"Putins Bluthund"
Kollaps in Moskau: Berichte über medizinischen Notfall bei Kadyrow
Veröffentlicht:
von Max StrumbergerEin angeblicher Notfalltransport in eine Klinik der russischen Präsidialverwaltung heizt die Spekulationen um Ramsan Kadyrow an.
Bild: Reuters/Sputnik/Vyacheslav Prokofyev
Die Gerüchte um Ramsan Kadyrows Gesundheitszustand erhalten neue Brisanz: Berichten zufolge erlitt der tschetschenische Machthaber in Moskau einen akuten medizinischen Notfall.
Das Wichtigste in Kürze
Seit Jahren wird über Ramsan Kadyrows Gesundheit spekuliert, doch nun überschlagen sich die Meldungen.
In Moskau soll der tschetschenische Machthaber kurz vor dem Staatsrat kollabiert sein.
Ärzte kämpften demnach in einer Kreml-Klinik um sein Leben.
Seit Jahren kursieren Gerüchte über den Gesundheitszustand von Ramsan Kadyrow, doch nun verdichten sich die Hinweise auf eine ernste Krise: Laut einem Bericht der exilrussischen Nachrichtenseite "Novaya Gazeta Europe" soll der tschetschenische Machthaber während eines Besuchs in Moskau zu Weihnachten einen medizinischen Notfall erlitten haben. Demnach sei Kadyrow mit einem Krankenwagen in das Klinikum der russischen Präsidialverwaltung eingeliefert worden – ausgerechnet am Vorabend der jährlichen Sitzung des Staatsrats unter Vorsitz von Wladimir Putin am 25. Dezember. Eine Insiderquelle aus seinem unmittelbaren Umfeld wird mit den Worten zitiert: "Man konnte ihn in Moskau nur mit Mühe wiederbeleben."
Im Mittelpunkt der aktuellen Spekulationen steht der mutmaßliche dramatische Eingriff der Ärzte in der Kreml-Klinik. Die Mediziner sollen dem Bericht zufolge um das Leben des 49-Jährigen gekämpft haben, nachdem sein Zustand sich akut verschlechtert habe. Die "Novaya Gazeta Europe" beschreibt eine Situation, in der das medizinische Personal unter hohem Zeitdruck gehandelt haben soll, um einen Zusammenbruch lebenswichtiger Organe zu verhindern. Nach der Notfallbehandlung sei Kadyrow in seine Heimat zurückgeflogen – jedoch zunächst vollständig von der öffentlichen Bildfläche verschwunden.
Kadyrow offenbar unheilbar krank
Im Raum steht der Verdacht, dass Kadyrow an einer schweren Erkrankung der Bauchspeicheldrüse leidet. Medienberichte sprechen seit Längerem von einer unheilbaren Pankreasnekrose, bei der Bauchspeicheldrüsengewebe abstirbt und es in der Folge zum Multiorganversagen kommen kann. Eine solche Diagnose würde erklären, warum wiederholt Notfallmaßnahmen nötig werden könnten und weshalb Kadyrow angeblich auf regelmäßige Behandlungen in der Kreml-Klinik angewiesen ist. Offiziell bestreitet er all das: Hinweise auf eine schwerwiegende Erkrankung oder einen schlechten Gesundheitszustand hat Kadyrow bislang stets als unbegründet zurückgewiesen.
Kadyrow Junior erhält Beförderung
Vor diesem Hintergrund erhält eine aktuelle Personalentscheidung besondere Brisanz: Am Montag erklärte Kadyrow via Telegram, er habe seinen Sohn Achmat Kadyrow zum amtierenden stellvertretenden Ministerpräsidenten Tschetscheniens ernannt. "Liebe Freunde, wir haben das Jahr 2026 mit einigen kleinen personellen Veränderungen in der Struktur der Regierung der tschetschenischen Republik begonnen", schrieb er. Kadyrow Junior, bislang Minister für Körperkultur und Sport, soll dieses Amt behalten und zugleich als Vize-Regierungschef agieren.
Sein Vater lobte die "umfangreiche Managementerfahrung" des 20-Jährigen, der "sich bereits als verantwortungsbewusste und effektive Führungskraft bewährt" habe. Inmitten von Berichten über eine dramatische medizinische Notfall-Operation in Moskau wirkt diese Personalrochade für viele Beobachter wie ein Signal: Der seit fast zwei Jahrzehnten herrschende, als "Putins Bluthund" bekannte Kadyrow könnte damit bereits die Weichen für die Zeit nach ihm stellen – während offiziell weiter geschwiegen wird, wie es um seine Gesundheit tatsächlich bestellt ist.
:newstime verpasst? Hier aktuelle Folge ansehen
Mehr entdecken

Er warnt vor China u. Russland
"Auf die einfache oder harte Art": Trump besteht auf Grönland

Nach BSW-Streit
Brandenburg nach Koalitionsende: BSW stimmt mit AfD

Vor türkischer Küste
Schwarzes Meer: Tanker der russischen Schattenflotte mit Drohne getroffen

Turbulenter Winter
Wetter-Ticker: Bahn will Fernverkehr am Samstag wieder aufnehmen +++ Zweites Bundesliga-Spiel abgesagt

Urteil in Braunschweig
Schlafende Ehefrau angezündet: Lebenslange Haft wegen Mordes

Ukraine-Krieg
"Soll Angst machen": Bundesregierung verurteilt Russlands Oreschnik-Angriff


