Nach den US-Parlamentswahlen

Demokraten feiern Wahlsieg – doch jetzt droht neuer Machtkampf

Veröffentlicht:

von Damian Rausch

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US-Midterms: Demokraten holen Sieg

Videoclip • 02:02 Min • Ab 12


Die Demokraten feiern einen fulminanten Wahlerfolg. Doch die Flügelkämpfe innerhalb der Partei könnten auf dem Weg zur nächsten Präsidentschaftswahl zum Problem werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Demokraten haben bei den US-Parlamentswahlen die Kontrolle über beide Kongresskammern gewonnen.

  • Zwischen dem gemäßigten und dem progressiven Parteiflügel drohen neue Konflikte über die politische Ausrichtung.

  • Für die Präsidentschaftswahl 2028 fehlt den Demokraten bislang eine allgemein anerkannte Führungspersönlichkeit.

Die Demokraten haben bei den US-Parlamentswahlen einen wichtigen Erfolg gegen die Republikaner von Präsident Donald Trump erzielt. Doch trotz der neuen politischen Stärke steht die Partei vor erheblichen Herausforderungen. Interne Richtungskämpfe und die Suche nach einer überzeugenden Führungspersönlichkeit könnten den Weg zur Präsidentschaftswahl 2028 erschweren.

Besonders umstritten ist die Frage, wie weit sich die Demokraten künftig nach links orientieren sollten. Während gemäßigte Politiker:innen auf Stimmen aus der politischen Mitte setzen, fordert der progressive Parteiflügel weitreichende Sozialreformen.

Demokraten streiten über ihren künftigen Kurs

Die unterschiedlichen politischen Vorstellungen wurden bereits während des Wahlkampfs deutlich. Während sich in Wisconsin der moderate Kandidat David Crowley durchsetzte, gewann in Michigan der linksgerichtete Abdul El-Sayed.

Nach Einschätzung der Politikwissenschaftlerin Laura von Daniels von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) zeigen die Ergebnisse, dass ein ausgeprägt linkes Profil nicht automatisch zu Wahlerfolgen führt.

Zu den Vertreter:innen des gemäßigten Lagers zählen unter anderem Michigans frühere Gouverneurin Gretchen Whitmer und Kentuckys Gouverneur Andy Beshear. Der progressive Flügel um Alexandria Ocasio-Cortez setzt dagegen stärker auf soziale Absicherung, Klimaschutz und einen umfassenderen staatlichen Einfluss auf das Gesundheitssystem.


Expert:innen warnen vor zunehmenden Flügelkämpfen

Die Politologin Cathryn Clüver Ashbrook erwartet, dass die Auseinandersetzungen innerhalb der Partei mit Blick auf die Präsidentschaftswahl 2028 an Bedeutung gewinnen werden.

Besonders die Democratic Socialists of America (DSA) könnten dabei eine wichtige Rolle spielen. Die sozialistische Organisation mobilisiert vor allem jüngere Wähler:innen, steht innerhalb der Demokraten allerdings weiterhin für eine Minderheitenposition.

USA-Experte Josef Braml sieht darin sowohl Chancen als auch Risiken. Einerseits könnten progressive Kräfte neue Wählergruppen erschließen. Andererseits böten sie den Republikanern die Möglichkeit, die gesamte Demokratische Partei als zu weit links darzustellen.

Zusätzlichen Konfliktstoff liefert die amerikanische Nahostpolitik. Vor allem im linken Parteiflügel wächst die Kritik an Israels Regierung unter Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und an amerikanischen Waffenlieferungen.

Wer könnte 2028 gegen die Republikaner antreten?

Noch ist offen, wer die Demokraten bei der nächsten Präsidentschaftswahl vertreten wird. Mehrere Politiker:innen gelten jedoch bereits als mögliche Kandidat:innen.

Zu den diskutierten Namen gehört Jon Ossoff, Senator aus Georgia, der für einen eher gemäßigten Kurs steht. Auch Alexandria Ocasio-Cortez wird als mögliche Bewerberin gehandelt. Die Kongressabgeordnete zählt zu den bekanntesten Vertreter:innen des progressiven Parteiflügels.

Als weiterer potenzieller Kandidat gilt Wes Moore, Gouverneur von Maryland. Er versucht, gesellschaftspolitische Reformen mit pragmatischen Positionen zu verbinden und könnte damit unterschiedliche Strömungen innerhalb der Partei ansprechen.

Nach Einschätzung von Josef Braml verfügen die Demokraten zwar über zahlreiche politische Talente, bislang fehle jedoch eine Persönlichkeit, die die verschiedenen Lager überzeugend vereinen könne.


Trump könnte den Demokraten erneut helfen

Eine entscheidende Rolle dürfte auch Präsident Donald Trump spielen. Seine umstrittene Zollpolitik, steigende Lebenshaltungskosten und die Kritik am Iran-Krieg haben laut der dpa-Analyse zur Unzufriedenheit vieler Wähler:innen beigetragen.

Die Demokraten profitierten bei den Parlamentswahlen auch von der Ablehnung des republikanischen Präsidenten. Ob sich dieser Effekt bis zur Präsidentschaftswahl 2028 fortsetzt, bleibt allerdings offen.

Trotz ihrer Wahlerfolge können die Demokraten ihre politischen Vorhaben nicht uneingeschränkt umsetzen. Die neue Legislaturperiode beginnt erst im Januar. Zudem kann Trump wichtige Gesetzesvorhaben mit seinem Vetorecht blockieren.

Damit stehen die Demokraten vor einer doppelten Aufgabe: Sie müssen ihre neu gewonnene parlamentarische Stärke nutzen und gleichzeitig einen gemeinsamen politischen Kurs für die Präsidentschaftswahl 2028 finden.

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Verwendete Quellen:

Deutsche Presse-Agentur

Nachrichtenagentur Reuters

CBS News: "Abdul El-Sayed wins Michigan 2026 Senate election, CBS News projects"

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