US-Präsident droht
Kurz vor Besuch von NATO-Chef Mark Rutte: Trump mit heftigen Vorwürfen gegen europäische Verbündete
Veröffentlicht:
von Marie-Finn Bruker:newstime
Trump kritisiert europäische NATO-Partner
Videoclip • 01:00 Min • Ab 12
Erneut wirft Trump den europäischen Verbündeten mangelnde Unterstützung vor. Kurz vor dem Besuch des NATO-Generalsekretärs Mark Rutte erhöht der US-Präsident den Druck – mit einer Drohung.
Der NATO-Generalsekretär Mark Rutte wird von Dienstag (23. Juni) bis zum Donnerstag (25. Juni) in Washington erwartet. Auch ein Treffen mit US-Präsident Donald Trump steht auf dem Terminkalender – und der kritisiert die europäischen Partner:innen des Verteidigungsbündnisses kurz vor dem Besuch noch einmal heftig.
Auch in den News:
Jahrelang hätten die USA enorme Summen für den Schutz Europas ausgegeben. Als man selbst um Hilfe gebeten habe im Krieg gegen den Iran, seien die Europäer:innen nicht für die Vereinigten Staaten dagewesen.
"Wir haben sie gebeten zu kommen, und sie waren nicht für uns da", bemängelt der Präsident und zielte dabei auf Großbritannien, Deutschland und Italien. Bereits zuvor hatten US-Regierungsvertreter:innen den NATO-Verbündeten mehrfach mangelnde Unterstützung vorgeworfen.
Pistorius: "Es ist nicht unser Krieg"
Tatsächlich hatten Deutschland und weitere wichtige NATO-Verbündete die Forderungen von Trump, Kriegsschiffe zum Schutz von Öltankern in die Straße von Hormus zu schicken, abgelehnt. "Es ist nicht unser Krieg, wir haben ihn nicht begonnen", so der Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD). Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte sich klar geäußert: "Deutschland ist nicht Teil dieses Krieges, und wir wollen es auch nicht werden."
Und das mit gutem Recht: Die EU-Beistandsklausel der NATO (Artikel 5) greift in diesem Fall nicht. Der Nahe Osten zählt weder zum Bündnisgebiet, noch begann der Krieg mit einem bewaffneten Angriff auf die USA. Mehrere europäische NATO-Staaten wie Spanien und Frankreich bezeichneten den Krieg sogar öffentlich als völkerrechtswidrig.
Der US-Präsident reagierte beleidigt auf die Zurückweisung und bezeichnete die Verbündeten im März als "Feiglinge". Nun droht Trump auch mit künftig ausbleibenden amerikanischen Sicherheitszusagen für Europa: Die USA gäben Hunderte Millionen Dollar aus, um europäische Staaten vor Russland zu schützen. Wenn die Alliierten den Vereinigten Staaten bei vergleichsweise kleinen Angelegenheiten nicht helfen wollten, könne Washington künftig ebenfalls Nein sagen.
Am 28. Februar 2026 begannen die USA und Israel gemeinsame Angriffe auf den Iran. Derzeit (Stand 23. Juni) gilt seit April eine Waffenruhe zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran – dennoch kam es weiterhin zu militärischen Zwischenfällen. Die Verhandlungen über ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Konflikts laufen.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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