Fed-Entscheidung belastet

Goldpreis sackt weiter ab: So ist die Prognose

Veröffentlicht:

von Joachim Vonderthann

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2026: Wird Goldpreis weiter steigen?

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Der Goldpreis gerät nach der jüngsten Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed stark unter Druck. Die Aussicht auf längerfristig hohe Zinsen und ein kräftiger US-Dollar entfernen das Edelmetall deutlich von seinen Rekordständen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Goldpreis fällt weiter nach unten und entfernt sich zunehmend von seiner Rekordmarke.

  • Grund ist auch die ausgebliebene Zinssenkung durch die US-Notenbank.

  • Kurzfristig scheint keine Kehrtwende in Sicht.

Nach der aktuellen Sitzung der US-Notenbank Fed setzt der Goldpreis seine Abwärtsbewegung deutlich fort. Die Märkte hatten fest mit baldigen Zinssenkungen gerechnet, doch diese Hoffnung hat sich vorerst nicht erfüllt. Stattdessen sorgt die Aussicht auf weiterhin hohe Zinsen in den Vereinigten Staaten für deutlichen Gegenwind am Edelmetallmarkt. Gold, das oft als sicherer Hafen gilt, verliert damit spürbar an Glanz, wie die "Wirtschaftswoche" (WiWo) berichtet.

An der Börse in London wurde eine Feinunze Gold am Donnerstag (19. März) bei 4.684 US-Dollar gehandelt. Das entspricht einem Minus von rund 135 Dollar im Vergleich zum Vortag. Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, hatte sich dieser Rückgang bereits am Mittwoch angedeutet. Die Stimmung drehte, als deutlich wurde, dass die Fed vorerst keine schnelle Kehrtwende in ihrer Zinspolitik plant.

Goldpreis entfernt sich von Rekordwert

Die US-Notenbank ließ den Leitzins am Mittwochabend unverändert und stellte lediglich einen Zinsschritt für den Rest des Jahres in Aussicht. Viele Anleger:innen hatten zuvor mit zwei Zinssenkungen gerechnet. Entsprechend groß war die Enttäuschung an den Märkten. Die restriktive Haltung der Fed belastet Gold dem Bericht nach gleich doppelt: Zum einen machen höhere oder stabile Zinsen zinstragende Anlagen wie Anleihen attraktiver, zum anderen steigt dadurch oft der US-Dollar.

Damit entfernt sich der Goldpreis zunehmend von seinem Rekordhoch von knapp 5.600 US-Dollar, das erst Ende Januar erreicht worden war. Die jüngste Entwicklung zeigt, wie sensibel der Goldmarkt auf Zinsentscheidungen reagiert. Die Hoffnungen vieler Marktteilnehmer:innen auf eine baldige Entlastung bei den Finanzierungskosten seien "zunehmend" geschwunden, noch bevor die Fed ihre Entscheidung offiziell verkündete, so die dpa.

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Inflationsrisiken durch Iran-Krieg belasten Goldpreis

Fed-Chef Jerome Powell, der im Clinch mit US-Präsident Donald Trump liegt, machte klar, dass die Inflationsbekämpfung weiter Vorrang hat. Besonders die steigenden Energiepreise infolge des Iran-Kriegs könnten die Teuerung kurzfristig wieder anheizen. Das schränkt den Spielraum für schnelle und kräftige Zinssenkungen zusätzlich ein.

Die Botschaft der Notenbank ist damit eindeutig: Solange die Inflationsrisiken nicht klar unter Kontrolle sind, will die Fed vorsichtig bleiben. Für den Goldmarkt bedeutet das: Die Phase günstiger Finanzierungsbedingungen, die den Goldpreis in den vergangenen Jahren gestützt hatte, ist vorerst nicht in Sicht.

Die Gold-Prognose ist eher verhalten

Zusätzlich zum Zinsausblick sorgt auch der starke US-Dollar für fallende Goldpreise. Infolge der restriktiven Signale der Fed legte die US-Währung weiter zu. Der Dollar ist laut WiWo bereits seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar verstärkt als Krisenwährung gefragt.

Da Gold weltweit in US-Dollar gehandelt wird, verteuert ein starker Dollar das Edelmetall für Käufer:innen außerhalb des Dollarraums. Das drückt die Nachfrage und verstärkt den Preisrückgang.

FAQ: Gold

Gold wird als krisensichere Anlage betrachtet, weil es im Gegensatz zu Aktien oder Anleihen keinen Zahlungsausfall kennt und weltweit akzeptiert ist. In Zeiten von Inflation, geopolitischen Spannungen oder Finanzmarkt-Turbulenzen flüchten viele Investoren in Gold, was den Preis zusätzlich stützen kann.

Der Goldpreis wird vor allem durch Zinsen, Inflationserwartungen, den US-Dollar-Kurs und die Nachfrage von Zentralbanken und Anleger:innen beeinflusst. Steigen die Zinsen deutlich, wird Gold oft weniger attraktiv, weil es selbst keine laufenden Erträge wie Zinsen oder Dividenden bringt.

Physisches Gold (Barren, Münzen) eignet sich, wenn du direkten Besitz und Unabhängigkeit von Finanzinstituten willst, verursacht aber Lager- und ggf. Versicherungskosten. Ein Gold-ETF ist bequemer handelbar, eignet sich für kleinere Beträge und das schnelle Umschichten im Depot, bleibt aber ein Finanzprodukt mit Emittenten- und Marktrisiken.


Verwendete Quellen:

Wirtschaftswoche: "Goldpreis unter Druck; Fed-Zinshoffnungen schwinden"

Nachrichtenagentur dpa

Goldinvest: "Goldpreis unter Druck: Fed lässt Zinsen unverändert und signalisiert dennoch Spielraum nach unten"

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