Versorgungskrise?

Gaspreise explodieren nach Iran-Angriffen – was Verbraucher wissen müssen

Veröffentlicht:

von Michael Reimers

:newstime

Gasspeicher: Teure Befüllung droht (17. März)

Videoclip • 01:02 Min • Ab 12


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Raketenangriffe auf katarische LNG-Anlagen lassen Erdgaspreise auf über 65 Euro schnellen. Experten warnen: Die Schäden könnten jahrelang nachwirken.

Das Wichtigste in Kürze

  • Raketenangriffe auf Gasfelder im Nahen Osten lassen Europas Energiepreise explodieren – die TTF-Notierung steigt auf über 65 Euro je Megawattstunde.

  • Expert:innen warnen: Die Schäden könnten Monate bis Jahre nachwirken und treffen bald auch deutsche Haushalte, besonders bei Neuverträgen.

  • Die Wiederbefüllung der Gasspeicher für den Winter wird zur großen Herausforderung, während die Unsicherheit über den Krieg anhält.

Der Krieg im Nahen Osten erreicht eine neue, bedrohliche Dimension: Nach iranischen Raketenangriffen auf die für den Weltmarkt bedeutenden Flüssiggasanlagen in Katar sind die europäischen Erdgaspreise dramatisch in die Höhe geschossen. Am Donnerstagnachmittag (19. März) kletterte der Preis am Handelsplatz TTF auf 65 Euro je Megawattstunde – mehr als doppelt so viel wie vor Beginn des Iran-Kriegs. In der Spitze erreichte die Notierung sogar 71,68 Euro, ein Plus von über 30 Prozent.

Die Attacken trafen das Herzstück der globalen Gasversorgung: In Ras Laffan, wo Katar einen Großteil seines Flüssiggases produziert, wurden zwei von 14 LNG-Verflüssigungsanlagen schwer beschädigt. Das Analysehaus ICIS rechnet mit einem vollständigen Ausfall für mindestens drei Monate und einem drei- bis fünfjährigen Teilausfall. Gasmarktexperte Andreas Schröder spricht von einer "neuen Phase des Krieges".


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Drohkulisse am Persischen Golf verschärft sich

Die Eskalation nimmt kein Ende: US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran mit einem Angriff auf das wichtige Gasfeld "South Pars" mit "einer Stärke und Schlagkraft, wie Iran es noch nie zuvor gesehen hat", sollte Teheran Katars Gasindustrie weiter attackieren. Zugleich versicherte er, Israel werde dieses Feld nicht erneut angreifen – solange der Iran Katar verschone.

Die Sorgen vor Lieferengpässen wachsen täglich. Die erheblichen Einschränkungen des Schiffsverkehrs durch die strategisch wichtige Straße von Hormus treffen vor allem asiatische Verbraucher:innen, die nun verstärkt auf dem europäischen Markt Gas nachfragen. Seit Kriegsbeginn hat sich der TTF-Preis um mehr als 60 Prozent verteuert. Vor den Angriffen der USA und Israels auf den Iran lag er bei lediglich 31 Euro.

Wann zahlen deutsche Haushalte drauf?

Noch können viele Verbraucher:innen aufatmen. Energieexperte Andreas Fischer vom Institut der deutschen Wirtschaft geht davon aus, dass Haushaltskunden mit Festpreisverträgen zunächst keine spürbar höheren Erdgaspreise bezahlen müssen. "Die aktuellen Steigerungen dürften bei vielen Verbrauchern noch nicht ankommen, vor allem, wenn sie Festpreisverträge haben. Das sichert sie gegen kurzfristige Anstiege ab", erklärte er.

Doch die Schonfrist ist begrenzt. Wer gerade umgezogen ist oder einen neuen Vertrag abschließen muss, spürt die Krise bereits: Nach Erhebungen des Vergleichsportals Verivox sind die günstigsten Gaspreise für Neukund:innen seit Ende Februar im Schnitt um 21 Prozent gestiegen – von 8,2 Cent auf 9,9 Cent pro Kilowattstunde.

Auch in den News:

Auch Stadtwerke, die normalerweise durch langfristige Beschaffungsstrategien Preisschwankungen abfedern, schlagen Alarm. "Anderes gilt für Neuverträge: Hier stellen wir aktuell fest, dass die Preise ansteigen. Je länger der Krieg dauert, desto höher die Wahrscheinlichkeit von weiteren Preissteigerungen", warnte VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing.

Gasmarktexperte Schröder ist überzeugt: Die gestiegenen Preise werden eines Tages auch bei den durch Festpreise geschützten Haushaltskunden ankommen. „Das ist nur eine Frage der Zeit. Die Großhändler müssen das irgendwann weitergeben".

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.


Verwendete Quelle:

Nachrichtenagentur dpa

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