Drogeriekette

Warum dm zur Hälfte einer Stiftung und zur Hälfte einem 23-Jährigen gehört

Veröffentlicht:

von Claudia Frickel

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Das Erfolgsrezept von dm

Videoclip • 11:06 Min • Ab 12


Millionen Menschen kaufen täglich bei dm ein – doch kaum jemand weiß, wem die Drogeriekette gehört. Die Eigentümerstruktur ist ungewöhnlich: Eine Hälfte ist im Besitz einer Stiftung, die andere liegt in der Hand eines jungen Milliardärs.

Götz Werner brauchte für dm einen Geldgeber

Anders als viele große Unternehmen hat die Drogeriekette dm nicht nur einen Eigentümer. Hinter dieser ungewöhnlichen Struktur steht die Geschichte zweier Unternehmer – und eine Entscheidung des dm-Gründers Götz Werner.

Als Werner 1973 den ersten dm-Markt in Karlsruhe eröffnete, legte er den Grundstein für Europas größte Drogeriekette. Nach wenigen Monaten holte er einen Geldgeber ins Boot: Günther Lehmann. Dieser war Gesellschafter der Supermarktkette Pfannkuch, die in den 1970er-Jahren vor allem in Baden-Württemberg weit verbreitet war.

Ohne das Kapital von Lehmann wäre die schnelle Expansion von dm vermutlich deutlich schwieriger gewesen. Als er einstieg, hatte dm erst zwei Filialen. Heute betreibt dm 4.200 Läden in 14 europäischen Ländern.

Nach Lehmanns Einstieg hielten Werner und Lehmann jeweils 50 Prozent der Unternehmensanteile. Operativ ins Geschäft eingebunden war Lehmann nie. Götz Werner hatte die Führung, bestimmte die strategische Entwicklung und prägte das öffentliche Bild von dm.

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Götz Werners sieben Kinder bekamen keine Unternehmensanteile

Im Jahr 2010 regelte Götz Werner seine Nachfolge. Er übertrug seine Anteile an dm an die fünf Jahre zuvor gegründete gemeinnützige "dm-Werner-Stiftung". Seine sieben Kinder bekamen also keine direkten Anteile. Der dm-Gründer sagte, sie würden deswegen "nicht leiden". Es ist nicht bekannt, ob die Kinder und Enkelkinder von Werner heute Begünstigte der Stiftung sind, auch die Satzung ist nicht öffentlich.

Mit der Stiftung wollte Werner die langfristige Unabhängigkeit des Unternehmens sichern.

Solche Stiftungsmodelle sind im deutschen Mittelstand gängig. Viele Familienunternehmen nutzen sie, zum Beispiel Stihl, Bosch oder Hipp. Bei dm kommt jedoch eine besondere Kombination hinzu: Nur eine Hälfte gehört einer Stiftung. Die andere bleibt weiterhin in privater Hand.


Das hat der jüngste Milliardär der Welt mit dm zu tun

2016 überschrieb Günther Lehmann seinem damals 14-jährigen Sohn Kevin David Lehmann seine Anteile am Drogeriekonzern. Bis er volljährig war, verwaltete ein Treuhänder das Vermögen. Mehrere Jahre galt der Jugendliche als jüngster Milliardär der Welt.

Sein Vermögen schätzt das US-Magazin "Forbes" heute auf 4,3 Milliarden US-Dollar, umgerechnet 3,77 Milliarden Euro (Stand: 20. Juli 2026). Über Lehmann ist kaum etwas bekannt, denn er tritt nicht in der Öffentlichkeit auf. Als sicher gilt lediglich, dass er 2002 geboren wurde. Ins operative dm-Geschäft ist er genauso wenig eingebunden wie früher sein Vater.

Götz Werner soll später bedauert haben, dass er seinem Geschäftspartner 50 Prozent der Anteile überschrieben hatte, schreibt das "Manager Magazin". Der dm-Gründer starb 2022.


Verwendete Quellen:

Newstime: "dm-Gründer Götz Werner: So baute er die größte Drogeriekette Deutschlands auf"

Manager Magazin: "Götz Werner, der Detailist"

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