KI-Betrug im Netz
KI-Fake mit Lanz: Frau verliert mehr als eine Million Euro
Veröffentlicht:
von Michael Reimers:newstime
KI: Wie man Deepfakes enttarnt
Videoclip • 01:44 Min • Ab 12
Ein gefälschtes Video im Stil von "Markus Lanz" führte eine Frau aus Sachsen zu dubiosen Brokern. Über Monate überwies sie immer höhere Summen und verlor am Ende mehr als eine Million Euro.
Das Wichtigste in Kürze
Eine Frau aus Mittelsachsen verlor laut MDR und Bild mehr als eine Million Euro, nachdem sie auf ein KI-gefälschtes Video im Stil von "Markus Lanz" hereingefallen war.
Die Täter:innen hielten über Monate Kontakt per Telefon und Messenger und brachten das Opfer so zu immer höheren Überweisungen auf verschiedene Konten.
Polizei und Verbraucherschützer:innen warnen vor Deepfakes, dubiosen Investmentseiten und scheinbar seriösen Promi- oder TV-Bezügen bei Geldanlagen.
Eine Frau aus Lichtenberg in Mittelsachsen ist auf ein mutmaßliches Deepfake-Video hereingefallen und hat dabei mehr als eine Million Euro verloren. Wie "MDR" und "Bild" unter Berufung auf die Polizei berichten, wirkte das Video wie ein Ausschnitt aus der ZDF-Talkshow "Markus Lanz". Darin sprach eine angebliche Finanzexpertin über eine besonders lukrative Geldanlage.
Die Frau rief demnach die eingeblendete Internetseite "Investhub 3.0" auf und meldete sich dort an. Kurz darauf wurde sie laut Polizei erst von einer Frau und dann von einem angeblichen Broker kontaktiert. Dieser überzeugte sie von Investments in Gold- und Ölressourcen sowie Kryptowährungen. Zunächst überwies sie nur einen kleineren Betrag, später dann immer höhere Summen.
Betrüger hielten Kontakt über Monate
Nach Angaben der Ermittler:innen gelang es den Täter:innen, die Frau durch regelmäßige Telefonate und Nachrichten über Monate an sich zu binden. So überwies sie Beträge von knapp 10.000 Euro bis hin zu mehr als 460.000 Euro auf verschiedene Konten.
Erst als die Anrufe des angeblichen Brokers plötzlich ausblieben, wurde die Frau misstrauisch. Am vergangenen Samstag erstattete sie bei der Kriminalpolizei in Chemnitz Anzeige. Polizeisprecher Andrzej Rydzik sagte laut "Bild": "Die Ermittlungen stehen noch ganz am Anfang. Die angegebene Homepage wird geprüft." Nun soll geklärt werden, wer hinter der Seite steckt und ob es weitere Opfer gibt.
Auch in den News:
Deepfakes werden immer gefährlicher
Der Fall zeigt, wie glaubwürdig KI-gestützte Betrugsmaschen inzwischen wirken können. Kriminelle missbrauchen immer häufiger bekannte Gesichter, TV-Formate und vermeintlich seriöse Umfelder, um Menschen zu riskanten oder komplett erfundenen Geldanlagen zu verleiten. Gerade ein Talkshow-Rahmen wie bei "Markus Lanz" kann Vertrauen schaffen, obwohl das gezeigte Material vollständig manipuliert ist.
Wie "Bild" unter Verweis auf die Verbraucherzentrale berichtet, lassen sich Deepfakes inzwischen oft nur schwer erkennen. Warnzeichen können unnatürliche Mimik, unpassende Lippenbewegungen, eine ungewöhnliche Stimme oder fehlende Verweise auf seriöse Medienquellen sein. Auch dubiose Internetseiten ohne Impressum, mit ausländischen Domains oder vielen Rechtschreibfehlern gelten als Alarmzeichen.
Verwendete Quellen:
Bild: "Frau verliert eine Million Euro wegen KI-Video von Lanz"
MDR: "Eine Million Euro verloren: Frau fällt auf KI-Betrugsvideo herein"
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