Neue Erkenntnisse nach drei Todesfällen

Malaria-Tote in Frankfurt: Untersuchung enthüllt Ursprung der Infektionen

Veröffentlicht:

von Nadine von Parseval

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Drittes Todesopfer nach Malaria-Infektion (18. September)

Videoclip • 24 Sek • Ab 12


Drei Tote und acht Infektionen: Nach den rätselhaften Malaria-Fällen in Frankfurt liefert eine Untersuchung neue Erkenntnisse. Demnach wurden die Erreger vermutlich durch drei unterschiedliche Mücken aus Westafrika eingeschleppt.

Das Wichtigste in Kürze

  • In Frankfurt erkrankten acht Menschen an Malaria, drei von ihnen starben.

  • Eine Genanalyse deutet auf drei voneinander unabhängige Einschleppungen der Erreger hin.

  • Die Erreger stammen vermutlich aus Westafrika und wurden durch infizierte Mücken eingeschleppt.

Nach den tödlichen Malaria-Fällen in Frankfurt am Main gibt es neue Erkenntnisse zur Herkunft der Erreger. Eine genetische Untersuchung deutet darauf hin, dass drei unterschiedliche Mücken die gefährliche Tropenkrankheit eingeschleppt haben könnten.

Zwischen Juli und September erkrankten in Frankfurt insgesamt acht Menschen an Malaria. Drei von ihnen starben. Besonders ungewöhnlich: Keine der betroffenen Personen hatte zuvor ein Malaria-Risikogebiet bereist.

Nach acht Malaria-Infektionen und drei Todesfällen in Frankfurt deutet eine Genanalyse darauf hin, dass die Erreger durch mehrere infizierte Mücken eingeschleppt wurden.

Bild: Stephen Morrison/epa/dpa


Malaria in Frankfurt: Genanalyse liefert entscheidende Hinweise

Fachleute des Instituts für Tropenmedizin (ITM) im belgischen Antwerpen untersuchten Blutproben der Erkrankten. Dabei analysierten sie das gesamte Erbgut der Malaria-Erreger, um mögliche Zusammenhänge zwischen den Infektionen aufzudecken. Das Ergebnis: Die Fälle lassen sich drei genetisch unterschiedlichen Gruppen zuordnen. Innerhalb dieser Gruppen waren die Parasiten eng miteinander verwandt. Zwischen den Gruppen zeigten sich dagegen deutliche Unterschiede.

"Die untersuchten Malariaerreger konnten genetisch drei unterschiedlichen Gruppen zugeteilt werden. Das stützt die Annahme, dass die Übertragungen durch drei unterschiedliche Mücken passiert sind", erklärte Prof. Dr. Peter Tinnemann, Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts, gegenüber der "Bild". Die Untersuchung spricht damit für drei voneinander unabhängige Einschleppungsereignisse und gegen die Vermutung, dass heimische Mücken für die Übertragungen verantwortlich waren.


Malaria-Erreger vermutlich aus Westafrika eingeschleppt

Auch zur geografischen Herkunft der Parasiten liefert die Untersuchung neue Hinweise. Demnach stammen die Erreger des Typs "Plasmodium falciparum", der die besonders gefährliche Malaria tropica verursacht, vermutlich aus Westafrika. "Die Malariaerreger stammen ursprünglich aus Westafrika und wurden vermutlich durch infizierte Mücken nach Frankfurt eingeschleppt", so Tinnemann.

Sechs der acht Erkrankten hatten sich nach bisherigen Erkenntnissen bei ihrer Arbeit am Frankfurter Flughafen infiziert. Zwei weitere Menschen erkrankten im September im Frankfurter Stadtteil Schwanheim. Weder hatten die Betroffenen zuvor ein Malaria-Gebiet besucht, noch hatten sie Bluttransfusionen erhalten. Die Ergebnisse stützen deshalb die Annahme, dass infizierte Mücken aus dem Ausland nach Frankfurt gelangten.

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Drei Menschen sterben an Malaria – frühe Behandlung entscheidend

Für drei der acht Erkrankten endete die Infektion tödlich. Dabei ist Malaria tropica bei rechtzeitiger Diagnose und schneller medizinischer Behandlung in der Regel vollständig heilbar. Die Erkrankung wird durch Parasiten ausgelöst, die über den Stich infizierter Anopheles-Mücken auf Menschen übertragen werden.

Die neuen Untersuchungsergebnisse liefern nun eine mögliche Erklärung für die ungewöhnliche Häufung der Fälle in Frankfurt. Einen endgültigen Nachweis der einzelnen Übertragungswege stellen die genetischen Befunde jedoch nicht dar.



Verwendete Quellen:

Bild: "Drei Mücken verbreiteten Malaria in Frankfurt"

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