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Ronzheimer bei Lanz: Friedrich Merz war der Initiator des Ministerpräsidenten-Briefs

Aktualisiert:

von teleschau - Natascha Wittmann

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Fast jeder Zweite erwartet Kanzlerwechsel

Videoclip • 01:10 Min • Ab 12


Der Solidaritätsbrief von acht CDU-Ministerpräsidenten sollte eigentlich Geschlossenheit demonstrieren, doch bei "Markus Lanz" behauptete Paul Ronzheimer, Friedrich Merz habe das Schreiben selbst angestoßen. In dem Zusammenhang warnte der Journalist vor der tiefen Zerrissenheit innerhalb der Union.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Solidarität der CDU-Ministerpräsidenten sollte Friedrich Merz stärken.

  • Doch bei "Markus Lanz" wurde deutlich, wie tief die Zweifel reichen.

  • Die Gäste diagnostizierten einen dramatischen Ansehensverlust und eine zunehmend zerstrittene Union.

Kurz vor den Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern steigt die Nervosität in der Union. Zwar stellten sich zuletzt acht CDU-Ministerpräsidenten demonstrativ hinter Kanzler Friedrich Merz, doch die Debatte darüber, wie fest er wirklich noch im Sattel sitzt, läuft weiter.

Bei "Markus Lanz" (ZDF) wurde deshalb genau hingeschaut: Ist die Krise nur schlechte Stimmung, oder wackelt die CDU-Führung ernsthaft? Paul Ronzheimer machte gleich zu Beginn klar, wie dramatisch er die Lage einschätzt: "Die Situation für Friedrich Merz ist so schwer, wie es (…) noch nie ein Kanzler hatte in der deutschen Geschichte." Der Journalist legte nach: "Er hat Werte, die katastrophal sind (…) und das strahlt eben ab in seine eigene Partei."

Anna Lehmann machte daraufhin deutlich, dass für sie die Person Merz nicht das alleinige Problem sei. Vielmehr seien auch die Inhalte der schwarz-roten Koalition ein Bremsklotz für viele: "Diese Reformen kommen (...) nicht gut an." Außerdem fehle aus Lehmanns Sicht Orientierung, weil "kein klarer Plan erkennbar" sei. Genau dies könnte Merz weiter schwächen. Er müsse "jetzt irgendwie versuchen, diese ungeliebten Reformen durchzuziehen (...) und das wird seine Popularität auf keinen Fall erhöhen". Lehmann ging sogar so weit, eine Prognose abzugeben: Merz werde 2029 vermutlich nicht mehr als CDU-Kanzlerkandidat antreten.


Daniel Friedrich Sturm bezeichnet Ministerpräsidenten-Brief als "Atempause für Herrn Merz"

Ähnlich deutlich wurde Journalist Daniel Friedrich Sturm. Sein Urteil? "Es ist einfach ein enormer Autoritäts- und Ansehensverfall von Friedrich Merz erkennbar." Auch die Solidaritätsbekundung der CDU-Ministerpräsidenten wertete er nicht als Befreiung, sondern eher als kurze "Atempause für Herrn Merz".

"Die ganzen Vorbehalte und Diskussionen, die es innerhalb seiner eigenen Partei gibt", seien damit jedoch nicht vom Tisch. Sturm wetterte weiter: "Die Ansehensverluste sind so groß, die Stimmung gegenüber Friedrich Merz in der Bevölkerung ist so schlecht - ich halte das für nicht mehr reparabel." Entsprechend harsch war seine These am Donnerstagabend: Es könnte "ein Befreiungsschlag sein", wenn Merz frühzeitig ankündigt, 2029 nicht erneut antreten zu wollen.

Trotz der ernsten Diagnose gab es im Studio auch einen Moment, der die Runde kurz lachen ließ. Sturm schmunzelte: "Wir sind ja sowieso in ganz bemerkenswerten Zeiten. Im Grunde gibt es ja niemanden - mal von Markus Söder abgesehen -, der Bundeskanzler werden will. Das hatten wir in fast 80 Jahren Bundesrepublik Deutschland noch nie!" Lanz reagierte amüsiert: "Das ist ein wirklich guter Punkt." Danach ging es wieder um die CDU und ihre inneren Probleme. Ronzheimer offenbarte dabei, dass Friedrich Merz selbst die Initiative für den Ministerpräsidenten-Brief gestartet habe und die Partei zunehmend "zerrissen" sei.

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Anna Lehmann: "Ja, es gibt Antisemitismus in der Linken"

Daniel Friedrich Sturm kritisierte derweil vor allem die Außenwirkung und die "schlechte Kommunikationslinie" der Union. Er prognostizierte: "Diese kommunikative Disziplinlosigkeit, die wird sich nicht ändern." Anna Lehmann ordnete das Ganze schließlich ein und verwies auf den Druck von rechts: "Das zeigt doch auch, wie die Parteien der Mitte von den Rechtspopulisten (...) unter Druck gesetzt werden."

Zum Ende der Sendung richtete Lanz den Blick nach Berlin und fragte: "Was für neue Koalitionen werden wir da in Zukunft sehen?" Daniel Friedrich Sturm verwies dabei auf die Linkspartei und sagte, sie habe ein großes Problem, "was das Thema Antisemitismus angeht". Lehmann stimmte teilweise zu, warnte aber vor einer Überspitzung: "Ja, es gibt Antisemitismus in der Linken. (...) Ich widerspreche allerdings der These, dass diese Gruppen die Linke jetzt übernommen hätten."

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