Prozess auf der Zielgeraden
Verdächtiger im Fall Maddie McCann als "hochgefährlich" eingestuft: Neues Gutachten schockiert
Aktualisiert:
von dpa:newstime
Vermisste Maddie McCann: Mithäftling erhebt schwere Vorwürfe gegen Christian B.
Videoclip • 01:33 Min • Ab 12
Am 36. Verhandlungstag im Prozess gegen Christian B. sind für die Strafkammer alle Beweise erhoben. Jetzt müssen Staatsanwaltschaft, Nebenkläger und Verteidiger ihre Sicht in den Plädoyers schildern.
Das Wichtigste in Kürze
Christian B. werden insgesamt fünf schwere Sexualstraftaten zur Last gelegt. Im Prozess gegen den 47-Jährigen wurde nun die Beweisaufnahme geschlossen.
Jetzt werden die Plädoyers von Staatsanwaltschaft, Nebenkläger und Verteidiger erwartet.
Christian B. ist auch der Verdächtige im Vermisstenfall Maddie McCann, doch im aktuellen Prozess geht es nicht um den Maddie-Komplex.
Im Prozess gegen den auch im Fall Maddie verdächtigen Christian B. wegen fünf schwerer Sexualstraftaten hat die Strafkammer die Beweisaufnahme geschlossen. Die Vorsitzende Richterin am Landgericht Braunschweig arbeitete zuvor noch einen letzten offenen Antrag ab und bat anschließend um die Plädoyers. Die Oberstaatsanwältin Ute Lindemann kündigte an, dass sie für ihren Schlussvortrag etwa dreieinhalb Stunden benötigen werde.
Schockierende Verdachtsdiagnose für Christian B.
Der Einschätzung eines psychiatrischen Gutachters von vergangener Woche zufolge ist der im Fall Maddie Verdächtige Christian B. in "die absolute Topliga der Gefährlichkeit" einzuordnen. Die Anwendung verschiedener Verfahren führe zu dem Ergebnis, dass der 47-jährige Deutsche in dem obersten Bereich der Gefährlichkeit lande, sagte der Arzt im Landgericht Braunschweig.
Der Psychiater betonte in seinem Vortrag, dass er nur eine Verdachtsdiagnose stellen könne, weil der Angeklagte nicht bereit gewesen sei, sich mit ihm zu treffen und mit ihm zu sprechen.
Vorwürfe wiegen schwer
Dem 47-jährigen Deutschen werden drei Vergewaltigungen sowie zwei Fälle von sexuellem Missbrauch an Kindern vorgeworfen, die er zwischen 2000 und 2017 in Portugal begangen haben soll. Große Aufmerksamkeit erweckt der Prozess vor allem, weil er im Fall der verschwundenen dreijährigen Madeleine "Maddie" McCann unter Mordverdacht steht.
Der Maddie-Komplex ist aber offiziell nicht Gegenstand des aktuellen Verfahrens. Es gilt die Unschuldsvermutung. Das Plädoyer der Verteidigung wird am Montag (7. Oktober) erwartet, am Dienstag (8. Oktober) könnte es dann das Urteil geben.
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