Jemen
Huthi-Ministerpräsident durch israelischen Angriff getötet
Veröffentlicht:
von dpaDer Huthi-Regierungschef wurde bei einem israelischen Angriff in Sanaa getötet.
Bild: STR/AP/dpa
Viel Autorität oder echte Macht innerhalb der Huthi hatte Ahmed al-Rahaui wohl nicht. Sein Tod durch Israels Bombardierung im Jemen ist symbolisch trotzdem ein schwerer Rückschlag für die Miliz.
Das Wichtigste in Kürze
Bei einem israelischen Luftangriff in Sanaa wurden der Huthi-Ministerpräsident Ahmed al-Rahaui und mehrere Minister getötet.
Die Huthi-Miliz ernannte umgehend Mohammed Ahmed zum neuen Regierungschef und betonte, ihre Arbeit trotz der Verluste fortzusetzen.
Israel begründete den Angriff damit, dass sich hochrangige Huthi-Mitglieder vor Ort aufhielten, die seit Beginn des Gaza-Kriegs Handelsschiffe und Israel attackieren.
Im Jemen sind durch einen israelischen Luftangriff vor wenigen Tagen der Ministerpräsident der Huthi-Miliz und mehrere ihrer Minister getötet worden. Ahmed al-Rahaui und die Minister seien in der Hauptstadt Sanaa zu Tode gekommen, teilte die vom Iran unterstützte Organisation mit. Bei dem Angriff auf eine Versammlung der Miliz seien auch weitere Mitglieder verletzt worden. Die Huthi-Regierung in Sanaa und im Norden des Jemens, den die Miliz seit rund zehn Jahren kontrolliert, werde ihre Arbeit fortsetzen, hieß es.
Die Regierung der Huthi wird international nicht anerkannt. Die Organisation hatte al-Rahaui vor einem Jahr zum Regierungschef ernannt. Er galt wie seine Vorgänger aber als eher symbolische Figur ohne wirkliche Macht. Anführer der Miliz ist Abdel Malik al-Huthi, dessen Bruder die schiitische Organisation vor etwa 30 Jahren gegründet hatte.
Mit der Verkündung von al-Rahauis Tod wurde umgehend ein Nachfolger ernannt. Der oberste politische Rat der Huthi habe Mohammed Ahmed zum amtierenden Ministerpräsidenten ernannt, erklärte die Organisation laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Saba, die von den Huthi kontrolliert wird. Mohammed Ahmed diente bisher als Vize unter al-Rahaui.
Huthi-Erklärung zwei Tage nach jüngsten israelischen Angriffen
Israel hatte am Donnerstag (28. August) die jemenitische Hauptstadt Sanaa angegriffen. Ziel des Luftangriffs sei eine Einrichtung gewesen, in der "Dutzende" führende Mitglieder des "terroristischen Huthi-Regimes" zugegen gewesen seien, erklärte das israelische Militär am Samstagabend (30. August). Dabei seien al-Rahaui und weitere ranghohe Huthi-Vertreter getötet worden, hieß es weiter.
Die Huthi greifen seit Beginn des Gaza-Kriegs vor fast zwei Jahren immer wieder Handelsschiffe und teils auch Israel selbst an - mit dem erklärten Ziel, die Palästinenser zu unterstützen.
Die Huthi bezeichnen sich offiziell als "Ansar Allah" ("Unterstützer Gottes") und sind nach Einschätzung von Experten die stärkste Kraft im Jemen, wo seit 2014 ein Bürgerkrieg herrscht.
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