Online-Broker

Trade-Republic-Rätsel: Warum verschwindet plötzlich der Kontostand?

Aktualisiert:

von Joachim Vonderthann

:newstime

Phishing-Mail der Deutschen Bank im Umlauf

Videoclip • 01:21 Min • Ab 12


- Anzeige -
- Anzeige -

Trade Republic bietet eine neue Sicherheitsfunktion in seiner Banking-App. Doch nicht alle User:innen kommen auf Anhieb damit klar.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach anhaltender Kritik will Trade Republic seinen Service verbessern.

  • Neben persönlicher Kund:innenbetreuung bekommt auch die Banking-App eine neue Sicherheitsfunktion.

  • Auf dem Kopf stehende Zahlen lassen manche User:innen aber ratlos zurück.

Beim Online-Broker Trade Republic geht es steil nach oben: Das Berliner Fintech-Unternehmen zählt mehr als zehn Millionen Kund:innen in Europa, davon über fünf Millionen in Deutschland, und verwaltet mehr als 150 Milliarden Euro Kundenvermögen. Ende vergangenen Jahres stieg die Finanzplattform mit einer Bewertung von 12,5 Milliarden Euro zum wertvollsten deutschen Start-up auf.

Kritik gab es aber immer wieder am Service von Trade Republic. Der will das Unternehmen jetzt mit einer Offensive begegnen. Trade Republic biete ab sofort allen Nutzer:innen eine persönliche Betreuung rund um die Uhr, sieben Tage die Woche und kostenlos über die App an, teilte die Firma mit. Kund:innen könnten die Bank per Telefon und Live-Chat erreichen oder einen Rückruf anfordern. Mehr als 1.000 geschulte und echte Serviceagent:innen stünden bereit, um Nutzer:innen in acht Sprachen zu helfen.

Auch in den News:

- Anzeige -
- Anzeige -

Neue Trade-Republic-Funktion verwirrt Kontoinhaber:innen

Zum Service der Trade-Republic-App gehört auch eine neue Funktion, die allerdings teils für Verwirrung sorgt. Laut "inside-digital.de" melden User:innen merkwürdige Zahlen auf dem Handy-Display. Kontostände stünden plötzlich auf dem Kopf, auch Buchstaben tauchten zwischen den Ziffern auf.

Doch hinter dem vermeintlichen Fehler verbirgt sich dem Bericht zufolge eine neue Sicherheitsfunktion, die vor neugierigen Blicken schützen soll. Wer im öffentlichen Raum, zum Beispiel in der Bahn oder beim Snack im Café, auf sein Smartphone schaut, gibt oft ungewollt Einblick in persönliche Finanzdaten. Genau hier setzt Trade Republic an: Kontostände und Depotpositionen können bewusst verschleiert werden, damit Außenstehende diese nicht sofort erkennen.

Umgesetzt ist das mit einem einfachen Trick. Ein kurzes Schütteln des Smartphones reicht aus, um aus den echten Zahlen eine wilde Mischung aus Ziffern und Buchstaben zu generieren, die zudem auf dem Kopf steht. So ist für andere kaum noch zu erkennen, wie hoch das Guthaben tatsächlich ist. Wird das Handy erneut geschüttelt, verschwindet die Tarnung und der richtige Kontostand erscheint wieder auf dem Display.

Wer diese Funktion nicht nutzen möchte, kann sie laut "inside-digital.de" jederzeit deaktivieren. In der Trade-Republic-App reicht dafür ein Blick in das Profil oben rechts. Unter "Einstellungen" findet sich der Bereich "Sicherheit". Dort gibt es den Punkt "Kontostände und Positionen", unter dem sich "Schütteln zum Ausblenden" einfach ausschalten lässt. Alternativ können Nutzer:innen ihre Kontostände und Positionen auch komplett verbergen, sodass sensible Daten grundsätzlich nicht angezeigt werden.

Vom Broker zum Konkurrenten für etablierte Online-Banken

Trade Republic war 2019 als reiner Broker gestartet. Der Boom kam dann in der Corona-Zeit. Seit 2023 hat die Firma, die rein auf App-Basis agiert, eine Vollbanklizenz und bietet etwa Bezahlkarten und Girokonten an. Zudem folgte die Expansion ins Ausland, darunter Frankreich, Italien und Spanien.

Mit niedrigen Gebühren etwa für Aktienhandel, hohen Tagesgeldzinsen und kostenfreien Sparplänen für ETFs ist Trade Republic zu einer harten Konkurrenz für etablierte Online-Banken wie ING, DKB oder Comdirect geworden. Die Firma wirbt damit, den Einlagenzinssatz der Europäischen Zentralbank komplett an Kund:innen weiterzugeben - derzeit 2,0 Prozent.

Allerdings steht Trade Republic immer wieder in der Kritik wegen Mängeln beim Service. Viele Negativschlagzeilen, etwa zu Problemen beim Depotübertrag, brachten der Firma einen Imageschaden.

Nach einem Bericht des "Handelsblatts" gab es bei den Verbraucherzentralen in Deutschland von Januar bis September 2025 über 300 Beschwerden zu Trade Republic und damit mehr als doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. Hauptgrund sei ein schwer oder nicht erreichbarer Kundenservice.

Mit dem Ausbau des Kundenservices und neuen App-Funktionen wie der Kontostand-Verschleierung will Trade Republic dem gegensteuern. Das Ziel ist ehrgeizig. Mitgründer Christian Hecker betont: "In den nächsten zwölf Monaten wollen wir den besten Kundenservice aller Banken in Europa betreiben."


Verwendete Quellen:

inside-digital.de: "Versteckte Funktion bei Trade Republic verblüfft Nutzer: So verändert sich der Kontostand im Handumdrehen"

Nachrichtenagentur dpa

- Anzeige -
- Anzeige -

Mehr entdecken