Medienbericht

Kreml-Propagandist fordert Putins Ende – und landet in der Psychiatrie

Aktualisiert:

von Joachim Vonderthann

:newstime

So profitiert Putin vom Krieg im Iran

Videoclip • 02:45 Min • Ab 12


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Der Frontalangriff auf Russlands Machthaber Putin durch einen Kreml-Propagandisten gibt Rätsel auf. Einem Bericht zufolge ist er nun in eine Psychiatrie eingeliefert worden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kreml-Propagandist Ilja Remeslo fordert plötzlich den Rücktritt von Putin – und wird kurz darauf laut einem Bericht in die Psychiatrie eingeliefert.

  • Er kritisiert unter anderem den Krieg gegen die Ukraine und massive Korruption.

  • Der plötzliche Frontalangriff durch einen bislang Putin-Getreuen gibt Rätsel auf.

Die abrupte Kehrtwende eines Kreml-Propagandisten sorgt in Russland für Aufregung. Ilja Remeslo, bislang bekannt für Kampagnen gegen die russische Opposition, schrieb plötzlich auf seinem Telegram-Kanal, dass Wladimir Putin als Präsident illegitim sei und vor ein Kriegsgericht gehöre.

Putin habe das Land in die Sackgasse des Ukraine-Kriegs geführt, heißt es in einer Art Manifest mit dem Titel "Fünf Gründe, warum ich Wladimir Putin nicht mehr unterstütze". Der Kremlchef schade der Wirtschaft, er erdrossele die Freiheit der Medien und des Internets. Putins mehr als zwei Jahrzehnte währende Herrschaft zeige, wie "absolute Macht korrumpiert" er sei. Schließlich forderte Remeslo den Kreml-Machthaber zum Rücktritt auf.

Medien berichten über erste Konsequenzen

Laut dem Internetportal "Fontanka" reagierten russische Behörden umgehend auf die überraschende Kehrtwende Remeslos. Er soll in St. Petersburg in die Psychiatrie Nummer 3 eingewiesen worden sein, berichtete die Seite.

Offiziell bestätigt ist diese Information bisher nicht. Immer wieder gibt es aber aus Russland Berichte über Andersdenkende, die in Kliniken eingeliefert würden. Der Machtapparat in dem Land soll damit versuchen, Dissident:innen zu unterdrücken.

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Frontalangriff auf Russlands Machthaber Putin gibt Rätsel auf

Die russische Justiz hat Kritiker:innen schon für weniger scharfe Äußerungen zu Haftstrafen verurteilt. Zwar werden die sogenannten Z-Blogger geduldet, die echte oder vermeintliche Fehler der Militärführung aufspießen. Doch ein Frontalangriff auf Putin, zumal aus dem eigenen Lager, gibt Rätsel auf. Die Attacke fällt aber in eine Zeit, in der die schweren Verluste im Krieg wie auch die wirtschaftlichen Schäden in Russland spürbarer werden.

Kritik nur ein Schachzug des Kreml?

Remeslo, nach eigenen Angaben Jurist, ist unter anderem als Zeuge der Anklage in Prozessen gegen den Kreml-Gegner Alexej Nawalny aufgetreten, der 2024 in der Haft vergiftet wurde und ums Leben kam. Leonid Wolkow als enger Mitarbeiter Nawalnys vermutete deshalb, dass hinter der angeblichen Kehrtwende ein Schachzug des Kremls stehe. "Ilja Remeslo macht niemals etwas umsonst. Und er macht niemals etwas ohne Erlaubnis", schrieb er auf X vor den Berichten über die Psychiatrie-Einlieferung. Allerdings gingen seine Äußerungen weit über das hinaus, was der Kreml sonst als Kritik zulasse.

Andere Kommentatoren vermuteten die kommende Parlamentswahl in Russland oder die staatlichen Blockadeversuche gegen den Messenger Telegram als Hintergrund. Remeslo versicherte in einem kurzen Video, dass sein Telegram-Konto nicht gehackt worden sei. Er sei auch weiterhin in Russland, erklärte er.

Auch gegenüber der britischen Zeitung "The Guardian" blieb Remeslo am Mittwoch (19. März) bei seinen Aussagen. Aus seiner Wohnung in St. Petersburg sagte er laut "Frankfurter Rundschau" (FR): "Wladimir Putin sollte zurücktreten und als Kriegsverbrecher vor Gericht gestellt werden. Der Ukraine-Krieg habe lediglich zu massiven Verlusten geführt. "Wir kämpfen um winzige Gebiete, die Russland letztlich nichts bringen werden."


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Frankfurter Rundschau: "Kreml-Propagandist greift plötzlich "Kriegsverbrecher" Putin an – steckt dahinter ein hinterlistiger Kreml-Plan?

The Guardian: "'Put him on trial': pro-Kremlin loyalist turns on Putin in rare outburst"

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