Skandal-Finale in Rabat
Gericht erkennt Senegal den Afrika-Cup-Titel ab – Sieg wird Marokko zugesprochen
Aktualisiert:
von Christopher Schmitt:newstime
Senegal verliert Afrika-Cup-Titel
Videoclip • 30 Sek • Ab 12
Senegals Afrika-Cup-Sieg wurde von Skandalen überschattet. Nun hat ein Gericht das Finale – und somit den Titel – Marokko zugesprochen. Alles zum umstrittenen Urteil.
Das Wichtigste in Kürze
Das Berufungsgericht des afrikanischen Fußball-Verbands CAF hat das Afrika-Cup-Finale mit 3:0 für Marokko gewertet – und Senegal den Titel abgesprochen.
Begründet hat das Gericht dies mit dem Verlassen des Platzes der senegalesischen Mannschaft, was demnach einer Aufgabe gleichkäme.
Im Senegal fallen die Reaktionen deutlich aus, der Generalsekretär Abdoulaye Seydou Sow sprach sogar von einer "Schande für Afrika".
Genau 57 Tage nach dem skandalträchtigen Finale um den Afrika Cup hat das Berufungsgericht des afrikanischen Fußball-Verbands CAF das Ergebnis überraschend revidiert. Dem Einspruch Marokkos wurde stattgegeben und das Endspiel gegen Senegal nachträglich mit 3:0 für die Nordafrikaner gewertet. Sportlich hatte Senegal die von Tumulten überschattete Partie nach Verlängerung mit 1:0 gewonnen.
Das Gericht hat sich damit gegen die ursprüngliche Entscheidung des CAF gestellt. Dieser hatte zwar hohe Geldstrafen gegen beide Verbände verhängt, das sportliche Resultat jedoch bestehen lassen. In der Berufungsverhandlung wurde nun unter Berufung auf Artikel 82 des Afrika-Cup-Regelwerks argumentiert, die senegalesische Mannschaft habe durch das zeitweise Verlassen des Spielfelds gegen Ende der regulären Spielzeit die Partie faktisch aufgegeben. Dies müsse laut Gericht als Spielaufgabe gewertet werden. Der CAF selbst hatte zuvor erklärt, diese Kriterien seien nicht erfüllt gewesen, da Senegal nach einer Unterbrechung auf den Platz zurückgekehrt sei – eine Einschätzung, der das Berufungsgericht widerspricht.
Senegals Generalsekretär spricht von "Schande für Afrika"
Senegals Verband reagierte empört. Generalsekretär Abdoulaye Seydou Sow hatte noch am Dienstagabend (17. März) im staatlichen Rundfunk RTS angekündigt, den Internationalen Sportgerichtshof CAS anzurufen. Man werde Rechtsmittel einlegen und "vor nichts zurückschrecken", das Recht sei auf senegalesischer Seite. Die Entscheidung bezeichnete er als "Schande für Afrika".
Das Finale in Rabat war als Skandalspiel weltweit in die Schlagzeilen geraten. Neben massiven Tumulten hatte auch das Verhalten der marokkanischen Gastgeber für Empörung gesorgt. Mehrere Balljungen hatten wiederholt versucht, dem senegalesischen Torhüter Edouard Mendy bei strömendem Regen das Handtuch zu entwenden. Nationalspieler Achraf Hakimi warf das Handtuch sogar über die Bande.
Auf dem Platz eskalierte die Lage, nachdem ein reguläres Tor Senegals aberkannt und kurz darauf ein umstrittener Elfmeter für Marokko gepfiffen wurde. Aus Protest hatte der senegalesische Trainer Pape Thiaw seine Mannschaft zeitweise in die Kabine beordert.
Auch in den News:
Harte Strafen bleiben bestehen
Laut späteren Aussagen sei es Kapitän Sadio Mané gewesen, der seine Mitspieler zur Rückkehr auf das Feld gedrängt hatte. Der Elfmeter wurde schließlich verschossen, ehe Senegal in der Verlängerung doch noch das Siegtor erzielte.
Trotz der nun erfolgten Titelaberkennung bleiben die harten Strafen gegen Senegal bestehen: eine lange Sperre und hohe Geldstrafen für Trainer, Spieler und Verband. Marokko hingegen hat nicht nur den Titel zugesprochen bekommen, sondern auch deutliche Strafmilderungen erhalten.
Ob das letzte Wort damit gesprochen ist, bleibt offen. Spätestens vor dem CAS könnte das wohl umstrittenste Afrika-Cup-Finale der Geschichte erneut aufgerollt werden.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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