Nach Midterm-Debakel

Vance geht auf Distanz zu Trump - Ex-Bush-Berater widerspricht Wahlanalyse

Veröffentlicht:

von Joachim Vonderthann

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Vance distanziert sich nach Wahlniederlage von Trump

Videoclip • 01:12 Min • Ab 12


US-Vizepräsident JD Vance sieht den Iran-Krieg als Hauptgrund für die Niederlage der Republikaner:innen bei den Kongresswahlen. Ex-Bush-Sprecher Ari Fleischer widerspricht: Nicht der Krieg selbst, sondern der Waffenstillstand sei schuld.

Das Wichtigste in Kürze

  • US-Vize JD Vance macht den Iran-Krieg für die Niederlage der Republikaner:innen bei den Midterms verantwortlich und distanziert sich von Trump.

  • Ex-Bush-Berater Ari Fleischer widerspricht und sieht den Waffenstillstand als entscheidendes Problem.

  • Auch andere führende Republikaner rücken von Trump ab.

US-Vize Vance macht Trumps Iran-Krieg für Wahlpleite verantwortlich

Nach der Niederlage der Republikaner:innen bei den US-Kongresswahlen ist ein Streit über die Gründe entbrannt. Vizepräsident JD Vance macht den Iran-Krieg dafür verantwortlich. "Der Grund, warum wir verloren haben, ist der Krieg", schrieb er auf der Plattform X. Die Demokrat:innen konnten den Republikaner:innen bei den Midterms die Mehrheiten im Senat und im Repräsentantenhaus abnehmen.

Vance verwies in seinem Beitrag auch auf Donald Trump. Der Präsident hatte zuvor im US-Sender Fox News gesagt: "Ich denke, ein Teil davon war Iran." Vance schrieb zudem: "Jeder weiß, warum wir verloren haben. Und jede Diskussion darüber, wie es weitergeht, muss dort ansetzen." Der "Tagesspiegel" berichtet, Vance habe den Krieg schon länger skeptisch gesehen und wolle sich nun mit seiner Analyse öffentlich von Trump absetzen.

Bushs früherer Sprecher widerspricht Vances Analyse

Ari Fleischer, der unter Präsident George W. Bush Sprecher des Weißen Hauses war, hält dagegen. In einer Nachricht auf X wandte er sich direkt an Vance: "Das Problem war nicht der Iran-Krieg. Es war der Waffenstillstand." Seiner Ansicht nach hätte die US-Regierung den Konflikt nicht unterbrechen dürfen, ohne eine klare Lösung zu erreichen.

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Fleischer argumentierte, der Waffenstillstand habe die Lage unübersichtlich gemacht. Es sei unklar, ob der Krieg beendet sei oder wieder beginne. Zugleich seien die Preise gestiegen und US-Truppen weiterhin im Einsatz, schrieb er weiter. Die US-Entscheidung, gemeinsam mit Israel, den Iran anzugreifen sei richtig gewesen. Die USA hätten den Einsatz aber fortsetzen müssen, bis das iranische Regime gestürzt sei, betonte Fleischer weiter.

Trump selbst räumte ein, dass der Iran-Krieg bei der Wahlniederlage eine Rolle gespielt haben könnte. Gleichzeitig verteidigte er den Einsatz. Bei einem öffentlichen Auftritt sagte er, er würde die Entscheidung "wieder" treffen, wenn er noch einmal vor der Wahl stünde. Als Begründung nannte er laut "Tagesspiegel", der Iran dürfe keine Atomwaffe erhalten.


Weitere Republikaner rücken von Trump ab

Vances Beitrag ist laut n-tv auch als Beginn eines innerparteilichen Streits um die Verantwortung für das Wahlergebnis einzuordnen. In Washington sei die Analyse des Trump-Vize als möglicher Auftakt für seine Positionierung mit Blick auf die Präsidentschaftswahl 2028 verstanden worden.

Das gilt auch für zwei weitere führende Republikaner, denen ebenfalls Ambitionen nachgesagt werden, und die nach der Midterm-Pleite auf Distanz zu Trump gingen. Der republikanische Gouverneur in Florida, Ron DeSantis, sprach von nahezu existenzbedrohenden Folgen für seine Partei. Die Niederlage komme einem politischen Meteoriteneinschlag gleich, sagte er. "Das war eine Zurückweisung des Präsidenten und des Kongresses." Ein republikanischer Senator aus Texas, Ted Cruz, sprach von einem "Blutbad" und stellte die Frage nach Konsequenzen. "2026 war nicht einfach nur eine blaue Welle, es war ein blauer Tsunami", schrieb er auf X. Das Problem sei diesmal nicht eine geringe Wahlbeteiligung gewesen, sondern die bewusste Entscheidung gegen republikanische Kandidat:innen.

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Verwendete Quellen:

Tagesspiegel: ""Jeder weiß, warum wir verloren haben"

n-tv: "Bushs früherer Sprecher greift Wahl-Analyse von Vance an"

Nachrichtenagentur dpa

Nachrichtenagentur Reuters

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