CSU-Querelen
"Eines Ministerpräsidenten nicht würdig": Weber stichelt bei Lanz gegen Söder
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von Natascha WittmannCSU-Vize Manfred Weber fand deutliche Worte, als es um den Social-Media-Auftritt von Markus Söder ging.
Bild: ZDF / Markus Hertrich
Bei "Markus Lanz" geriet Markus Söders Politikstil ins Visier. Im Gespräch mit dem ZDF-Moderator antwortete CSU-Vize Manfred Weber dabei mehrmals schwammig, als er versuchte, neutral zu bleiben. Am Ende äußerte er dennoch Kritik in Richtung Söder.
Bei "Markus Lanz" prallten am Montagabend (22. Juni) Außenpolitik und CSU-Querelen aufeinander. Erst ging es um die angespannte Lage zwischen den USA und Iran, später um die Frage, wie fest Markus Söder in seiner Partei noch im Sattel sitzt. Ausgangspunkt der Debatte: Washington und Teheran haben eine Absichtserklärung zur Beendigung des Krieges unterzeichnet, das endgültige Abkommen steht aber noch aus.
ZDF-Korrespondent Ulf Röller erklärte mit sorgenvollem Blick, dass der Deal schon jetzt zeige, "wie erpressbar der amerikanische Präsident geworden ist. Das hat ganz große innenpolitische Gründe, weil er unbedingt irgendwie es hinkriegen muss, dass die Benzinpreise fallen". Röller wurde noch deutlicher: "Diese Erpressbarkeit ist keine gute Situation für die Amerikaner, ist keine gute Situation für die Europäer und ist eine Traumkonstellation für den Iran."
Auch Elmar Theveßen klang wenig überzeugt und kritisierte, dass dem Iran "Milliardensummen gegeben" werden "für etwas, was noch gar nicht auf dem Tisch liegt - also wie weit wird das Atomprogramm dann wirklich zerstört?" CSU-Vize Manfred Weber ergänzte zustimmend: "Die Frage, ob dieses Terrorregime (...) Zugang zur Atomwaffe bekommt, ist eine fundamentale Frage für die Sicherheit Europas. Und das muss man abwarten." Genau dort hakte Lanz nach und erinnerte Weber an eine frühere Einordnung: "Dieser Krieg ist auch im deutschen Interesse und es macht die Welt sicherer". Lanz wollte wissen: "An welcher Stelle ist die Welt jetzt sicherer geworden?" Weber wiegelte prompt ab: "Ich habe nie gesagt, dass dieser Krieg unser Krieg war." Lanz blieb hartnäckig: "Nein, aber dass er in unserem Interesse war!" Der CSU-Vize distanzierte sich daraufhin stärker von Trumps Vorgehen und nannte es einen "Fehler".
Lanz: "Ist für Sie nicht klar, dass Markus Söder der gesetzte Spitzenkandidat ist?"
Gleichzeitig hielt er am Kernargument fest: "Die Substanz bleibt - nämlich, ob dieses Regime Zugriff zur Atomwaffe bekommt. Und da müssen wir Europäer auch mal uns überlegen, was denn eigentlich unser Beitrag ist, damit wir das verhindern". Er fügte energisch hinzu: "Wir alle dürfen stolze Europäer sein, weil (...) wir Konflikte zunächst diplomatisch versuchen zu lösen." Seine konkrete Forderung? "Wir müssen weltmachtfähig als Europäer werden. Wir müssen unsere eigene Verantwortung wahrnehmen. (...) Ich möchte, dass dieses Europa eine Rolle spielt - eine friedensstiftende, eine diplomatische Rolle."
Weniger deutlich wurde Weber, als es um Markus Söder ging. Auf die direkte Nachfrage von Lanz, "Ist er noch der richtige Chef?", wich Weber aus: "Wenn man jede inhaltliche, programmatische Debatte sofort mit einer Personaldebatte (...) zumacht, dann ist es natürlich schwierig." Als Weber erklärte, dass erst ein Jahr vor der Landtagswahl entschieden werde, "wer Spitzenkandidat ist", wurde Lanz hellhörig: "Also ist für Sie nicht klar, dass Markus Söder der gesetzte Spitzenkandidat ist?" Der CSU-Vize stellte klar: "Es ist nicht meine Entscheidung. Es ist die Entscheidung der Landtagsfraktion." Er ergänzte: "Für mich ist Markus Söder amtierender Parteivorsitzender und ich möchte, dass wir erfolgreich sind."
Markus Lanz will von Manfred Weber wissen: "Ist Söder auserzählt?"
Doch Lanz bohrte weiter: "Ist er für Sie der gesetzte Spitzenkandidat?" Weber stichelte daraufhin: "Er hat ja noch nicht einmal von der Landtagsfraktion ein Mandat! Warum soll er dann von mir ein Mandat haben?" Als Lanz wissen wollte, was "so richtig gut an Markus Söder" sei, folgte eine nüchterne Aufzählung: "Markus Söder ist führungsstark, er setzt in Berlin Themen durch. Er ist irre fleißig." Lanz schmunzelte, während Weber wütend wurde: "Wenn Sie mich fragen, was ich gut finde, dann muss ich darauf antworten dürfen, ohne dass Sie schmunzeln." Der ZDF-Moderator konterte streng: "Wenn das so ein super Typ ist, dann wäre er für mich der gesetzte Spitzenkandidat!" Er fragte deshalb erneut: "Ist Söder auserzählt?"
Weber ließ sich jedoch nicht aus der Reserve locken und sagte: "Ich will über die Substanz reden!" Zum Schluss ging es um Söders Social-Media-Auftritt. "Zu viel Döner, zu wenig Programm?", wollte Lanz wissen. Weber schüttelte mit dem Kopf: "Markus Söder hat ja jetzt einige Sachen schon eingestellt. Er hat die Tweets zum Döner eingestellt." Er fügte hinzu: "Ich finde, das war eines Ministerpräsidenten dann auf die Dauer nicht würdig." Als Lanz nachlegte, ob "das zu viel Boulevard" gewesen sei, zog Weber eine klare Grenze: "Herr Lanz, es ist seine Art, Politik zu machen und die hat auch seine Legitimation!"
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