Wer sind die Täter?
Während Macron-Besuch in Syrien: Zwei Explosionen erschüttern Damaskus
Veröffentlicht:
von Marie-Finn Bruker:newstime
Explosionen in Damaskus bei Macron-Besuch
Videoclip • 01:27 Min • Ab 12
Der französische Präsident Macron ist zu Besuch in Damaskus, als in der syrischen Hauptstadt zwei Explosionen zu hören sind – eine wohl in unmittelbarer Nähe von Macrons Hotel.
Das Wichtigste in Kürze
In der syrischen Hauptstadt hat es am Dienstag (7. Juli) zwei Explosionen gegeben.
Während der Detonationen befand sich der französische Präsident Macron auf Syrien-Besuch in der Stadt.
18 Menschen sind nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Sana verletzt, die Hintergründe der Tat müssten weiter untersucht werden.
Der französische Präsident Emmanuel Macron war zu Besuch in der syrischen Hauptstadt Damaskus, als dort am Dienstag (7. Juli) eine Explosion zu hören war. Nur Sekunden später folgte eine stärkere Detonation in der Nähe des Hotels, in dem das Staatsoberhaupt aus Paris nach Angaben der Beobachtungsstelle für Menschenrechte untergebracht ist.
Rettungsdienst und Krankenwagen sind laut der Beobachtungsstelle sofort zum Einsatzort geeilt, während Sicherheitskräfte die Umgebung weiträumig absperrten. In der Umgebung sollen Spezialteams Durchsuchungs- und Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet haben.
Auch in den News:
18 Verletzte nach Explosionen
Die Explosionen hätten unter den Bewohner:innen der Stadt Besorgnis ausgelöst. 18 Menschen wurden laut der staatlichen Nachrichtenagentur Sana verletzt, darunter vier Polizeibeamt:innen.
Nach ersten Untersuchungsergebnissen ist einer der Sprengkörper in einem Müllcontainer platziert worden, der zweite in einem am Straßenrand abgestellten Auto.
Die Sicherheitskräfte entdeckten die Sprengsätze nach Angaben des Ministeriums während eines Einsatzes. Umgehend hätte man mit den Vorbereitungen zur Entschärfung begonnen, dabei seien beide Munitionen explodiert.
Geht der Macron-Besuch wie geplant weiter?
Der Explosionsort sei außerhalb des Sicherheitsbereichs der Unterkunft Macrons gelegen und habe keine direkte Gefahr für die Unterkunft oder das laufende Programm dargestellt, heißt es von Seiten des Innenministeriums. Demnach wird der offizielle Besuch des Präsidenten planmäßig fortgesetzt.
Auch der Pariser Élysée-Palast teilt mit, dem Präsidenten gehe es gut. Am Montagabend (6. Juli) war Macron als erster Staatschef eines EU-Mitgliedstaates seit 2010 zu Besuch nach Syrien gereist. Derzeit befinde er sich im syrischen Präsidentenpalast, wo erweiterte Gespräche mit Delegationen beider Länder sowie auch mit dem syrischen Präsidenten Ahmed al-Scharaa laufen.
Nach Auskunft des Innenministeriums müssten die Hintergründe des Vorfalls noch aufgeklärt und die Verantwortlichen identifiziert werden. Die Ermittlungen sollen demzufolge weiter andauern. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hat bereits eine Vermutung.
Wer sind die Täter?
Nach Einschätzung Rami Abdel-Rahmans, Leiter der Beobachtungsstelle, könnten französische Dschihadisten hinter dem Vorfall stecken. Diese sollen über eine Basis im Nordwesten des Landes verfügen und im Konflikt mit Syriens Übergangspräsident al-Scharaa stehen, der sie zum Verlassen des Landes aufgefordert habe, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa).
Das Ziel hinter der dschihadistischen Ideologie sei es nach Angaben des Europäischen Parlaments, einen islamischen Staat zu schaffen. Auch andere Syrien-Beobachter:innen sehen einen Zusammenhang zwischen den Explosionen und der wachsenden Konfrontation zwischen der Übergangsregierung von al-Scharaa und ausländischen Dschihadisten.
Konkret wird die französischsprachige Dschihadistengruppe Firkat al-Ghuraba hinter der Tat vermutet. Berichten zufolge ist diese nach einem versuchten Zugriff syrischer Sicherheitskräfte auf ihren Anführer wegen mutmaßlicher Straftaten mit den Behörden aneinandergeraten.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
Europäisches Parlament: "Dschihadistischer Terrorismus in der EU: die Lage seit 2015"
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