Umbenennungen
Kulturzentrum, Friedensinstitut, Ballsaal: Was inzwischen alles Donald Trumps Namen trägt
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von Christopher Schmitt:newstime
Trump wollte Flughafen und Bahnhof nach sich benennen (6. Februar)
Videoclip • 01:10 Min • Ab 12
Wo Donald Trump drin ist, soll "Donald Trump" draufstehen. Der US-Präsident liebt es, Institutionen und Projekte nach sich selbst zu benennen. Eine Übersicht.
Das Wichtigste in Kürze
Im Inland wie im Ausland: Zahlreiche Institutionen und Projekte tragen den Namen des US-Präsidenten Donald Trump.
Viele Umbenennungen hat Trump selbst vorgenommen, andere sollen die Politik des Republikaners würdigen.
Renommierte Kulturzentren, Friedensinstitute und sogar eine Pizzeria in Jerusalem: Wo überall der Name "Donald Trump" prangt.
Der Vorname Donald ist die anglisierte Version des keltischen Namens Domhnall und heißt so viel wie: "der Weltherrscher" – keine Pointe. Im Weißen Haus sitzt mit Donald Trump ein US-Präsident mit imperialen Ambitionen, der es liebt, wenn sein Name an Institutionen und Projekten prangt.
Erst kürzlich berichteten US-Medien, darunter CNN und NBC, Trump habe die Freigabe von eingefrorenen Infrastrukturgeldern an die Bedingung geknüpft, ein wichtiger Bahnhof in New York sowie ein Flughafen in Washington sollten seinen Namen tragen. Sein Angebot wurde demnach vom demokratischen Minderheitsführer im Senat, Chuck Schume, zurückgewiesen.
Trösten kann sich der Republikaner damit, dass bereits zahlreiche Gebäude, Einrichtungen und Konzepte seinen Namen tragen – oder bei Fertigstellung traagen sollen. Trump hat zahlreiche Dinge nach sich selbst benannt, ohne Rücksicht auf Tradition oder das Vermächtnis anderer. Teils wurde er jedoch auch im Ausland gewürdigt.
Hier kommen die wichtigsten sowie skurrilsten Institutionen, Gebäude und Internet-Projekte, die nach Donald J. Trump benannt sind.
Ballsaal des Weißen Hauses: Darf es ein bisschen mehr sein?
Die Arbeiten haben bereits begonnen: Mit Hilfe von 400 Millionen Dollar privater Spenden will Trump einen prunkvollen Ballsaal anstelle des ehemaligen Ostflügels des Weißen Hause errichten – der natürlich seinen Namen tragen soll. Den Vorstellungen Trumps entsprechend, soll der "President Donald J. Trump Ballroom" 8.360 Quadratmeter groß werden. Kritik gibt es reichlich, geklagt wurde auch. Unter anderem monierte die Denkmalschutzorganisation National Trust for Historic Preservation, ein solcher Bau würde den Rest des Weißen Hauses, der rund 5.100 Quadratmeter, umfasst überstrahlen.
Ob das gigantische Bauprojekt fortgesetzt werden darf, ist jedoch noch unklar. Voraussichtlich wird in Kürze ein Bundesrichter entscheiden: Darf die Regierung überhaupt auf private Spenden setzen, oder ist die geplante Umgehung des US-Kongresses nicht rechtens.
Trump-Kennedy-Center: JFKs Erbe beschädigt?
Das Kennedy Center in Washington D.C. zäht zu den renommiertesten Kulturhäusern der Vereinigten Staaten, lange war es ausschließlich nach dem ermordeten Präsidenten John F. Kennedy benannt. Mittlerweile muss sich "JFK" den Namen teilen – mit dem amtierenden Amtsinhaber. Konzerte, Theater-Stücke, Musical und andere Events finden offiziell im "The Trump Kennedy Center" statt.
Der US-Präsident will das Kulturzentrum vorübergehend schließen und umbauen. Laut eigener Aussage, sei dies der schnellste Weg, um auf das "höchste Niveau an Erfolg, Schönheit und Pracht zu bringen". Kurz nach Trumps Wiedereinzug ins Weiße Haus wurden mehrere Mitglieder des Kuratoriums entlassen. Der US-Präsident übernahm selbst den Vorsitz und machte den früheren US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, zum Präsidenten. Viele Zuschauer:innen verzichteten nach Trumps Macht-Demonstrationen allerdings auf Besuche, auch Künstler:innen sagen Auftritte ab. Sie sehen die Werte des Kennedy-Centers beschädigt.
Die offizielle Website findet sich übrigens immer noch unter "kennedycenter.org". Denn der "South Park"-Autor Toby Morton sicherte sich die Domain "trumpkennedycenter.org" – und veröffentlichte dort Trump-Bilder mit dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.
"Glückwunsch, Welt": DJT-Friedensinstitut
Den Friedensnobelpreis hat Trump nicht erhalten, aber inszeniert sich gerne als Friedensfürst. Passenderweise hat der Republikaner das US-Institute of Peace nach sich selbst benannt. Seit Dezember 2026 heißt die gemeinnützige Denkfabrik aus Washington offiziell "Donald J. Trump Institute of Peace". Laut US-Außenministerium gehe es darum, "den größten Dealmaker in der Geschichte unseres Landes" zu ehren.
Trumps Sprecherin Anna Kelly hielt sich bei der Verkündung nicht mit Lob zurück: "Jetzt wird das Donald J. Trump Institute of Peace, das ebenso schön wie treffend nach einem Präsidenten benannt ist, der acht Kriege in weniger als einem Jahr beendet hat, als eindrucksvolle Erinnerung daran dienen, was eine starke Führung für die globale Stabilität leisten kann." Es folgte eine Gratulation: "Herzlichen Glückwunsch, Welt!"
TRIPP: Handelsstraße für Frieden im Kaukasus
Um Frieden geht es auch bei dieser Namensgebung – zumindest vordergründig. Seit Jahrzehnten sind die südkaukasischen Republiken Armenien und Aserbaidschan verfeindet. Dieser Konflikt zählt zu jenen, die Trump angeblich gelöst haben will. Abgekühlt ist das Verhältnis immerhin, und im August 2025 lud Trump Armeniens Premierminister Nikol Paschinjan und Aserbaidschans Präsident Ilham Aliyev ins Weiße Haus ein. Sie unterzeichneten ein Abkommen über den Bau einer neuen Handelsstraße, der "Trump Route for International Peace and Prosperity" (TRIPP). Von dieser Handelsroute profitieren sollen natürlich auch die USA.
"TrumpRx": Günstige Medikamente?
Erst Anfang Februar verkündete der US-Präsident den Start eines nach ihm benannten Internetportals. Unter der Domain "TrumpRx.gov" sollen Amerikaner:innen günstiger an Medikamente gelangen. Die Arzneien werden auf der Regierungswebsite nicht direkt verkauft. Stattdessen zeigt "TrumpRX" – sofern sich das Medikament in der entsprechenden Liste finden lässt – das angebliche Sparpotenzial auf. Nutzer:innen, die den angezeigten Preis zahlen wollen, können einen Coupon herunterladen und selbigen in Apotheken einlösen.
Kommt die Donald Trump Station in Jerusalem?
Während Trumps erster Amtszeit schlug diese Nachricht hohe Wellen: Der damalige Verkehrsminister Israels – und heutige Verteidigungsminister – Israel Katz erklärte, einen damals geplanten Bahnhof in Jerusalem nach Donald Trump zu benennen. Es ging um eine Station auf der High-Speed-Strecke Tel Aviv - Jerusalem, im Herzen der für drei Weltreligionen heiligen Stadt. Nahe der Klagemauer sollte der Bahnhof entstehen. Mit dem Schritt wollte Katz Trumps Anerkennung von Jerusalem als Israels Hauptstadt und die Verlegung der US-Botschaft würdigen.
Inzwischen ist es allerdings ruhig um die Pläne geworden. Laut "The Times of Israel" sind zwar weiterhin neue Bahnhöfe in der Jerusalemer Innenstadt geplant, allerdings keiner in unmittelbarer Nähe zur Altstadt und von einer "Donald Trump Station" ist demnach auch in offiziellen Plänen nichts mehr zu lesen.
Pizza Trump: "Make Pizza great again"
Diese Umbennenung dürfte dem US-Präsidenten besonders süß schmecken – sofern er überhaupt davon weiß. Wie die "Times of Israel" berichtet, gibt es im Westen Jerusalems, in der ultra-orthodoxen Nachbarschaft Geula, eine Pizzeria "Pizza Trump" heißt. Dabei hieß das Restaurant über drei Jahrzehnte lang "Klinton Pizza". Benannt war sie – mit falscher Schreibweise – nach dem ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton, der Israel in den 90er-Jahren mehrfach besuchte.
Der neue Besitzer berichtete, er war sich lange unsicher, wie er das Restaurant nennen sollte. Von amerikanischen orthodoxen Studenten soll die Idee für den neuen Namen stammen. Der neue Slogan: "Make Pizza great again".
Symbolische Straßen-Umbennenung im Iran
"Es ist Zeit, nach einer neuen Führung im Iran zu suchen", sagte Trump im Zuge der blutig niedergeschlagenen Proteste gegen das Mullah-Regime im Januar. Der US-Präsident hatte wiederholt mit militärischen Maßnahmen gedroht, falls der Iran nicht auf seine Forderungen eingehe und zudem eine große Kriegsflotte in die Region entsandt. Zuletzt erklärte er, Chamenei solle "vorsichtig sein".
Für manche Iraner:innen ist Donald Trump trotz aktuell laufender US-Verhandlungen mit der Regierung der Islamischen Republik weiter ein Hoffnungsträger. Und das spiegelte sich zeitweise auch im Stadtbild von Teheran: Protestierende benannten eine Straße in Teheran symbolisch nach dem US-Präsidenten, indem sie das Straßenschild ensprechend überklebten.
Trumps Hotel-Imperium
Präsident war Trump über zwei Amtszeiten hinweg etwa fünf Jahre, Geschäftsmann ist er schon sein ganzes Leben lang – auch im Hotel-Business. Die offizielle Website der Trump Hotels führt aktuell acht Unterkünfte: Neben dem berühmten Trump-Tower in New York City können Gäste in den USA in Las Vegas, Miami, Chicago und einem Wein-Ressort in Virginia in Trump-Hotels unterkommen. Einchecken können Reisende auch in zwei schottischen sowie einem irischen Trump-Hotel. Letztere orientieren sich vor allem an Golf-Liebhaber:innen.
Auch in den News:
"Trump" prangt an Straßen in den USA – und in Ottawa
Im sonnigen Florida führt der "President Donald J. Trump Blvd" direkt am Palm Beach International Airport vorbei. Auf der anderen Seite der Straße liegt übrigens der "Trump International Golf Club West Palm Beach".
Grundsätzlich finden sich nach Trump benannte Straßen überall in den USA, auch international gab es mehrere Umbenennungen. Trotz der ständigen Drohungen des US-Präsidenten gegen den Nachbarn Kanada gibt es auch in Ottawa, der Hauptstadt des nördlichen Nachbarn eine Trump Avenue. Erst kürzlich drohte der Republikaner, eine neue Grenzbrücke zu kippen.
Verwendete Quellen
tagesschau: "Nötige Renovierung oder Trump-Angriff auf die Kultur?"
Handelsblatt: "Trump gibt US-Friedensinstitut seinen eigenen Namen"
ntv: "Trump startet Regierungsportal für günstigere Medikamente"
Times of Israel: "Authorities fast track plans to extend Tel Aviv-Jerusalem train into capital’s center"
Times of Israel: "Jerusalem pizzeria once hot for Clinton rebrands itself for Trump"
t-online: "Geheimbunker unter dem Ostflügel: Was plant Trump?"
Bild: "Trump will gigantischen Triumphbogen in Washington"
Nachrichtenagentur dpa
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