Arbeitskampf

Verdi-Warnstreiks im Nahverkehr am Freitag – Ausfälle bundesweit erwartet

Aktualisiert:

von Christopher Schmitt

Im ÖPNV wird es wieder zu starken Behinderungen kommen.

Bild: Andreas Arnold/dpa


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Fahrgäste des öffentlichen Nahverkehrs müssen sich am Freitag und teils auch am Samstag auf massive Einschränkungen einstellen. Verdi ruft bundesweit zu Warnstreiks im ÖPNV auf.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Gewerkschaft Verdi hat für kommenden Freitag (27. Februar) und regional auch den Samstag (28. Februar) zu Streiks im ÖPNV aufgerufen.

  • In fast allen Bundesländern sollen die Beschäftigten die Arbeit niederlegen – der Bus- und Bahnverkehr könnte örtlich komplett zum Erliegen kommen.

  • Hintergrund ist der Kampf der Gewerkschaft um bessere Arbeitsbedingungen. Die Verhandlungen seien laut Verdi-Chefin zuletzt kaum vorangekommen.

Arbeitskampf bei Bus und Bahn: Die Gewerkschaft Verdi ruft für Freitag (27. Februar) und in manchen Regionen auch für Samstag (28. Februar) zu bundesweiten Warnstreiks im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) auf. Beschäftigte sollen in fast allen Bundesländern die Arbeit niederlegen, teilte die Gewerkschaft mit.

In zahlreichen kommunalen Nahverkehrsunternehmen müssen Fahrgäste damit rechnen, dass so gut wie keine Busse und Bahnen fahren. Der Streik soll am Freitag in den frühen Morgenstunden starten und je nach Region bis in die Nacht auf Samstag oder Sonntag (1. März) andauern.

Noch offen ist, ob in Baden-Württemberg, bei der Hamburger Hochbahn und den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein gestreikt wird. Diese Entscheidungen sollen am Dienstag (24. Februar) sowie im weiteren Verlauf der Woche fallen. Sicher ist: In Niedersachsen wird nicht gestreikt, bis Ende März gilt dort noch die Friedenspflicht.

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"Offenbar verstehen die Arbeitgeber immer noch nicht, dass es auf Dauer keine funktionierende ÖPNV-Daseinsvorsorge mehr geben kann, wenn wir jetzt nicht entscheidend die Arbeitsbedingungen verbessern", so die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Christine Behle laut einer Mitteilung. "Die Kolleginnen und Kollegen brauchen dringend Entlastung – und die Arbeitgeber brauchen ein klares Signal, dass wir entschlossen sind, für unsere Forderungen zu kämpfen."

Schon am 2. Februar wurde gestreikt

In der laufenden Tarifrunde ist es bereits das zweite Mal, dass die Gewerkschaft zu bundesweiten Streiks im Nahverkehr aufruft. Die Auswirkungen des ersten Verdi-Warnstreiks am 2. Februar waren immens: In weiten Teilen des Landes kam der öffentliche Nahverkehr nahezu komplett zum Erliegen.

Zudem bestreiken Verdi-Mitglieder dieser Tage immer wieder regional die Nahverkehrsunternehmen in einzelnen Ländern und Städten, zuletzt etwa in Hessen und Bayern, etwa in Regensburg, Landshut und Passau.

Mehr Autoverkehr erwartet

Für Millionen Arbeitnehmer:innen dürfte es durch den neuerlichen Warnstreik vor allem am Freitag zu Stress kommen – denn sie müssen in der Regel trotzdem pünktlich am Arbeitsplatz sein. Und für Eltern ebenso: Auch Schüler:innen können wegen eines Warnstreiks in der Regel nicht einfach zu Hause bleiben.

Die Warnstreiks Anfang Februar hatten entsprechend auch Auswirkungen auf den restlichen Verkehr, weil viele Menschen auf das Auto umstiegen. Laut ADAC standen Autofahrer:innen auch länger im Stau.

Zudem stieg dem Fahrdienstvermittler Freenow zufolge in den Morgenstunden die Taxi-Nachfrage stark. Anfang Februar wurde der Warnstreik noch von eisigen Temperaturen flankiert. Immerhin ist dies dieses Mal nicht der Fall.

Auch in den News:

Harter Kampf um Arbeitsbedingungen

In den Tarifverhandlungen, die in allen 16 Bundesländern meist mit den Kommunalen Arbeitgeberverbänden geführt werden, fordert Verdi insbesondere deutlich bessere Arbeitsbedingungen: kürzere Wochenarbeitszeit und Schichtzeiten, längere Ruhezeiten, aber auch höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenend-Arbeit.

"Die Verhandlungen kommen insgesamt kaum voran, obwohl es in einzelnen Bereichen schon vier Runden gab", berichtete die stellvertretende Verdi-Chefin Behle gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Dieser Umstand sei "mehr als enttäuschend".

Auch die Arbeitgeber beklagten zuletzt den fehlenden Fortschritt bei den Verhandlungen. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), das größte ÖPNV-Unternehmen in Deutschland, kritisierten beispielsweise, dass Verdi bisher nicht klargemacht habe, auf welche Forderungen die Gewerkschaft besonderen Wert legt.


Verwendete Quellen

Nachrichtenagentur dpa

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