Wirtschaftsforum in St. Petersburg
Putin meidet das Thema Ukraine-Krieg - aber will Rüstungsindustrie ausbauen
Aktualisiert:
von dpaDer russische Präsident Putin gingin St. Petersburg nicht auf den Ukraine-Krieg ein.
Bild: Dmitri Lovetsky/AP/dpa
Zum russischen Angriffskrieg in der Ukraine hatte Wladimir Putin auf dem Internationalen Wirtschaftforum in St. Petersburg überraschend nichts zu sagen, doch die Rüstungsindustrie soll ausgebaut werden. Die wirtschaftliche Lage sieht er positiver als sein Wirtschaftsminister.
Vor dem Hintergrund seines Kriegs gegen die Ukraine will der russische Präsident Wladimir Putin die Rüstungsindustrie als Standbein der einheimischen Wirtschaft weiter ausbauen. Bei der Weiterentwicklung sollten auch die Erfahrungen der Waffen im Kampfeinsatz berücksichtigt werden, forderte der Kremlchef beim Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg. Ansonsten spielte der von ihm befohlene Krieg gegen die Ukraine - anders als weithin erwartet - in seiner knapp einstündigen Rede keine Rolle.
Russland müsse von einer Unterteilung zwischen zivilen und reinen Rüstungsfirmen abkommen, sagte Putin zudem. "Wir müssen ständig technologische und organisatorische Innovationen im zivilen Bereich analysieren und sie schnell in die Sphäre der Verteidigung und Sicherheit einführen", sagte er bei einer Plenarsitzung des Forums.
Zusammen mit befreundeten Staaten werde Russland künftig auch Rüstungsprojekte entwickeln, gemeinsam Waffen produzieren und die entsprechenden Kader ausbilden, kündigte Putin an.
Putin positiver gestimmt als sein Wirtschaftsminister
Insgesamt zog der Kremlchef ein positives Fazit der Wirtschaftsentwicklung. So sei das Bruttoinlandsprodukt in den vergangenen zwei Jahren jeweils mehr als vier Prozent gewachsen und dies nicht nur wegen der Rüstungsproduktion, betonte Putin. Die Inflation sei zuletzt gefallen - auf 9,6 Prozent.
Angesichts der jüngsten Warnungen etwa von Wirtschaftsminister Maxim Reschetnikow vor einer möglichen Rezession, forderte Putin: "Stagnation oder sogar Rezession darf auf keinen Fall zugelassen werden."
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