Autozulieferer

ZF rutscht tief in die roten Zahlen: Stellenabbau nach Milliardenverlust

Veröffentlicht:

von Jacqueline Bittl

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Autozulieferer macht Milliarden-Verlust

Videoclip • 01:22 Min • Ab 12


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Ein harter Einschnitt für den Autozulieferer ZF: Ein Sondereffekt reißt ein Milliardenloch in die Bilanz. Trotz operativer Fortschritte bleibt der Schuldenberg hoch und der Sparkurs scharf.

Der Autozulieferer ZF hat das vergangene Geschäftsjahr mit einem Verlust von 2,1 Milliarden Euro abgeschlossen. Wie das Unternehmen mit Sitz in Friedrichshafen mitteilte, verdoppelte sich das Minus damit im Vergleich zum Vorjahr. Als Hauptgrund wird der massive Sondereffekt im Zuge des Konzernumbaus genannt. Bereits im Jahr zuvor hatte ZF rote Zahlen geschrieben, damals lag der Fehlbetrag bei gut einer Milliarde Euro.

Vorstandschef Mathias Miedreich erklärte laut Deutscher Presse-Agentur (dpa), Abschreibungen auf unprofitable Projekte hätten die Bilanz einmalig mit rund 1,6 Milliarden Euro belastet. Diese Altlasten wollte der Konzern bewusst hinter sich lassen, um sich für die kommenden Jahre neu aufzustellen. Operativ seien dabei durchaus Fortschritte erzielt worden: Das bereinigte operative Ergebnis sei von 1,47 auf 1,75 Milliarden Euro gestiegen. ZF hatte einvernehmlich mehrere Projekte beendet, die wegen des schleppenden Hochlaufs der Elektromobilität nicht die erhoffte Rendite gebracht hatten.

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Autozulieferer bleibt im Minus

Trotzdem bleibt die finanzielle Lage angespannt. Zwar habe ZF seine Finanzverbindlichkeiten im vergangenen Jahr um 250 Millionen Euro reduziert, die Nettoverschuldung liegt aber weiterhin bei hohen 10,2 Milliarden Euro. Finanzvorstand Michael Frick verwies gegenüber der dpa darauf, dass allein 745 Millionen Euro für Zinszahlungen abgeflossen seien. Entsprechend wichtig sei der weitere Schuldenabbau. Die Eigenkapitalquote sank zudem um mehr als fünf Prozentpunkte auf 13,3 Prozent. Um die Stabilität zu sichern, werde keine Dividende ausgeschüttet.

Auch operativ spürt der Konzern den Gegenwind der Branche. Der Umsatz sank um rund sechs Prozent auf 38,8 Milliarden Euro. Eine spürbare Erholung der Nachfrage ist derzeit nicht in Sicht, insbesondere im Bereich der E-Mobilität, wie Frick erklärte. ZF reagiert mit einem harten Sparkurs: In den kommenden Jahren sollen bis zu 14.000 Stellen in Deutschland wegfallen. Ende 2025 beschäftigte der Konzern weltweit rund 153.000 Menschen – etwa fünf Prozent weniger als im Vorjahr.

Für das laufende Jahr zeigt sich ZF entsprechend vorsichtig. Bei stabilen Wechselkursen rechnet der Konzern 2026 mit einem Umsatz von etwas über 38 Milliarden Euro. Miedreich kündigte an, den Fokus stärker auf das Kerngeschäft zu legen und die Effizienz deutlich zu erhöhen. Weniger Bürokratie, schlankere Führungsstrukturen und eine höhere Ertragskraft sollen den Traditionszulieferer Schritt für Schritt zurück in die Gewinnzone führen.

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Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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