Zoff unter Nachbarn

Trump erzürnt über Kanada – kippt er die neue Grenzbrücke?

Aktualisiert:

von Emre Bölükbasi

:newstime

Neuer Zoll-Hammer: Trump droht Kanada (30. Januar)

Videoclip • 01:09 Min • Ab 12


Der Konflikt zwischen den USA und Kanada spitzt sich weiter zu. US-Präsident Trump droht nun mit der Blockade einer neuen Grenzbrücke und fordert mindestens 50 Prozent Eigentumsanteil für die USA.

Das Wichtigste in Kürze

  • Trump verschärft den Handelsstreit mit Kanada.

  • Jetzt droht er, die Eröffnung einer neuen Grenzbrücke zu blockieren.

  • Das Milliardenprojekt könnte zum politischen Druckmittel werden.

US-Präsident Donald Trump verschärft den Handelskonflikt mit Kanada und nutzt jetzt eine wichtige Infrastrukturverbindung als Druckmittel. Der Republikaner droht, die Eröffnung der neuen Gordie Howe International Bridge zwischen Windsor (Ontario) und Detroit (Michigan) zu blockieren.

Auf seiner Plattform Truth Social erklärte Trump, er werde die Eröffnung der Brücke nicht zulassen, "bis Kanada die Vereinigten Staaten mit der Fairness und dem Respekt behandle, den die USA verdienten". Zudem forderte er, dass die Brücke "mindestens zur Hälfte den USA gehören" müsse.

Die sechsspurige Brücke über dem Detroit River, die auch für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen zugänglich sein soll, wird nach kanadischen Angaben vollständig von Kanada finanziert und soll durch Mautgebühren refinanziert werden. Die Eröffnung ist noch für dieses Jahr geplant.

Eskalierender Konflikt nach Annäherung an China

Trumps neueste Drohung folgt auf eine Reihe von Handelskonflikten, die sich seit Beginn seiner zweiten Amtszeit kontinuierlich verschärft haben. Ein Hauptstreitpunkt ist die jüngste Annäherung Kanadas an China in Handelsfragen.

Anfang Januar reiste der kanadische Premierminister Mark Carney nach Peking und kündigte daraufhin eine engere Zusammenarbeit mit China an. Ottawa reduzierte unter anderem einen Teil seiner Zölle auf chinesische Elektroautos, während China im Gegenzug Handelshemmnisse für kanadische Agrarprodukte wie Raps abbauen will.

Diese Annäherung an China provozierte Trump zu scharfen Reaktionen. Er drohte Kanada bereits mit einem 100-Prozent-Zollsatz auf alle importierten Waren. Der US-Präsident wirft Carney vor, Kanada zu einem "Umschlagplatz" für China zu machen, damit chinesische Waren in die USA gelangen können.

Auch in den News:

Weitere Streitpunkte und Drohungen

In seinem neuesten Angriff kritisierte Trump auch, dass Kanada für den Brückenbau keinen amerikanischen Stahl verwendet habe. Zudem hatte er bereits Ende Januar mit einem Strafzoll in Höhe von 50 Prozent auf kanadische Flugzeugimporte gedroht.

Als Begründung für diese Maßnahme nannte Trump den Umgang der kanadischen Behörden mit dem US-Hersteller Gulfstream. Kanada habe mehreren Modellen des Flugzeugherstellers keine Betriebsgenehmigungen erteilt und damit deren Verkauf im Nachbarland praktisch verboten.

Trumps Verhandlungsstrategie

Der US-Präsident setzt häufig Zölle als Druckmittel ein, um seinen Willen durchzusetzen. Davon sind auch traditionell enge Verbündete wie Kanada nicht ausgenommen. Expert:innen weisen jedoch darauf hin, dass Trump Zölle oft auch nur als Drohgebärde nutzt, ohne sie letztendlich umzusetzen.

Die Beziehung zwischen Trump und Carney gilt als angespannt. Beim Weltwirtschaftsforum in Davos hielt Carney eine Rede, die als Kritik an Trumps aggressiver "America First"-Politik verstanden wurde. Trump hatte seinerseits mehrfach provokant geäußert, dass Kanada als Bundesstaat in die USA integriert werden sollte.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Mehr entdecken