewichtige - jetzt in Deutschland kolossalem Druck ausgesetzt wird", sagte Medwedew der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge. Die derzeitige Regierungskoalition habe sich wegen der Russlandreise der AfD "in die Hosen gemacht".
"Parteigenosse (Friedrich) Merz hat entschieden, wenn sie (die AfD-Abgeordneten) jetzt nach Russland fahren, dann wäre das für seine Koalition sehr schlecht", sagte der als Vizechef des nationalen Sicherheitsrats in Russland immer noch einflussreiche Medwedew. Daher sei der AfD bedeutet worden, dass sie besser nicht fahre - und angesichts ihrer bedrängten Lage sei der Partei "keine andere Wahl geblieben". Für die deutsch-russischen Beziehungen sei dies jedoch schlecht.
Zwei von drei AfD-Politikern reisen nach Sotschi
Auslöser seines Ärgers ist der Wirbel um die geplante Reise der AfD-Bundestagsabgeordneten Steffen Kotré und Rainer Rothfuß in den russischen Schwarzmeerkurort Sotschi zum "Internationalen Symposium im Format Brics–Europa". Nach auch parteiinternem Ärger sagte Rothfuß die Reise ab. Kotré hingegen ist laut Medienberichten zusammen mit den AfD-Politikern Jörg Urban und Hans Neuhoff inzwischen in Russland gelandet.
Medwedew, der als Redner in Sotschi auftritt, gilt als Hardliner im Umfeld von Kremlchef Wladimir Putin. In Russlands Krieg gegen die Ukraine forderte er etwa die Eroberung von Odessa oder der Hauptstadt Kiew, dem Westen drohte er mehrfach mit Atomschlägen - unter anderem auch gegen Berlin.
Mehr entdecken

Krieg im Nahen Osten
Iran-Ticker: Iran droht USA mit der Zerstörung regionaler Energieanlagen

Eine Person tot
US-Bundesstaat Michigan: Auto rast in Synagoge

Rückschlag für Entführungsopfer
20 Jahre nach ihrer Flucht: Natascha Kampusch erleidet Zusammenbruch

US-Präsident verschenkt Lederschuhe
Irrer Modetrend durch Trump: Warum die US-Regierung jetzt diese Schuhe trägt

Iran-Krieg
"Mein Schiff 5": Tui holt die letzten Kreuzfahrtgäste nach Hause

Politik-Talkshow
"Markus Lanz" am Donnerstag: Darum geht's, das sind die Gäste
