Wahl des Bundespräsidenten

Ausgerechnet vom BSW: Constantin Schreiber für Bundesversammlung nominiert

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von Valentin Kronberger

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Altkanzlerin Merkel soll Bundespräsidenten mitwählen (2. November)

Videoclip • 01:05 Min • Ab 12


Ex-"Tagesschau"-Sprecher Constantin Schreiber wird das nächste Staatsoberhaupt wählen – dafür nominiert ihn das BSW in Sachsen. Dabei liegen ihre Ansichten beim Nahost-Konflikt weit auseinander.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Journalist Constantin Schreiber wurde vom BSW in Sachsen für die Bundesversammlung nominiert.

  • Schreiber war Sprecher bei der "Tagesschau" und arbeitete als "Global Reporter" beim Medienhaus Axel Springer.

  • Bei der Bundesversammlung könnte erstmals eine Frau zum Staatsoberhaupt gewählt werden.

Der Journalist und Ex-"Tagesschau"-Sprecher Constantin Schreiber soll für das BSW in Sachsen den neuen Bundespräsidenten wählen. Die BSW-Fraktion im sächsischen Landtag hat Schreiber auf Platz vier ihrer Kandidatenliste für die Bundesversammlung nominiert. Das Verfassungsorgan besteht aus allen Bundestagsabgeordneten und genauso vielen Delegierten der Länder. Die Landtage dürfen dafür nicht nur Politiker:innen entsenden, sondern zum Beispiel auch Prominente aus Kultur, Sport oder Medien.

Auch in den News:

Knapp viereinhalb Jahre war Schreiber einer der Sprecher der "Tagesschau"-Ausgabe um 20 Uhr. Im September 2025 verließ er den öffentlich-rechtlichen Sender für seinen Job als "Global Reporter" beim Medienhaus Axel Springer – dort wird Schreiber Ende des Jahres wieder aufhören. Zuletzt hatte er erklärt, künftig zweimal im Monat die Sendung "Islam Talk" auf dem ägyptischen Sender Azhari TV zu moderieren. Bereits in der Vergangenheit hatte Schreiber für das arabische Fernsehen gearbeitet und mehrere Bücher über den Islam geschrieben.

Ex-«Tagesschau»-Sprecher Schreiber soll Sachsen bei der Wahl eines neuen Staatsoberhaupts vertreten.

Bild: Jens Kalaene/dpa


BSW und Schreiber beim Nahost-Konflikt weit auseinander

Das BSW möchte bei der Bundesversammlung die Meinungsvielfalt abbilden, sagte der sächsische Fraktionsvorsitzende Ronny Kupke. Gerade beim Nahost-Konflikt liegen Schreiber und die Partei weit auseinander: Das BSW forderte in einem Beschluss einen Stopp der Waffenlieferungen an Israel und sprach darin von einem "Völkermord in Gaza". Schreiber berichtete für Axel Springer aus Israel und sah in einem Interview mit der "Jüdischen Allgemeinen" die Hauptverantwortung für den Krieg bei der Hamas. Der Springer-Verlag bekennt sich in seinen Unternehmensgrundsätzen explizit zum Existenzrecht des Staates Israel.


Ursprünglich hatte das BSW Sachsen den Generalsekretär der Bundespartei Oliver Ruhnert auf Listenplatz Vier gesetzt. Der habe zugestimmt, seinen Platz für Schreiber zu räumen, so Kupke. Schreiber stelle sich gesellschaftlichen Konflikten und scheue nicht vor kontroversen Debatten zurück.

Wird Ilse Aigner die nächste Bundespräsidentin?

Die Bundesversammlung kommt am 30. Januar 2027 in Berlin zusammen, um die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu wählen. Die CSU unterstützt eine Kandidatur von Ilse Aigner – auch Friedrich Merz (CDU) hatte sich für eine Frau ausgesprochen. Auch Hessens CDU-Fraktionschefin Ines Claus gilt als mögliche Nachfolgerin. Bisher wurde noch nie eine Frau zum Staatsoberhaupt gewählt.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

BSW: "Stoppt den Völkermord in Gaza - Keine Waffenlieferungen nach Israel"

Jüdische Allgemeine: ""Ich bin eher der Baba-Ganoush-Typ""

Axel Springer: "Was uns ausmacht"

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