EY-Studie
Berlin vorn: Start-up-Geld fließt in wenige große Deals
Veröffentlicht:
von Claudia Scheele:newstime
Was KI-Roboter inzwischen alles können
Videoclip • 01:23 Min • Ab 12
Deutschlands Start-ups haben im ersten Halbjahr mehr Geld eingesammelt als vor einem Jahr. Doch vom Boom profitieren vor allem große Einzeldeals in Berlin und Baden-Württemberg.
Deutschlands Start-ups haben im ersten Halbjahr 2026 deutlich mehr Wagniskapital eingesammelt. Nach Berechnungen der Unternehmensberatung EY flossen rund 5,3 Milliarden Euro in junge Unternehmen. Das sind 14 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Trotz des gestiegenen Investitionsvolumens ist die Zahl der Finanzierungsrunden zurückgegangen. Bundesweit wurden nur noch 354 Abschlüsse gezählt, ein Minus von elf Prozent. Das zeigt: Es ist zwar mehr Geld im Markt, aber es verteilt sich auf weniger Unternehmen.
Berlin wieder vorn, Baden-Württemberg stark durch Mega-Deal
Bei der regionalen Verteilung hat sich Berlin die Spitzenposition von Bayern zurückerobert. Start-ups aus der Hauptstadt erhielten insgesamt fast 1,7 Milliarden Euro und kamen auf 95 Finanzierungsrunden. Besonders ins Gewicht fiel dabei der hohe Mittelzufluss für das Berliner Rüstungs-Start-up STARK, das nach EY-Angaben 500 Millionen Euro einsammelte.
Auf Platz zwei liegt überraschend Baden-Württemberg. Dort stieg das Finanzierungsvolumen im Vergleich zum Vorjahr um 475 Prozent auf knapp 1,6 Milliarden Euro. Ausschlaggebend war vor allem ein einziger Großdeal: Das Robotik-Start-up Neura Robotics warb rund 1,2 Milliarden Euro ein. Bayern rutschte mit gut 1,1 Milliarden Euro und einem Rückgang von 46 Prozent auf Rang drei ab. Laut EY ist es dennoch ein Novum, dass gleich drei Bundesländer jeweils auf ein Investitionsvolumen in Milliardenhöhe kommen.
Auch in den News:
Kleine Start-ups geraten stärker unter Druck
Der starke Kapitalzufluss bedeutet allerdings nicht, dass die Lage für alle Gründer:innen besser geworden ist. Nach Einschätzung der Studienautor:innen konzentrieren sich Investor:innen immer stärker auf wenige große und vermeintlich sichere Wetten. Der Anteil von Finanzierungsrunden über 50 Millionen Euro stieg demnach von 55 auf 67 Prozent des gesamten Investitionsvolumens.
Thomas Prüver, Partner bei EY-Parthenon, sieht darin ein gemischtes Signal. Der Kapitalanstieg sei zwar grundsätzlich positiv. Gleichzeitig warnt er davor, dass die Finanzierungslage schwierig bleibe. "Innovation entsteht nicht nur durch einzelne Leuchtturm-Unternehmen, sondern vor allem durch eine breite und lebendige Gründerszene", sagte Prüver laut EY. Gerade kleine und junge Start-ups hätten im Wettbewerb um Kapital oft das Nachsehen.
Damit zeigt das neue Startup-Barometer zwei Entwicklungen zugleich: Deutschland bleibt für Wagniskapital attraktiv, vor allem bei großen Zukunftsthemen wie Rüstung und Robotik. Gleichzeitig wächst aber das Risiko, dass junge Unternehmen in einer frühen Phase schwerer an Geld kommen.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
:newstime verpasst? Hier aktuelle Folge ansehen
Mehr entdecken

Ukraine-Krieg
Nach Protesten gegen Fedorow-Aus: Selenskyj entlässt auch Armeechef Syrsky

Gehörlose US-Schauspielerin
"Godzilla"-Star Kaylee Hottle mit nur 18 Jahren gestorben

Unfälle massiv angestiegen
E-Scooter im Straßenverkehr: Strenge Regeln, neue Gesetze und Bußgeld-Fallen

Verbraucherzentralen klären auf
Gefährliche Mythen im Faktencheck: Wie gesund oder schädlich sind Tofu und Sojadrinks wirklich?

Mythos-Wundermittel
Stiftung Warentest empfiehlt nur zwei Vitamin-D3-Produkte

Arsen in einem Getränk
Öko-Test prüft Medium-Mineralwasser: Discounter glänzen, doch eine Marke ist "mangelhaft"



