FIFA-Boss droht das Aus

Bericht: Infantino "bettelt" Trump um Hilfe an

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von Benedikt Rammer

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FIFA-Krise: Erste Verbände wenden sich von Infantino ab

Videoclip • 01:33 Min • Ab 12


Gianni Infantino gerät vor der nächsten FIFA-Wahl immer stärker in Bedrängnis. Nach dem gestoppten Teilverkauf von WM-Rechten sucht er nun laut eines US-Berichts im Weißen Haus um Hilfe.

Das Wichtigste in Kürze

  • Gianni Infantino gerät nach dem gescheiterten Teilverkauf von WM-Rechten zunehmend unter Druck.

  • Laut "Sky News" haben England, Wales und Serbien ihre Unterstützung für seine Wiederwahl zurückgezogen.

  • Laut eines US-Medienberichts hat Infantino nun vergeblich Donald Trump um Hilfe gebeten.

Gianni Infantino steht bei der Fifa vor schwierigen Wochen. Der Präsident des Fußball-Weltverbands sieht sich nach dem Rückzug umstrittener Verkaufspläne wachsender Kritik ausgesetzt. Hintergrund ist der gescheiterte Versuch, einen Teil der kommerziellen Rechte rund um die Weltmeisterschaft an eine Investor:innen-Gruppe zu verkaufen. Über die Gruppe wurde berichtet, dass auch Joshua Kushner beteiligt sein soll, der Bruder von Donald Trumps Schwiegersohn.

Nach Angaben von "Sky News" haben der englische und der walisische Fußballverband Infantino inzwischen die Unterstützung für seine angestrebte Wiederwahl entzogen. Auch Serbien soll diesen Schritt gegangen sein. Damit wächst der politische Druck auf den 56-Jährigen deutlich, obwohl die nächste Wahl erst im März 2027 beim 77. Fifa-Kongress in Rabat in Marokko stattfinden soll.

Will Trump nicht mit Infantino telefonieren?

Zusätzliche Aufmerksamkeit bekam der Fall durch einen Bericht der "New York Post". Die Zeitung schrieb, Infantino habe im Weißen Haus um Unterstützung für den Erhalt seines Amtes "gebettelt". Demnach sei für Montag ein privates Gespräch mit US-Außenminister Marco Rubio geplant gewesen.

Die "New York Post" berief sich dabei auf zwei anonyme Quellen. Eine davon sagte laut Bericht: "Er wollte mit dem Außenminister telefonieren und darüber sprechen, wie Fußball als eine Form der Soft Power für Amerika dienen kann." Zugleich fügte die Quelle hinzu: "Aber wir alle wissen, dass es um den Erhalt seines Amtes geht. Um nichts anderes geht es derzeit." Eine zweite Quelle erklärte laut Zeitung, Infantino habe sich durch die vielen negativen Medienberichte "isoliert" gefühlt und suche nach "namhaften Verbündeten, die ihn öffentlich unterstützen".

Doch kurz darauf folgte ein klares Dementi aus Washington. Dylan Johnson, stellvertretender Staatssekretär für globale Öffentlichkeitsarbeit, schrieb auf X: "Es gibt keine Pläne von Außenminister Rubio mit Infantino zu sprechen und es gibt diesen Morgen kein Telefonat. Die 'New York Post’ soll ihre Quellen checken oder sie hätten uns direkt fragen sollen.“ Damit steht Aussage gegen Aussage. Die US-Zeitung berichtet auch, dass Infantino seit dem Scheitern seines Vorhabens mehrmals vergeblich versucht haben soll, Donald Trump persönlich telefonisch zu erreichen.

Auch in den News:

Widerstand gegen Infantino wächst

Auslöser der aktuellen Krise ist vor allem der Rückzug der Fifa von dem geplanten Teilverkauf ihrer kommerziellen Rechte. Mit dem Modell sollte offenbar eine Milliardensumme eingenommen werden. Das Vorhaben hatte jedoch international heftige Kritik ausgelöst. Auch die Uefa stellte sich laut den vorliegenden Angaben gegen die Pläne und kritisierte Infantino scharf.

Der Schweizer zog das Projekt daraufhin zurück. Seitdem wird intensiver über seine Zukunft an der Spitze des Weltverbands diskutiert. Infantino ist seit 2016 Fifa-Präsident und könnte sich den Statuten zufolge 2027 ein letztes Mal für vier Jahre wählen lassen.

Ob die jüngsten Berichte seine Position weiter schwächen, ist noch offen. Klar ist aber: Der Widerstand in Teilen des internationalen Fußballs wächst. Und je näher die Wahl rückt, desto genauer dürfte beobachtet werden, wie viel Rückhalt Infantino im Weltverband tatsächlich noch hat.


Verwendete Quellen:

New York Post: "Under-fire FIFA boss Gianni Infantino begs Trump White House to save his job, set for talks with Marco Rubio: sources"

Nachrichtenagentur dpa

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