Arbeitskampf

Verdi-Warnstreik am Montag: Fahren Bus und Bahn in meiner Stadt?

Aktualisiert:

von Michael Reimers

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Verdi ruft für Montag zum Streik im öffentlichen Nahverkehr auf

Videoclip • 01:36 Min • Ab 12


Die Gewerkschaft Verdi kämpft für bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten. Am Montag wird in mehreren Bundesländern der Nahverkehr bestreikt – auch in deiner Stadt oder deinem Landkreis?

Das Wichtigste in Kürze

  • Wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte, kommt es am Montag (2. Februar) fast bundesweit zu Streiks im kommunalen Nahverkehr.

  • Nach aktuellem Stand wird in vierzehn Bundesländern gestreikt – Hamburg könnte noch hinzukommen.

  • Verdi fordert höhere Zuschläge, die Arbeitgeber entgegnen, das sei nicht zu finanzieren.

Der öffentliche Nahverkehr könnte in weiten Teilen Deutschlands am Montag (2. Februar) zum Erliegen kommen. In fast allen Bundesländern hat die Gewerkschaft Verdi im Rahmen von parallel stattfindenden Tarifverhandlungen zu Warnstreiks bei kommunalen Verkehrsunternehmen aufgerufen. Fahrgäste müssen mit erheblichen Einschränkungen rechnen.

Wird an meinem Wohnort gestreikt?

Baden-Württemberg: Stuttgart, Karlsruhe, Heilbronn, Freiburg, Baden-Baden, Esslingen und Konstanz.
Bayern (unter anderem): München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Bamberg, Passau, Landshut, Schweinfurt.
Berlin: Tram-, Bus- und U-Bahnverkehr der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ganztägig bestreikt werden; S-Bahn nicht betroffen.
Brandenburg: Uckermärkische Verkehrsgesellschaft, Barnimer Busgesellschaft, Stadtverkehrsgesellschaft Frankfurt (Oder), Busverkehr Oder-Spree, Mobus Märkisch-Oderland Bus, Schöneicher-Rüdersdorfer Straßenbahn, Ostprignitz-Ruppiner Personennahverkehrsgesellschaft, Verkehrsbetriebe Brandenburg an der Havel, Verkehrsbetrieb Potsdam, Regiobus Potsdam Mittelmark, Havelbus Verkehrsgesellschaft, Verkehrsgesellschaft Teltow Fläming, Cottbusverkehr, Spree-Neiße Cottbusverkehr, Regionale Verkehrsgesellschaft Dahme Spreewald, Verkehrsgesellschaft Oberspreewald-Lausitz
Bremen
Hessen: Frankfurt, Kassel, Wiesbaden, Gießen, Marburg.
Mecklenburg-Vorpommern: Kommunale Busunternehmen: Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim (VLP), Nahbus Nordwestmecklenburg, Rsag Rostock, Rebus Regionalbus Rostock, Mecklenburg-Vorpommersche Verkehrsgesellschaft (MVVG), Verkehrsbetrieb Greifswald (VBG), Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Greifswald (VVG), Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen (VVR).
Nordrhein-Westfalen: "Flächendeckend" laut Verdi-Sprecherin.
Rheinland-Pfalz: KRN Kommunalverkehr Rhein-Nahe GmbH, Mainz, Pirmasens, Trier.
Saarland: KAV Saar.
Sachsen: Chemnitz, Dresden, Leipzig, Zwickau.
Sachsen-Anhalt: Halle, Magdeburg, Burgenlandkreis.
Schleswig-Holstein: Kiel, Lübeck, Neumünster, Flensburg.
Thüringen: Erfurt, Jena, Gera, im Saale-Holzland-Kreis, Kyffhäuserkreis, Mühlhausen, Sondershausen, Unstrut-Hainich-Kreis, Gotha, Weimar, Weimarer Land.

Züge der Deutschen Bahn nicht betroffen

Die Züge der Deutschen Bahn fahren ohne Einschränkungen, teilte der Konzern mit. "Die S-Bahnen in Berlin, Hamburg, München, Stuttgart, Köln, Nürnberg, Rhein-Main und der Regional- und Fernverkehr der DB werden als Unternehmen nicht von Verdi vertreten und sind daher von dem Streik nicht betroffen."


Verdi erhöht den Druck auf die Arbeitgeber

Der Druck auf die Arbeitgeber soll mit dem Warnstreik der Gewerkschaft weiter erhöht werden. Die Aktion ist Teil bundesweiter Arbeitsniederlegungen.

Nicht betroffen ist Verdi-Angaben zufolge Niedersachsen, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Für die etwa 5.000 Beschäftigten in dem nördlichen Bundesland gelte noch die Friedenspflicht. Möglich ist eine Arbeitsniederlegung noch bei der Hamburger Hochbahn – hier soll im Laufe des Tages eine Entscheidung fallen.

Auch in den News:

Kampf um bessere Arbeitsbedingungen

Verdi kämpft in den Verhandlungen, die in allen 16 Bundesländern meist mit den Kommunalen Arbeitgeberverbänden geführt werden, für deutlich bessere Arbeitsbedingungen. Hierzu zählen beispielsweise eine verkürzte Wochenarbeitszeit und Schichtzeiten. Neben längeren Ruhezeiten fordert die Gewerkschaft auch höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit.

Um höhere Löhne und Gehälter wird zusätzlich in Bayern, Brandenburg, dem Saarland, Thüringen und bei der Hamburger Hochbahn gerungen. Insgesamt betroffen seien fast 100.000 Beschäftigte in 150 städtischen Verkehrsunternehmen und Busbetrieben der Landkreise sowie in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen.


Verwendete Quellen

Nachrichtenagentur dpa

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