Als Druckmittel gegen Putin
Wie Maduro: Selenskyj schlägt USA Gefangennahme von Kadyrow vor
Veröffentlicht:
von Michael ReimersDer russische Präsident Wladimir Putin und der Präsident der Republik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow
Bild: Reuters/Sputnik/Vyacheslav Prokofyev
Die USA könnten mit der Gefangennahme des Tschetschenenführers Kadyrow den Druck auf Kreml-Chef Putin erhöhen, den Krieg in der Ukraine zu beenden. Diesen Vorschlag unterbreitete der ukrainische Präsident Selenskyi.
Das Wichtigste in Kürze
Der ukrainische Präsident Selenskyj hat angeregt, dass die USA auch Tschetschenenführer Kadyrow gefangen nehmen könnten.
Damit könne die Regierung von Donald Trump bei den Friedensverhandlungen mit Russland zusätzlichen Druck auf den Kreml ausüben.
Kadyrow gilt im Ukraine-Krieg als "Putins Bluthund".
Die internationale Aufmerksamkeit, die die Festnahme von Venezuelas Präsidenten Nicolas Maduro durch die USA erregt hat, könnte nach Ansicht des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Falle des Ukraine-Kriegs helfen. Das meldet unter anderem die "Frankfurter Rundschau". Demnach sagte Selenskyj am Mittwoch (7. Januar) zu Reporter:innen: "(Die Amerikaner) müssen Druck auf Russland ausüben. Sie haben die Mittel dazu; sie wissen, wie es geht. Und wenn sie es wirklich wollen, finden sie einen Weg." Im nächsten Satz nahm der ukrainische Präsident Bezug auf die Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten am 3. Januar. Mit einer vergleichbaren Aktion könnten die USA in den zähen Friedensverhandlungen im Ukraine-Krieg den russischen Präsidenten Wladimir Putin eventuell eher zu einem Einlenken bewegen.
"Hier ist ein Beispiel mit Maduro, nicht wahr? Sie haben eine Operation durchgeführt … Jeder sieht das Ergebnis – die ganze Welt. Sie haben es schnell erledigt. Sollen sie doch mal so eine Operation mit diesem – wie heißt er doch gleich – Kadyrow durchführen. Mit diesem Mörder. Vielleicht sieht Putin das dann und überlegt es sich zweimal", sagte Selenskyj dem Bericht zufolge im Scherz.
Berühmt-berüchtigt: "Putins Bluthund" Kadyrow
Tschetschenenführer Ramsan Kadyrow gilt als skrupelloser Machthaber und im Ukraine-Krieg als "Putins Bluthund. Sich selbst bezeichnet der kremltreue Präsident der russischen Teilrepublik als "Putins Fußsoldat" bezeichnet. Er, regiert die Tschetschenische Republik seit 2007. Wie es weiter heißt, hat sich unter Kadyrows Führung Tschetschenien zu einem der gefährlichsten Teile der Welt entwickelt und ist berüchtigt für Verschwindenlassen, Folter und außergerichtliche Hinrichtungen.
Wegen Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien haben sowohl die USA als auch andere westliche Verbündete bereits Sanktionen gegen Kadyrow und seine Familie verhängt. Die von den USA geführten Friedensgespräche gehen aktuell trotz der zunehmenden Spannungen zwischen Russland und den USA weiter. Washingtons Militäroperation in Venezuela gegen Maduro als Verbündetem Moskaus haben die Weigerung Russlands verschärft, die Kampfhandlungen in der Ukraine einzustellen.
Selenskyj hält baldiges Kriegsende in der Ukraine für möglich
Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro und seine Frau waren am 3. Januar festgenommen und in die USA gebracht worden, wo sie wegen Verschwörung zum Drogenhandel und Terrorismus sowie weiterer Delikte angeklagt wurden. Ziel des US-Angriffs war es, einen Regimewechsel herbeizuführen und die Kontrolle über die Ölreserven des Landes zu erlangen.
Dennoch zeigte sich Selenskyj optimistisch, dass Russlands Krieg gegen die Ukraine in der ersten Hälfte des Jahres 2026 beendet werden könnte. Die Friedensverhandlungen "gemeinsam mit unseren europäischen Partnern und natürlich den Vereinigten Staaten" hätten "einen neuen Meilenstein erreicht haben", sagte Selenskyj ebenfalls am Mittwoch.
Auch Russland redet über Entführung – von Bundeskanzler Merz
Der frühere Kremlchef Dmitri Medwedew hatte nach der Festnahme Maduros in einem Gespräch mit der russischen Staatsagentur Tass gesagt, dass er sich analog zu dem gewaltsamen Vorgehen der USA in Venezuela ähnliche Entführungsaktionen gegen andere Staats- oder Regierungschef:innen vorstellen könne, auch gegen Merz.
"Die Entführung des Neonazis Merz könnte eine hervorragende Wendung in dieser Karnevalsserie sein", sagte der aktuelle Vizevorsitzende des nationalen Sicherheitsrats in Moskau. "Es gibt sogar Gründe, ihn in Deutschland zu verfolgen, daher wäre es kein Verlust, zumal die Bürger umsonst leiden."
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
Nachrichtenagentur Reuters
Frankfurter Rundschau: "Nach Maduro-Festnahme: Selenskyj will Operation gegen Kadyrow"
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