Mehrere Tote
Malaria-Infektionen in Deutschland: So erkennst du die tödliche Tropenkrankheit
Veröffentlicht:
von Emre Bölükbasi:newstime
Drittes Todesopfer nach Malaria-Infektion
Videoclip • 24 Sek • Ab 12
Nach ungewöhnlichen Infektionsfällen am Frankfurter Flughafen rückt eine gefährliche Tropenkrankheit in den Fokus. Woran man Malaria erkennt und warum schnelles Handeln Leben retten kann, erfährst du hier.
Die jüngsten Malaria-Fälle in Frankfurt am Main werfen Fragen auf: Zwei Anwohner:innen aus dem Stadtteil Schwanheim erkrankten an der gefährlichen Tropenkrankheit, ohne je in einem Risikogebiet gewesen zu sein. Eine der beiden Personen verstarb am Donnerstag (17. September) infolge der Erkrankung.
Doch was genau ist Malaria eigentlich – und wie erkennt man sie rechtzeitig?
Eine Krankheit mit vielen Gesichtern
Malaria ist eine durch Parasiten verursachte Infektionskrankheit, die von Anopheles-Mücken übertragen wird. Die Weltgesundheitsorganisation stuft sie als lebensbedrohlich ein, wenn sie unbehandelt bleibt. Besonders tückisch: Die Symptome können zunächst harmlos wirken.
Diese Warnsignale solltest du kennen:
Fieber – oft das erste und auffälligste Anzeichen
Schüttelfrost – typisches Begleitsymptom
Kopf- und Gliederschmerzen – ähnlich wie bei einer Grippe
Starke Abgeschlagenheit und allgemeines Krankheitsgefühl
Bauchschmerzen und andere unspezifische Magen-Darm-Beschwerden
Die Inkubationszeit – also die Zeit zwischen Mückenstich und ersten Beschwerden – beträgt etwa 7 bis 30 Tage, je nach Erregerart auch länger. Das Problem: Viele dieser Anzeichen werden als grippaler Infekt oder Magen-Darm-Infektion fehlinterpretiert.
Wenn es ernst wird
Unbehandelt kann insbesondere die gefährliche Malaria tropica schnell einen schweren Verlauf nehmen. Mögliche Folgen sind Verwirrtheit, Krampfanfälle, Atemprobleme, Nierenversagen oder Koma. Die Krankheit kann dann lebensbedrohlich werden.
Wer ohne erkennbare Ursache Fieber oder andere ausgeprägte Beschwerden entwickelt, sollte sich an seine Hausärztin oder seinen Hausarzt wenden. Besonders wichtig: Weise ausdrücklich auf deinen Wohn- oder Arbeitsort hin, falls dieser in Flughafennähe liegt, und erwähne die aktuellen Malaria-Fälle.
Bei starken Beschwerden ist eine schnelle Abklärung in einer Klinik erforderlich. Die gute Nachricht: Wenn Malaria frühzeitig erkannt wird, gilt sie als gut behandelbar. Mediziner:innen können die Diagnose per Schnelltest stellen.
Auch in den News:
Keine Panik im Alltag
Wichtig zu wissen: Malaria wird nicht direkt von Mensch zu Mensch übertragen. Wer Kontakt zu einem Erkrankten hatte, kann sich dabei also nicht anstecken. Überträger sind ausschließlich weibliche Anopheles-Mücken, die den Malaria-Erreger beim Stich weitergeben.
Dennoch raten Expert:innen in den Sommermonaten zu allgemeinem Mückenschutz – insbesondere in Flughafennähe. Dazu gehören Repellentien (Mückensprays), bedeckende Kleidung und Fliegengitter an Fenstern und Türen. Nachts kann ein Moskitonetz über dem Bett zusätzlichen Schutz bieten.
Die Frankfurter Gesundheitsbehörden betonen jedoch: Die Gefahr einer Infektion bleibt für die Bevölkerung sehr gering. Die klimatischen Bedingungen in Deutschland sind für den Entwicklungszyklus von Mücke und Erreger ungünstig.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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