Fußball

Nach weltweitem Widerstand: FIFA zieht Investorenprojekt zurück

Veröffentlicht:

von Fabia Söllner

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Infantino verteidigt FIFA-Investoren-Plan

Videoclip • 01:27 Min • Ab 12


Die Pläne der FIFA, Investoren einzubinden, sorgen im internationalen Fußball für starke Kritik und heftigen Widerstand. Jetzt hat der Weltverband eine Entscheidung dazu bekannt gegeben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die FIFA hat ihre Investorenpläne nach Kritik aus den eigenen Reihen und von internationalen Verbänden aufgegeben.

  • Vor allem die UEFA stellte sich entschieden gegen das Vorhaben.

  • Trotz der Kehrtwende steht FIFA-Präsident Gianni Infantino wegen der Affäre weiterhin unter erheblichem Druck.

Die FIFA hat ihre umstrittenen Investorenpläne überraschend aufgegeben. FIFA-Präsident Gianni Infantino erklärte, dass das Vorhaben nicht weiterverfolgt werde, da es innerhalb des Weltfußballs zu erheblichen Meinungsverschiedenheiten geführt habe. Ziel des Projekts war es, durch den Verkauf eines Teils der kommerziellen Rechte – unter anderem an der Fußball-Weltmeisterschaft – Milliarden einzunehmen und damit die Mitgliedsverbände finanziell zu stärken.

Für die Umsetzung sollte die Tochtergesellschaft FIFA Forward Enterprise (FFE) gegründet werden. Berichten zufolge war bereits eine Frist für die Zustimmung der Verbände gesetzt worden, verbunden mit einer Sonderzahlung. Mit dem Rückzug des Projekts sind diese Pläne nun hinfällig. Infantino kündigte an, den Dialog mit den Mitgliedsverbänden fortzusetzen und den Fußball weltweit gemeinsam weiterzuentwickeln.

UEFA: WM-Boykott angedroht

Die Entscheidung der FIFA gilt als Reaktion auf den wachsenden Widerstand gegen das Vorhaben. Vor allem die UEFA hatte die Investorenpläne scharf kritisiert und sogar mit einem Boykott von FIFA-Wettbewerben gedroht. Sie betonte, dass Europas Nationalverbände an keinen Turnieren teilnehmen würden, solange die Pläne bestehen, und lehnte den Verkauf der kommerziellen Rechte grundsätzlich ab.

Auch die Kontinentalverbände aus Asien sowie Nord- und Mittelamerika positionierten sich gegen das Projekt. Lediglich der südamerikanische Verband Conmebol verzichtete zunächst auf eine klare Stellungnahme und wollte die Pläne zunächst weiter prüfen.

Infantino-Berater tritt zurück

Auch innerhalb der FIFA schwand zuletzt die Unterstützung für Präsident Gianni Infantino. Betriebsdirektor Kevin Lamour warf ihm vor, die eigenen Mitarbeiter übergangen zu haben. Zudem trat sein Berater Carlos Cordeiro aus Protest gegen die Investorenpläne zurück. Der frühere Präsident des US-Fußballverbands bezeichnete das Vorhaben als schlechtes Geschäft für die Mitgliedsverbände, den Fußball und dessen langfristige Zukunft. Mit dem Rückzug der FIFA werden die umstrittenen Pläne nun endgültig nicht umgesetzt.

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Burnham: Infantino soll abgelöst werden

Trotz des Rückzugs der Investorenpläne bleibt Gianni Infantino als FIFA-Präsident unter Druck. Der britische Premierminister Andy Burnham forderte nach Bekanntwerden der Pläne sogar seine Ablösung und bezeichnete den Schweizer als ungeeignet für die Führung des Weltverbandes. Auch UEFA-Vizepräsidentin Laura McAllister sprach von einem Weckruf für die FIFA und forderte, die Interessen von Spielern, Fans, Vereinen und Verbänden künftig stärker zu berücksichtigen.

Zusätzlich steht Infantino wegen einer weiteren Kontroverse in der Kritik. Während der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko sorgte die Aufhebung einer Sperre des US-Nationalspielers Folarin Balogun für Diskussionen. Die Entscheidung ermöglichte dessen Einsatz im Achtelfinale und wurde von vielen als ungewöhnlich bewertet. Die FIFA betonte jedoch, dass die formell unabhängige Disziplinarkommission den Beschluss getroffen habe.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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